Das fertigung-Interview
Interview Mark C. Krieg, Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik
Analytik im Fokus
13.03.2009
Mark C. Krieg vertritt das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik und ist Geschäftsführer der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik. Er hat die Marktstudie zu Teilereinigung entwickelt und koordinierte das Fachforum auf der parts2clean.

Mark C. Krieg, Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik: „Ressourcenschonung und Energieeffizienz bietet noch Potenzial in der Teilereinigung.“
Herr Dr. Krieg, was ist herausragend bei der Messe?
Die Messe wird immer einen Tick besser. Auch qualitativ beobachte ich eine Entwicklung, wobei die Anwender mehr und mehr die Komplexität des Themas erkennen. Die fachlich fundierten Fragestellungen beweisen auch den Wissenszuwachs der Besucher.
Welche Innovationen fallen auf?
Insbesondere bei den Restschmutzanalysen beobachten wir große Anstrengungen. Dabei versucht man filmische und auch partikuläre Verunreinigungen zu erfassen. Große Flächen sollen möglichst zu 100 Prozent inline, das heißt während des Produktionsprozesses geprüft werden.
Welche Innovationen hat Fraunhofer zu bieten?
Auch die Fraunhofer-Gesellschaft beschäftigt sich mit der Analytik beim Reinigungsprozess. Weitere Themen sind der Einfluss der Logistik auf den Reinigungsprozess, die Entwicklung von Easy-to-clean-Oberflächen, die Elektronenstrahl-, Laser- und Kohlendioxidreinigung.
Wie geht die Entwicklung bei der Kohlendioxid-Reinigung weiter?
Der Markt hierfür ist vorhanden und die Markteröffnungsphase zumindest beim Trockeneisstrahlen ist Vergangenheit. Die Technologie wird bereits vermarktet. So präsentierten mehrere Aussteller auf der parts2clean Reinigungsverfahren mit festem Kohlendioxid. Auch können Oberflächen großflächig gereinigt beziehungsweise vorbehandelt werden. Mit der Technologie können zum Beispiel Power-Waschanlagen ersetzt werden. Diese besitzen wesentlich höhere Betriebs- und Investitionskosten und sind weniger energieeffizient. Weitere Ansätze sind die Bohrlochreinigung sowie die Anwendung von flüssigem und überkritischem CO2 zur integralen Teilereinigung. Vorteil hier ist, dass auf eine Trocknung verzichtet werden kann.
Wohin geht der Trend?
Es gibt einen enormen Bedarf an Schulung und Weiterbildung im Bereich der Teilereinigung. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in dem sehr gut besuchten Fachforum wider. Ein Ausbildungsberuf oder ein Studium zur Reinigung in der Produktion existiert demgegenüber nicht. Hier möchte die Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik ansetzen und ein Weiterbildungsprogramm anbieten. Im Fokus soll hierbei die Systematik „Wie gehe ich Reinigung an?“ stehen. Mittelfristig wollen wir dieses Programm bis zu einem Aufbaustudium weiter ausbauen.
Spielt Ressourcenschonung und Energieeffizienz bei der Teilereinigung eine Rolle?
Energie- und Ressourcenschonung ist ein Leitthema der Fraunhofer-Gesellschaft. Bei der Teilereinigung wird dies jedoch bei Anfragen bisher kaum berücksichtigt und von daher nicht explizit behandelt. Hier gibt es sicher noch Potenziale.
Fraunhofer Allianz für Reinigungstechnik




