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Den Anforderungen gewachsen

20.04.2010

Bohren: Hochdruckpumpen für die Stahl- und Chemieindustrie haben beeindruckende Dimensionen. Für die Bearbeitung dieser Komponenten sind Werkzeuge gefragt, deren Abmessungen weit über herkömmliche Größen hinausgehen. So ist bei Wepuko-Hydraulik beispielsweise Vollbohren mit 120 mm Durchmesser in Bohrtiefen bis 5 x D nichts außergewöhnliches. Der Bohrkopf dazu stammt von Komet.

Pumpen, Aggregate und Anlagen der Wepuko-Hydraulik GmbH aus Metzingen finden sich weltweit in Bereichen der Großhydraulik und Chemieanlagen. Entsprechend den hier verlangten Drücken und Förderströmen wachsen auch die Dimensionen der Komponenten. So hat beispielsweise eine Feder, über die der Druck einer liegenden Dreikolbenpumpe, die für Drücke bis 1500 bar und Förderströme bis 630 m3/h ausgelegt ist, einen Durchmesser von 115 mm. Das erfordert im Federgehäuse die Herstellung einer Bohrung mit einem Durchmesser von 120 mm bei Längen-/Durchmesserverhältnissen von bis zu 5 x D. Ähnliche Dimensionen finden sich aufgrund der hohen Volumenströme auch in Saugbohrungen von Pumpenkörpern. Hier wird auf 120 mm vorgebohrt und auf 125 mm Endmaß ausgespindelt.

„Solche Bohrungen in die Bauteile einzubringen war bisher nur in besonderen Verfahren des Tieflochbohrens möglich“, erzählen Thomas Weigle, Be-triebsleitung Wepuko, und Siegfried Pielok, Fertigungsplanung Wepuko. Mit einem von Komet hergestellten Bohrkopf zum Vollbohren mit 120 mm Durchmesser in große Bohrtiefen, können auch solche Großbauteile komplett in einem ebenfalls entsprechend dimensionierten Bearbeitungszentrum fertig gestellt werden.

Die besondere Herausforderung dieser Bearbeitungen liegt indes weniger im Bohrungsdurchmesser. Komet bietet beispielsweise die KUB-V46/V47- oder die KUB-V464-Wendeplatten-Bohrkronenbohrer bis 155 mm Durchmesser standardmäßig aus dem Katalog an. Anspruchsvoll werden die Bohraufgaben jedoch durch ihre Längen-/Durchmesserverhältnisse und das zu zerspanende Material. „Der hochfeste und langspanende Werkstoff erfordert im Bohrkopf beziehungsweise im Werkzeuggrundkörper ausgeprägte Spiralnuten zur Spanabfuhr“, erklärt Pielok.

Nach bewährtem Vorbild
Basierend auf dem Know-how der KUB-V464-Bohrkronen hat Komet für eine vorhandene ABS-Verlängerung mit Spiralkanälen einen Sonderbohrkopf entwickelt. Wie sein Vorbild ist auch dieser mit einer Zentrierspitze ausgestattet. Sie führt den Vollbohrer exakt in der Bohrachse und verleiht ihm die notwendige Maßhaltigkeit. Zur Reduzierung der Abdrängkräfte tragen auch die seitlich am Umfang des Bohrkopfes integrierten Abstützelemente bei. Angegliedert an die Zentrierspitze ist der Bohrkopf einseitig mit einer KUB-Trigon-Wendeschneidplatte und im Folgenden mit zwei und gegenüberliegend mit drei KUB-Quatron Wendeschneidplatten ausgerüstet.

Leicht pfeilförmig ausgebildet gewährleistet der Bohrkopf eine vergleichsweise kurze Spanbildung und einen ruhigen Lauf. Dennoch erfordert das in seiner Art große Werkzeug eine hohe Spindelleistung von 40 kW und eine extrem stabile Maschinenausführung, über die Wepuko in Form eines Sachman-Bearbeitungszentrums verfügt. „Für den Einsatz des Bohrers haben sich Schnittgeschwindigkeiten von 150 m/min bei einer Drehzahl von 400 min-1 mit einem Vorschub von 0,12 mm/U als ideal erwiesen“, ergänzt Pielok, der sich vor allem darüber freut, dass solche Bauteile nicht mehr zum Tieflochbohren nach außen vergeben werden müssen, sondern im Haus am BAZ fertiggestellt werden können. So spart die Bohrkrone von Komet den aufwendigen Transport der Großbauteile und Durchlaufzeiten bei der Fertigung von Dreikolbenpumpen.