Reportagen + Trends
Fünf Achsen zum Preis von drei
29.09.2009
Steuerung: Seit einem Jahr sind die Spinner-Bearbeitungszentren der U-Baureihe am Markt. Weitere Anwendungsfelder soll das neue Technologiepaket Sinumerik MDynamics erschließen: Mit der Steuerung Sinumerik 840D sl und der neuen Bedieneroberfläche Sinumerik Opera präsentiert sich das Paket als optimale Lösung zum Fräsen.
Wenn ein Werkzeugmaschinenhersteller im Jahr 2009 keine Kurzarbeit ausruft, sondern vielmehr absolut im Plan ist, dann macht er wohl einiges richtig. Genau so stellt sich derzeit die Situation der Spinner Werkzeugmaschinenfabrik GmbH aus Sauerlach dar. Nicht zuletzt deshalb, weil Spinner Maschinen baut, die ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und einen schnellen ROI (Return on Investment) in Aussicht stellen. „Mit unseren Universalbearbeitungszentren der U-Serie gehen wir genau in diese Richtung und bieten 5-Achsmaschinen zum Preis von 3-Achsmaschinen”, erklärt Axel Spinner, Prokurist und Vertriebsleiter. „Eine solche Investition lohnt sich für Anwender selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.”
Die Rechnung geht bislang auf. Deutlich mehr als 60 Maschinen sind bereits verkauft und – obwohl auch mit drei oder vier Achsen angeboten – nahezu alle mit fünf Achsen ausgestattet. Etwa die Hälfte davon ist für die synchrone 5-Achsbearbeitung ausgestattet, die andere Hälfte als 3+2-Achs-Version. Diese wird bereits ab etwa 120 000 Euro angeboten.
Die im Fahrständerprinzip aufgebaute U-Serie ist standardgemäß mit 32 Werkzeugen und einem Doppelarm zum schnellen Werkzeugwechsel ausgestattet. Die Linearachsen laufen auf Wälzlagerführungen, was dazu beiträgt, dass Eilgangsgeschwindigkeiten von 48Â m/min erreicht werden. Weitere Besonderheit ist die neuartige Führung der beiden Schwenkachsen. Spielfreie Hochpräzisionslager kombiniert mit zentral eingebauten direkten MessÂsystemen und hochdynamischen Antrieben von Siemens sollen eine präzise und schnelle 5-Achsen-Simultanbearbeitung ermöglichen.
Spinner setzt seit drei Jahren auf das Steuerungssystem Sinumerik 840D sl (Solution Line) von Siemens und hat schon mehr als 1000 Maschinen mit dieser CNC im Feld. Auch das neu entwickelte Technologiepaket für Fräsanwendungen, Sinumerik MDynamics, hat Spinner als einer der ersten Werkzeugmaschinenhersteller mit zwei Fräsmaschinen (einer fünfachsigen U-620 und einer U-1520) aktiv begleitet.
Mit Einführung von Sinumerik Opera lässt Siemens die Welten der zwei bisher eingesetzten Bedienoberflächen für das Embedded System unter Linux und das Advanced System unter Windows zusammenwachsen. Der große Vorteil für den Anwender: Künftig gibt es nur noch eine Bedienoberfläche.
Die neue Menüführung gleicht nun noch deutlicher der eines normalen PCs. Eine
weiter verbesserte Grafikdarstellung und eine Explorer-Struktur, verbunden mit praktische Funktionen wie ‚copy and paste’, gestalten den Umgang mit der neuen Bedienoberfläche noch intuitiver als bisher. Die Grundstruktur basiert auf der bereits bekannten Werkstattsoftware ShopMill: Wer schon einmal mit ShopMill (für Fräsvorgänge) oder ShopTurn (für Drehvorgänge) gearbeitet hat, sollte bei der Umstellung auf die neue Bedienoberläche keinerlei Schwierigkeiten haben.
Die neue Bedienoberläche lässt grundsätzlich drei Programmiermodi zu:
ShopMill/ShopTurn (grafisch unterstützte Oberfläche),
ProgramGuide (G-Code mit Zyklenunterstützung) und
ISO-Code-Programmierung (was jedoch in der Praxis kaum Anwendung finden wird). Wird ein ShopMill-Programm erstellt, öffnet sich die grafisch animierte Bedienoberfläche zur einfachen Werkstattprogrammierung. Sie ist selbsterklärend aufgebaut, sodass auch Facharbeiter ohne Programmiererfahrung den Umgang innerhalb weniger Tage erlernen können.
Hohe Maschinenproduktivität
Geht es darum, ein schnelles Programm zu erstellen, kann der Bediener mit Sinumerik Opera direkt im ProgramGuide ein Programm erstellen. Wer sich dafür entscheidet, braucht jedoch G-Code-Grundkenntnisse. Dafür lassen sich mit High-Level-Programmierbefehlen optimale Bearbeitungsabläufe beschreiben, die zu einer hohen Maschinenproduktivität beitragen.
Ausgesprochen zeitsparend soll sich auswirken, dass jetzt für die Simulation ein unabhängiger Bereich in der Steuerung integriert wurde. So lassen sich neue Bauteile an der Maschine komplett simulieren, während diese ein anderes Werkstück bearbeitet. Das war bislang nur mit Einschränkungen und Verzögerungen möglich, da alle Informationen über einen NC-Kern liefen. Diese parallele Arbeitsweise zahlt sich laut Hersteller insbesondere bei komplexen Werkstücken aus.




