Das fertigung-Interview
Toolmanagement
Service aus einer Hand
06.07.2010
Mit einem flächendeckenden Netz an Service-Partnern erweitert Komet künftig sein Produkt- und Leistungsportfolio um einen Werkzeugservice. Mit der neuen Dienstleistungsmarke „Komet Service“ bietet der Werkzeughersteller einen weiteren Plus-Punkt seiner „Tools Plus Ideas“-Philosophie.
Ob professionelles (fabrikatsunabhängiges) Nachschleifen, individuelles Neubeschichten oder präzise Neubestückung, die Komet-Service-Partner bieten eine fachgerechte Ausführung und gleichbleibend hohe Qualitätsstandards, die für eine prozesssichere Werkzeugperformance sorgen sollen. Über den Werkzeugaufbereitungs-Service hinaus erhalten Kunden Standardwerkzeuge direkt von ihrem Service-Partner aus einem ab Lager verfügbaren KomPakt-Programm. Dieses beinhaltet alle wichtigen Themen wie Vollbohren, Feinbohren, Drehen, Aufbohren, Gewinden, Reiben, Fräsen, Maschinenaufnahmen und Adapter. Das Serviceportfolio umfasst ferner auch die Herstellung einfacher Vollhartmetall-Sonderwerkzeuge. In Partnerschaft mit dem Komet-Außendienst werden auch alle weiterführenden Fragen rund um die Bohrungsbearbeitung direkt vor Ort gelöst. In der Werkzeugaufbereitung sorgen exakte Vorgaben, streng kontrollierte und protokollierte Arbeitsabläufe auf Hightech-Maschinen für zuverlässig reproduzierbare Ergebnisse in Originalqualität. So werden durch die Aufbereitung der Werkzeuge Zerspanleistungen von bis zu 100 Prozent gegenüber einem neuen Werkzeug erreicht. Zudem sind Messprotokolle für alle nachgeschliffenen Werkzeuge erhältlich. Die räumliche Nähe der Servicepartner sowie der persönliche Ansprechpartner in Sachen Werkzeugaufbereitung sorgt für kurze Reaktionszeiten. Durch die erhöhten Werkzeugstandzeiten reduzieren sich Fertigungs- und Stückkosten; zusätzlicher Aufwand für die Beschaffung von neuen Werkzeugen wird reduziert und eine schnelle Wiederverfügbarkeit ist gewährleistet. Der Komet Service soll zudem eine transparente Kostenstruktur haben. Die Leistungen werden nach Preisliste beziehungsweise bei individuellen Wünschen nach einem detaillierten Angebot berechnet und sind daher exakt kalkulierbar.
Interview mit Christof W. Bönsch, Geschäftsführer Komet Group
Mit dem neu
en Werkzeugservice bietet Komet eine weitere Dienstleistung im Rahmen der Philosophie Tools Plus Ideas . Was zeichnet Ihren Service aus?
Es sind vier Elemente, die den Komet Service im Markt abheben. Das ist zum Einen das Nachschleifen und Neubestücken unserer Werkzeuge in Originalqualität. Die Komet Service-Partner haben exklusiven Zugang zu allen Geometriedaten und den entsprechenden Nachschleifzeichnungen für Komet-Werkzeuge. Zweites Element ist die nahtlose Einbindung der Partner in unseren Kunden-Support. Jeder Komet Service-Partner hat nicht nur einen Komet-Außendienstmitarbeiter direkt zugeordnet, sondern auch direkten Zugang zu Komet-Profis aus der Anwendungstechnik, die ausschließlich den Komet Service unterstützen. Drittens geben wir den Partnern unser KomPakt- Programm als Handelsware an die Hand. Dadurch wird eine noch intensivere und umfangreichere Kundenbetreuung durch unsere Partner gewährleistet. Wichtigstes Merkmal ist aber die individuelle Leistungsfähigkeit unserer Partner. Neben einem sorgfältigen Auswahlprozess und umfangreicher technischer Schulung durch Komet Service ist es vor allem die Kompetenz und langjährige Erfahrung im Nachschleifen, die unsere Partner auszeichnet und unsere Kunden begeistert. Ein weiteres Plus ist die Herstellung von einfachen Sonderwerkzeugen durch unsere Komet Service-Partner innerhalb von wenigen Tagen. Für den Kunden bedeutet das eine hohe Flexibilität in der Fertigung.
Welchen Anteil am Werkzeug-Geschäft soll künftig diese Dienstleistung einnehmen?
Wir denken hier eher in der Kategorie Kundenzufriedenheit als in kurzfristigen Umsatzsteigerungen. Wir waren darauf vorbereitet, dass ein innovatives Geschäftsmodell wie der Komet Service einige Jahre braucht, bis es sich etabliert. Die überaus positive Marktresonanz zeigt uns aber, dass wir deutlich schneller vorankommen und schon in diesem Jahr alle unsere Ziele bezüglich Umsatz und Profitabilität weit übertreffen. Sogar die Internationalisierung des Komet Service wird noch in diesem Jahr in Angriff genommen. Partner in Italien, Frankreich, Schweiz, Österreich und Tschechien sind bereits identifiziert.
