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Schneller mit Keramik

06.07.2010

Ceratizit hat ein neues Kurbelwellenaußenfräswerkzeug entwickelt, mit dem Schnittgeschwindigkeiten bis 1000 m/min erreicht werden. Möglich macht es der Einsatz von Schneidkeramik.

Immer wieder versprechen neue Schneidstoffe, die Wirtschaftlichkeit der spanenden Prozesse zu erhöhen. Aber nur einsatzfähige Werkzeuge nutzen den Anwendern wirklich etwas. Ceratizit verbindet die Vorteile von Hochleistungs-Schneidstoffen mit innovativen Werkzeuglösungen. Das erhöht die Schnittgeschwindigkeit und verbessert die Genauigkeit, etwa beim Fräsen von Kurbelwellen.

Patrick Zobl, Produktmanager für Kurbelwellenbearbeitung bei Ceratizit, hatte das Potenzial entdeckt: „Als Hartmetallexperte haben wir viel Erfahrung bei der Herstellung verschiedenster Schneidstoffe und der Entwicklung anwendungsorientierter Werkzeuge. So können wir immer wieder neue, optimierte Wege bei den Einsatzbereichen der Schneidstoffe gehen. Das haben wir auch diesmal getan und waren sehr erfolgreich.“

In dem Projekt bestand die Herausforderung darin, die Schnittgeschwindigkeit bei der Kurbelwellenbearbeitung deutlich zu erhöhen. Wegen der dadurch höheren Temperatur an der Schneidkante musste der Hartmetall-Schneidstoff durch Nitridkeramik ersetzt werden. Dadurch wurde es notwendig, eine zuverlässige Schraubenklemmung bei Keramikwendeplatten zu entwickeln, wofür die Entwickler von Ceratizit eine absolut zuverlässige Lösung mit eigener Mittellochgeometrie fanden.

Hierbei half das Know-how aus dem Entwicklungsprojekt MaxiMill HEC (High Efficiency Cutter). Mit MaxiMill HEC wurde ein Planfrässystem entwickelt, in das sowohl Hartmetall als auch Keramik und c-BN als Wendeschneidplatte verbaut werden können. Diese Idee hat Ceratizit-Entwickler Hannes Brandhofer aufgegriffen und auf das neue Kurbelwellenaußenfräswerkzeug angewandt. Das neue Werkzeugsystem besteht aus Fräsrad, Kassetten und schraubengeklemmten Wendeschneidplatten aus Keramik. Getestet wurde es an einer Kurbelwelle aus GGG-60.

Höhere Schnittgeschwindigkeit
Das ursprüngliche Hartmetall-Werkzeugsystem erreichte eine Schnittgeschwindigkeit von etwa 250 m/min. Beim Einsatz der Siliziumnitridsorte CTN3105 konnte die Schnittgeschwindigkeit auf 1000 m/min gesteigert werden, dadurch reduzierte sich die Eingriffszeit um 40 Prozent. Auch die Toleranzen des Bauteils wurden deutlich enger gehalten.

„Somit hat der Anwender erstmals die Möglichkeit bei der Kurbelwellenfertigung frei zu wählen: zwischen den konventionellen Schnittparametern mit Hartmetall oder der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung mit Schneidkeramik, mit der er die Eingriffszeit erheblich reduzieren kann“, resümiert Produktmanager Zobl den Hauptvorteil des neuen Werkzeugsystems. Zobl weiter: „Natürlich wird es sich bei Kurbelwellenfräswerkzeugen niemals um Produkte von der Stange handeln, sondern immer um um Hochleistungswerkzeuge mit Maßkonfektionierung.“