Das fertigung-Interview

GrindTec

„Messe ohne Streuverluste“

10.03.2010

Standpunkt: Joachim Kalsdorf ist beim Messeveranstalter Afag als Projektleiter für die GrindTec zuständig. Zusammen mit dem Fachverband FDPW hat er die Messe in den letzten Jahren sehr erfolgreich positioniert.

Herr Kalsdorf, die GrindTec verblüfft in diesem Jahr sogar die größten Optimisten und legt im Vergleich zum Boomjahr 2008 nochmals um fast zehn Prozent in der Ausstellerzahl zu. Worauf führen Sie diese doch überraschende Entwicklung zurück?
D
er Vorteil der GrindTec gegenüber den großen Mehr-Branchen-Veranstaltungen ist das klar definierte Angebotsprofil „Schleiftechnik“. Exakt das wollen Fachbesucher sehen. Streuverluste gibt es bei der GrindTec also nicht. Dazu kommt die Preiswürdigkeit des Messestandortes Augsburg sowie der weitreichende Service- und Dienstleistungsbereich der Afag. Das sind die idealen Voraussetzungen für die Angebots- und Nachfrageseite, um gute Geschäfte zu machen.

Ein Thema, das unter anderem auch der FDPW als Branchenverband forcieren möchte, ist die Internationalisierung der Branche. Spiegelt sich dieses Vorhaben auch in der GrindTec wider?
Die Branche sieht die GrindTec als europäische Leitmesse der Schleiftechnik. Aussteller aus 23 Ländern unterstreichen dies mehr als deutlich. Bei der letzten Messe hatten wir über 11.000 Besucher; jeder vierte kam aus dem Ausland. Erstmals sind auch zahlreiche Aussteller unter anderem aus China und Indien vertreten. In den nächsten Jahren werden wir verstärkt in Ländern wie Indien, China, Korea und Japan agieren, um aus diesen Wachstrumsmärkten neue Aussteller und Besucher zu gewinnen. Die ersten Kontakte wurden durch unseren Trägerverband FDPW zu entsprechenden Branchen-Verbänden in diesen Ländern geknüpft.

Die GrindTec besitzt auch deshalb einen gewissen Charme für Aussteller und Besucher, weil sie sehr scharf akzentuiert ist – klar zugeschnitten auf die Branche der Werkzeugschleifereien. Nun gibt es durchaus Stimmen, die sagen, dass man den Fokus, beispielsweise in Richtung Medizintechnik, ausweiten sollte.
Das Angebotportfolio der GrindTec wurde zusammen mit dem Partnerverband FDPW sowie dem Messebeirat, in dem namhafte Vertreter der Branche vertreten sind, festgelegt. Diese Angebotsstruktur hat auch die Flexibilität, sich zukünftigen Marktentwicklungen und Tendenzen nicht zu verschließen. Sicherlich ist die Medizintechnik ein Bereich, der in unserem Gremium diskutiert wird; jedoch muss der Fokus auf die Schleiftechnik bestehen bleiben. Im Bereich der Medizintechnik würde sich sicherlich auch die Frage der Frästechnik stellen. Zuvorderst beschäftigt uns jedoch eher die Frage, die GrindTec von der reinen Werkzeugschleiftechnik hin zur allgemeinen Schleiftechnik zu öffnen. Über diese Möglichkeiten werden wir sicherlich auf und nach der Veranstaltung intensive Gespräche mit unseren Partnern führen.

Wo sehen Sie überhaupt noch Wachstumspotenzial für die GrindTec?
Neben der weiteren Internationalisierung und Erweiterung des Maschinenangebots um Hersteller aus Indien, Taiwan und Südkorea sind auch im Zubehör- und Schleifmittelbereich noch zusätzliche Ausstellerpotenziale zu generieren. Auch Bereiche wie die Schnittstellenentwicklung zwischen Maschinen und Geräten oder die Auftragsabwicklungen in den Werkstätten sind Themen, die bei uns zukünftig im Fokus stehen.

Über welche Messehighlights kann sich der Besucher aus Ihrer Sicht besonders freuen?
Als Messehighlight bieten wir erstmals Kunst auf der GrindTec: Auf der Skulpturenausstellung „Freiraum“ des renommierten Bildhauers Bernhard Schmid darf man sich schon heute freuen. Er schafft aus dem Rohstoff Holz, unter anderem durch Schleifen und Polieren, unglaubliche Objekte. Diese Kunstausstellung ist täglich im Rahmen der GrindTec zu besichtigen. Am Freitag findet zusätzlich ab 18 Uhr für alle Interessierten eine Vernissage in Halle 6 statt. Ein beliebter Treffpunkt ist mittlerweile auch der internationale Ausstellerabend geworden. Hier können alle Aussteller und Besucher die Messe in angenehmer Atmosphäre fortsetzen.