Reportagen + Trends
Komplettanbieter
Drei Marken, ein Ziel
12.12.2008
Auf der AMB 2008 in Stuttgart präsentierte
sich Walter erstmals mit neuem Logo. Die Kernaussage dahinter lautet: Drei Marken, ein Komplettanbieter. werkzeuge sah sich das Portfolio und die Produkte der „neuen” Walter genauer an.
Fazit: Rund 80 Prozent aller Zerspanaufgaben werden abgedeckt.
Mit den Kompetenzmarken Walter, Walter Titex und Walter Prototyp führt der Werkzeugspezialist aus Tübingen seine bewährte Markenstrategie fort. Eine Stufe unter den Kompetenzmarken rangieren dabei die sogenannten Technologiemarken. Beispiele dafür sind „Tiger.tec” oder „Xtra.tec” von Walter, „XD-Technologie” oder „Xtreme” von Walter Titex sowie „Paradur” von Walter Prototyp.
Vielen Zerspanungsexperten ist die Marke Tiger.tec von Walter ein Begriff. Die zweifarbigen Wendeschneidplatten kommen beispielsweise bei den aktuellen Drehwerkzeugen zum Einsatz – erstmals auch für Stechoperationen. „Die zwei hochleistungsfähigen und verschleißfesten PVD-Tiger.tec-Qualitäten mit Sortenbezeichnung WSP43 und WSM33 garantieren bei der Bearbeitung sämtlicher Stahl- und Gusssorten sowie schwer zerspanbarer und rostfreier Werkstoffe selbst bei unterbrochenem Schnitt beste Standzeiten”, sagt dazu Michael Fink, Leiter im Walter Produktmarketing.
Profiwissen pur: Die Redbox macht‘s
Der Tübinger Werkzeughersteller hat sich viele Gedanken über die perfekte Abwicklung seines Reconditioning-Geschäfts gemacht. Im Zentrum steht die so genannte „Redbox”, ein Werkzeugbehälter, in dem die verschlissenen Werkzeuge gesammelt, vom Lieferservice abgeholt und zum Kunden zurückgebracht werden. Standardwerkzeuge mit Beschichtung sind innerhalb von zehn Tagen wieder beim Anwender.
Stechprogramm ergänzt
Mit den Monoblock-Werkzeughaltern „Walter-Cut GX16 Abstechen” hat man das Stechprogramm um ein spezielles Abstechsystem ergänzt, basierend auf zweischneidigen Stechplatten mit 16 mm Länge aus der GX-Reihe. Die neue Abstechlösung wurde vor allem für die Kleinteilefertigung auf Swiss-Type-Maschinen, Mehrspindler und für Langdrehautomaten entwickelt.

Zu den Besonderheiten zählt ein Grundkörper in Monoblockausführung mit fest integriertem Spannfinger sowie optimiertem Schneideinsatzanschlag im Plattensitz.
Die Klemmschraube hat eine doppelte Neigung von je 20° in radialer und axialer Richtung. Der Plattenwechsel kann daher in der Maschine erfolgen, ohne lose Spannelemente und ohne erneutes Vermessen des Werkzeughalters. Die zur Verfügung stehenden Stechbreiten sind 2, 2,5 und 3 mm. Es sind eine gesinterte und eine besonders scharfe Plattenvariante lieferbar mit den Geometriebezeichnungen CE4 und CF6. Die Schneidengeometrien wurden speziell für das Abstechen optimiert.
Auch kleinste Bauteile wie etwa Uhrenwellen können so präzise abgestochen werden.
Extreme Schnittdaten![]()
Unter die Kompetenzmarke Walter Titex fällt unter anderem die Technologiemarke der Xtreme Plus-Bohrwerkzeuge. Der VHM-Spiralbohrer ist laut Michael Fink auf extreme Schnittdaten getrimmt: „Je nach Werkstoff sind im Vergleich zu konventionellen VHM-Bohrern doppelte bis dreifache Vorschubgeschwindigkeiten möglich.” Die erste Serie dieser High-End-Bohrer kam 2007 in der häufig benötigten Längenausführung 5 x D auf den Markt. Zur AMB wurde ganz neu eine stabile 3 x D-Variante vorgestellt.
Die Performance des Xtreme Plus ruht auf mehreren Säulen. Auffällig ist die zum Patent angemeldete Zweifachbeschichtung, erkennbar am kupferfarbenen Kopfteil. Makro-, Mikrogeometrie und Nutenprofil sind optimiert aufeinander abgestimmt. Trotz hoher Bohrleistung, versichert Michael Fink, bleibt die Prozesssicherheit nicht außen vor: „Im Gegenteil, diese Bohrer toppen herkömmliche in jeder Hinsicht, bis hin zur Oberflächenqualität.” Das Einsatzspektrum der Bohrer ist breit gefächert; von Vorteil ist, wenn Stückzahlen dahinter stecken.
Mit den VHM-Hochleistungsfräsern der Technologiemarke „Harte Jungs” gehört Walter Prototyp sicherlich zu den etablierten Größen in der Zerspanungstechnik. Es stehen zwei Produktgruppen zur Verfügung: N 50 für legierte Stähle bis 48 HRC, H 50 für Hartbearbeitungen bis 63 HRC. „Mit TiALN-Beschichtung, tiefer Spankammer und großer Schneidenlänge sind die Fräser auf maximale Abtragsraten und höchste Produktivität getrimmt”, ordnet Michael Fink die Werkzeuge ein.
Vielseitig einsetzbar
Die Einsatzmöglichkeiten sind endsprechend vielseitig und schließen auch Strategien wie das Helixfräsen und Rampen ein. Für tiefe Konturen gibt es Ausführungen mit Hals. Außer im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau kommen die „Harten Jungs” vor allem im Werkzeug- und Formenbau oder in der Luft- und Raumfahrtindustrie zum Einsatz.
Jenseits der reinen Hardware-Seite, spielt für Walter auch der Service-Bereich eine immer größere Rolle. Neben dem bekannten Walter Productivity Service (WPS) forciert man zum Beispiel den Bereich Reconditioning genauso wie die schnelle Lieferung von VHM-Bohrern in Sonderausführung („CATexpress”).
„Innerhalb von zwei Wochen”, so verspricht Michael Mai, verantwortlich bei Walter für das Projekt CATexpress, „bekommt der Kunde den benötigten Walter Titex VHM-Bohrer in Sonderausführung.” Möglich wird diese kurze Lieferzeit durch eine spezielle, internetfähige Software. „Mit diesem System kann ein Werkzeug, beispielsweise ein mehrstufiger VHM-Bohrer, schon zehn Minuten nach Auftragsvergabe produziert werden.”
Reconditioning ist stark gefragt
Ebenso straff will man bei Walter das Wiederaufbereiten – neudeutsch: Reconditioning – der Werkzeuge organisieren. Laut Michael Fink ein Vorgang, der sich rechnet: „Dreimaliges Nachschleifen und Wiederbeschichten entspricht einer Reduzierung der Werkzeugkosten um etwa 50 Prozent.”
Die Nachfrage bei den Anwendern sei so groß, dass Walter diesen Service im In- und Ausland verstärkt ausbauen wird. Schon jetzt können Kunden außer am Stammsitz Deutschland auf zehn weitere Reconditioningcenter weltweit zugreifen. „Das ist eine kleine logistische Meisterleistung”, sagt Michael Fink, „wenn man bedenkt, dass unsere Werkzeuge turnusmäßig beim Kunden abgeholt und wieder angeliefert werden.”




