Reportagen + Trends
Zum Greifen nah
29.09.2009
Die Idee von NC-Automation, CNC-Maschinen als Selbstbediener zu vervollständigen, basiert auf einer Greiferlösung im Werkzeugmagazin. Gegenüber ÂRoboterlösungen benötigt dieses System weniger  Raum und ist zudem kostengünstiger.
Moderne CNC-Maschinen verfügen bereits über 95 Prozent der Fähigkeiten, die ein Roboter benötigt. Für eine wirtschaftliche Automation werden lediglich geeignete Werkzeuge zum Handhaben, Reinigen und Kennzeichnen sowie ein einfacher Werkstückspeicher benötigt. Die aktuellen Entwicklungen und Trends im Bereich der Werkzeugmaschinen hin zu schnellem Werkzeugwechsel, zu einfacher Programmierung und zum 4- beziehungsweise 5-Achs-Bearbeitungszentrum spielen dieser Automation in die Karten. Diese Entwicklungen begünstigen die Fähigkeit der Maschine, Bauteile zu händeln, zu wenden und diese somit komplett und auch selbstständig zu bearbeiten.
Mit einem Greifbereich von 0,5 bis 500 mm und einem zugelassenen Werkstückgewicht von 1 g bis 60 kg wird mit den Handhabungswerkzeugen der NC-Automation ein Einsatzbereich abgedeckt, der größer ist als bei den meisten Robotern. Von Vorteil ist auch, dass keine Verquickung zweier unterschiedlicher Maschinensteuerungen notwendig ist und der Bediener lediglich für eine Steuerung ausgebildet und trainiert werden muss. Flexible Lösungen zur Automation einzelner aber auch zur Verkettung mehrerer Werkzeugmaschinen sind durch die modular aufgebauten und patentierten Komponenten gut möglich. Die Werkstückspeicher werden lediglich mittels M-Befehle mit der Werkzeugmaschine verknüpft. Sie bringen die Bauteile zudem in den Greifbereich der Maschinenspindel.
Modularer Aufbau
Die adäquat zu Zerspanungswerkzeugen eingesetzten Handhabungswerkzeuge sind modular aufgebaut und für unterschiedlichste Maschinenschnittstellen geeignet. Sie verfügen über eine Ausgleichsfunktion in bis zu vier Achsen, sodass selbst Rohteile exakt gegen Anschläge positioniert werden können. Und sie haben einen Überlastschutz, der schwerwiegende Beschädigung der Spindel und des Werkzeuges auch im Crashfall verhindert. Die Handhabungswerkzeuge greifen mittels Federkraft, Druckluft oder Kühlschmiermittel.
Für Werkstücke über 120 mm Greifabstand stehen Klappgreiferaufsätze zur
Verfügung, die sich zusammenfalten, um in den Werkzeugmaschinen-Magazinen Platz zu finden. Nach der Entnahme aus dem Magazin klappen die Greifer aus, weswegen Bauteile bis zu einer Greifbreite von 500 mm gehandhabt werden können.
Die automatischen Kennzeichnungswerkzeuge für dauerhafte Kennzeichnung von Bauteilen aus den unterschiedlichsten Werkstoffen mit einer Härte bis zu 60 HRC zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne Drehzahl und ohne Zuleitung von Kühlschmiermittel oder Druckluft so schnell kennzeichnen können, wie die Maschine in der Lage ist zu fahren. Unebenheiten von bis zu 5 mm haben dabei auf die Kennzeichnungstiefe keinen Einfluss. Die Kennzeichnungstiefe lässt sich durch einen Stellring stufenlos vorwählen. Diese Werkzeuge lassen sich in Robotern, Bearbeitungszentren und Drehmaschinen in gleicher Weise einsetzen.
Beeindruckend sind die Reinigungswerkzeuge, die nicht nur das automatische Reinigen der Spannvorrichtung, des Werkstückes und des Maschinentisches ermöglichen, sondern auch die Eigenreinigung des Maschineninnenraumes bewältigen.