Im Jahr 2008 hat Komet 21,2 Mio. Euro unter anderem in die Ideen-Fabrik und Infrastruktur investiert. Wie hat sich die Ideen-Fabrik in den vergangenen zwei Jahren entwickelt?
Die Ideen-Fabrik ist der erste Meilenstein auf dem Weg zum integrierten Dienstleistungskonzept von Komet gewesen. Der erste greifbare Beweis für das Tools Plus Ideas. Natürlich haben wir unsere Planungen der Krisensituation angepasst. So haben wir in 2009 die Zertifizierung (AZWV) der Ideenfabrik als offiziellen Bildungsträger erreicht. Wir sind damit auch eine von der Bundesagentur für Arbeit anerkannte fachkundige Stelle und ein zugelassener Träger für die berufliche Weiterbildung. Die Ideen-Fabrik erfüllt aber auch intern die Funktion einer Plattform für alle Weiterbildungsinitiativen und Verbesserungskonzepte. Die Komet-Mitarbeiter haben sich zur unentgeltlichen Weiterbildung außerhalb der Arbeitszeit in sogenannten „Plus-Referaten” verpflichtet. Auch hierfür ist die Ideen-Fabrik Veranstaltungsort und Inspiration zugleich. Investitionen in Infrastruktur sind nur schwer (objektiv) zu rechnen. Die Ideen-Fabrik als Keimzelle für Kundenseminare, interne Weiterbildung, Verbesserungsvorschläge aus unserem Ideenmanagement und zahlreiche KVP-Initiativen zeigt uns aber, dass Investitionen in Innovation sich immer auszahlen.
Mit welchen neuen Werkzeugen wird Komet auf der AMB überraschen?
In diesem Jahr werden wir mit 15 Produktneuheiten auf der AMB präsent sein und damit die Anzahl der Innovationen gegenüber der EMO 2009 nochmal erhöhen. Wir haben im Jahr 2009 besonders intensiv an Produktneuheiten gearbeitet, die wir nun vorstellen werden. In allen Komet-Produktlinien zum Bohren (Komet), Reiben (Dihart) und Gewinden (Jel) wird es interessante Neuigkeiten geben. Mit dem MicroKom BluFlex stellen wir ein Feinspindelwerkzeug mit einer Auslese der Positionsanzeige außerhalb des Barbeitungsraums vor. Hierbei wird die Bluetooth-Technologie verwendet. Hoher Bedienkomfort und erhöhte Drehzahlen sind praktischer Nutzen dieser Gerätegeneration. Bei den Jel-Produkten erweitern wir unser Programm an Mini- und Mikrowerkzeugen und stellen außerdem Composite-Werkzeuge aus unterschiedlichen Hartmetallsorten für Gewindeformanwendungen vor. Im Dihart-Programm werden Werkzeuge für Automobilanwendungen im Vordergrund stehen, die ein besonders komfortables und einfaches Handling bei der Feineinstellung haben. Neben vielen weiteren Neuheiten werden wir auch erstmals unsere neue Generation der ABS-Schnittstelle vorstellen. Hier ist es uns gelungen die ohnehin schon sehr stabile Schnittstelle durch eine 30-prozentige Erhöhung der Spannkraft nochmals zu verbessern.
In den kommenden drei Jahren wollen Sie ihren Marktanteil verdoppeln. Wie sieht der Weg aus zu diesem Ziel?
Neben dem technischen Vorsprung unserer Produkte, den wir bei unseren Kunden täglich unter Beweis stellen, rückt ein überzeugendes Konzept zum Service rund um das Werkzeug mehr und mehr in den Vordergrund. Kompetente Ansprechpartner vor Ort, ein komplettes und gleichzeitig klar verständliches Produktangebot, die Projektierung von Komplettbearbeitungen, unser Trainingsangebot in der Ideen-Fabrik und natürlich die Werkzeugaufbereitung durch den Komet Service mit all diesen Dienstleistungen haben wir uns klar im Sinne eines hohen Kundennutzens positioniert. In unserem Dihart-Programm bieten wir zudem die Hochleistungsreibwerkzeuge Monomax, Reamax und Reamax TS in Standardabmessungen ab Lager mit sofortiger Verfügbarkeit an. Die Marktresonanz auf dieses Angebot zeigt uns, dass wir auch hier auf dem richtigen Wege sind unsere ambitionierten Ziele umzusetzen.
Wie hat sich für Komet das Jahr 2010 bis heute entwickelt? Haben sich die Märkte und Zielgruppen etwas verlagert?
Mit dem bisherigen Verlauf des Jahres sind wir sehr zufrieden. Die im letzten Jahr durchgeführten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung haben gegriffen und erlauben uns auch zukünftige Marktbedürfnisse zu erfüllen. Insbesondere die stetig zunehmende Zahl an Projekten im osteuropäischen und asiatischen Raum ist ein Trend, der auch für uns als Hersteller von Präzisionswerkzeugen eine Herausforderung darstellt. Wir haben mit der Erweiterung unserer Produktionsstätten in Polen, Indien und China diesem Trend Rechnung getragen.




