Schwerpunkt

Qualitätssicherung

Qualität und Kosten im Griff

20.04.2010

Koordinatenmesstechnik: AmannGirrbach fertigt Artikel für die Dentaltechnik. Immer engere Toleranzen und mehr Freiformflächen erfordern eine hohe Qualitätssicherung. Zur taktilen und optischen Messung setzt das Unternehmen auf ein Contura G2 sowie ein O-Inspect von Carl Zeiss und hat Prüfzeiten und Ausschuss reduziert.

Hochpräziser Zahnersatz, bei dem die Auf- und Nacharbeit deutlich reduziert werden kann, ist im Dentalbereich wichtiger denn je. Eine hochgenaue Fertigung der Vorrichtungen für die Modellherstellung ist unumgänglich, um eine optimale Passgenauigkeit für den Zahnersatz zu gewährleisten. Deshalb sind sehr genaue Messgeräte zur Prüfung der Qualität der gefertigten Teile notwendig. Um den Kunden hochwertige Produkte bieten zu können, setzt AmannGirrbach neben einem taktil messenden Koordinatenmessgerät Contura G2 das Multisensorik-Messgerät O-Inspect für optisches und taktiles Messen ein.

O-Inspect wurde speziell für die Qualitätssicherung und Erstbemusterung kleiner, komplexer Teile der Kunststoffindustrie, Medizin- und Automobiltechnik sowie Feinmechanik entwickelt. Die Messmaschine verbindet hohe Flexibilität mit hoher Ergebnisstabilität – in einem Messvorgang und einer Aufspannung. O-Inspect arbeitet mit selbst entwickelten Zeiss-Sensoren: Neben dem Scanning-Sensor VAST XXT kommt ein neu entwickeltes, flexibles 12-fach-Zoom-Objektiv von Carl Zeiss zum Einsatz. O-Inspect ist so konfiguriert, dass sich die Sensoren im CNC-Betrieb beliebig und jederzeit automatisch wechseln lassen. Bei dem optischen Zeiss-Sensor handelt es sich um eine IP-CAM im Zusammenspiel mit dem 12-fach-Zoom. Dieser Sensor kommt nicht nur zum Einsatz bei kleinen Merkmalen, weichen oder empfindlichen Materialien, sondern auch wenn es um Teiledurchsatz geht. Ein ausgeklügeltes mehrfarbiges Beleuchtungssystem mit High-Power-LEDs, Multi-Sektoren-Ringlicht, Koaxiallicht, Durchlicht und Fremdlichtunterdrückung schafft die beim optischen Messen notwendigen guten Kontraste.

Reproduzierbare Prozesse
Veränderungen im Portfolio – mit immer engeren Toleranzen und der Zunahme von Freiformflächen – erforderten neue Wege in der Qualitätssicherung. Bei AmannGirrbach wurde schnell erkannt, dass sie mehr als nur ein notwendiges Muss ist. Die Einführung eines CAQ-Systems (Computer Aided Quality) erforderte zudem die Schaffung reproduzierbarer Prozesse, was die umfassende Qualitätssicherung der produzierten Werkstücke voraussetzt. Mario Fröhle, Leiter der Qualitätssicherung bei AmannGirrbach, unterstreicht: „Qualitätssicherung verkürzt und optimiert den Fertigungsprozess, soll aber nicht ausschließlich Aufgabe der QS-Mitarbeiter sein.“ Die einfache Bedienbarkeit der Zeiss-Koordinatenmessgeräte sei hier entscheidend, die Werkerselbstprüfung zur Selbstverständlichkeit geworden.

Koordinatenmessgeräte in der Qualitätssicherung haben bei AmannGirrbach den Prüfprozess deutlich verkürzt und den Ausschuss verringert. Werkstücke, deren Prüfung früher zehn Minuten dauerte, werden nun im CNC-Ablauf in gut drei Minuten geprüft. Aber nicht nur die Messzeitverkürzung war ausschlaggebend, auch die stetig wachsende Zahl von Form- und Lagetoleranzen erfordern flexible Methoden in der Qualitätssicherung. Hier zeigen sich auch die Vorteile der Scanning-Technologie von Carl Zeiss. Mit ihr können neben Längentoleranzen auch Form- und Lagetoleranzen mit einer Messung ausgewertet werden. Geringe Stückzahlen und unterschiedliche Teile erfordern ein häufiges Einrichten der Fertigungsmaschinen. Gerade hier ist es wichtig, ein Messsystem aus Koordinatenmessgerät und Messsoftware zu haben, das dem Maschinenbediener Korrekturwerte schnell und zuverlässig zurückmeldet. Mit der Messsoftware Calypso lässt sich die Qualität sowohl auf dem taktilen Koordinatenmessgerät Contura G2 als auch auf dem optisch-taktilen Koordinatenmessgerät O-Inspect prüfen. Der Anwender arbeitet somit immer unter der gleichen Benutzeroberfläche, unabhängig davon, auf welchem Messgerät er sein Werkstück prüft.