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Sonderteil D+A+CH

Edelmetall jagt Bakterien

25.08.2010

Kühlschmiermittel-Konzentrat: Jetzt ist Schluss mit chemischen Keulen in der Werkzeugmaschine. Die Schweizer Motorex AG präsentiert mit Swisscool Tresor PMC einen Kühlschmierstoff, der mit bioaktiven Edelmetallen das Bakterien-Wachstum biozidfrei kontrolliert und nachhaltig begrenzt.

Fliegen bei der Bearbeitung von Metallen die Späne, muss kräftig gekühlt und geschmiert werden. Kühlschmierstoff flutet über Werkzeug und Werkstück. Wasser vermischt mit feinstdispersen Öltröpfchen bildet eine Emulsion, die wirksam kühlt und die Reibung reduziert. Die Emulsionen beinhalten zudem Additives, welche für optimale Zerspanungsleistung und hohe Oberflächengüten sorgen.

Durch den Eintrag von Verschmutzungen über Rohmaterialien, von Lecköl und von anderen Verunreinigungen wird das Wachstum von Mikroorganismen im Emulsions-Kreislauf gefördert. Befüllt man den Kühlmittelkreislauf der Werkzeugmaschine mit Motores Tresor PMC (Precious-Metal-Catalyst), macht ein Edelmetall-Katalysator – der patentierte BacCrack von Motorex – radikal Jagd auf Bakterien.Dabei schwimmen unsichtbare kleine Edelmetallpartikel im Kühlschmiermittel mit. Treffen sie unterwegs auf Bakterien, werden diese kurzerhand katalytisch vernichtet. Dank diesen allgegenwärtigen feinstverteilten PMC-Katalysatoren kann eine unerwünschte Bakterien-Population gar nicht erst entstehen. Da Edelmetall edel bleibt, verliert der Katalysator seine Wirkung über die Befülldauer des Kühlschmierstoffes nicht und die Standzeit der Füllung verlängert sich wesentlich.

Erfüllt die strengsten Richtlinien
Chemiker und Ingenieure von Motorex haben zusammen mit externen Biologen viele Mannjahre in diese Neuentwicklung investiert. Dabei stand ihnen der erfahrene Motorex-Industriespezialist Stjepan Maric federführend zur Seite. Von der Idee über die Entwicklung mit umfangreichen Praxistests bis zum fertigen Produkt wurden jedem Aspekt dieser Neuentwicklung Rechnung getragen und alle relevanten Gesichtspunkte kritisch hinterfragt.

Meine Meinung

„Innovation ist Chefsache“, meinte Motorex-Vorstand Peter Regenass-Bucher ganz lapidar, als er die Idee zu Tresor PMC anlässlich der Pressekonferenz skizzierte. Aus seinem „Aquarienversuch“ ist in wenigen Entwicklungsjahren ein innovativer Kühlschmierstoff entstanden, der „weltweit grüne Spuren hinterlassen wird“, so der umweltbewusste Vorstand. Dass Motorex mit Swisscool Tresor PMC eine echte Innovation gelungen ist und die Schweizer Tüftler den Anwendern nicht zu viel versprochen haben, beweisen die ersten positiven Einsätze in der Industrie.
Jürgen Gutmayr, Redaktion fertigung

„Swisscool Tresor PMC ist ein Kühlschmierstoff, der nicht kippt und nicht stinkt“, bringt es der VR-Präsident Bucher AG Langenthal Motorex-Schmierstoffe, Peter Regenass-Bucher, auf den Punkt. „Tresor PMC funktioniert ohne chemische Keule und ist nicht meldepflichtig!“ Die Rezeptur von Tresor PMC weist nach seinen Angaben keine für Mensch und Umwelt problematischen Stoffe auf. Das Produkt ist nicht nur borfrei, bakterizidfrei, fungizidfrei, aminfrei sowie chlorfrei, sondern ist auch in die tiefste Wassergefährdungs-Klasse WGK 1 eingestuft. Diese neuartige Rezeptur erfüllt bereits heute die erst ab dem Jahr 2014 gültigen, noch strengeren EU-Biozide-Richtlinien.

Wirtschaftlichkeit steigt
Eine ganz zentrale Entwicklungsvorgabe war, dass bei der Performance in der Fertigung absolut keine Kompromisse gemacht werden dürfen. In den Praxistests hat sich mehr als bestätigt, dass die Neuentwicklung in punkto Zerspanungsleistung und Werkzeugstandzeit ein sehr hohes Niveau garantiert. Dazu kommen die insgesamt niedrigen Einsatzkonzentrationen, die daraus resultierenden vorteilhaft geringen Nachfahrraten und die besseren Werkzeugstandzeiten. Durch den deutlich gesenkten KSS-Verbrauch und den verminderten Wartungsaufwand sowie den Wegfall von zusätzlichen Steuerungs-Chemikalien soll auch die Wirtschaftlichkeit nachhaltig ansteigen.

Motorex-Industriespezialist Stjepan Maric (links) und Vorstand Peter Regenass-Bucher: „Swisscool Tresor PMC erfüllt bereits heute die erst ab dem Jahr 2014 gültigen, noch strengeren EU-Biozide-Richtlinien.“ Bild: fertigung

Nach ersten erfolgreichen Praxistests im Jahr 2007 konnten ganze Fertigungszentren bei Anwendern aus dem In- und Ausland befüllt werden. So erzielte der deutsche Werkzeughersteller Mapal beim Einsatz seiner Tools eine hohe Langzeitstabilität bei verlängerten Werkzeugstandzeiten. „Das Feinbohren von Nockenwellenlagerbohrungen ist ein Härtetest, an dem wir die Qualität eines Kühlschmierstoffs messen können“, erklärt Dirk Sellmer, Leitung Versuch & Entwicklung, Mapal Dr. Kress KG. „Viele Kühlschmierstoffe scheitern hier aufgrund mangelnder Schmierwirkung. Tresor PMC konnte hier doppelt punkten, denn es absolvierte diese Aufgabe nicht nur hervorragend, sondern kam auch mit einem äußerst geringen Konzentrationswert von 6 Prozent aus.“ Auch Jürg Haltinger, Inhaber der Schweizer Rätia Mechanik AG, bescheinigt dem Kühlschmierstoff Bestwerte und ein sehr gutes Abfließverhalten: „Wir konnten die Nachfahrrate und somit den Verbrauch bei unserer 9000  l fassenden Anlage von 1,5 Prozent auf 0,8 Prozent senken – der Kühlschmierstoff läuft sehr gut von Werkstück und Span ab.“

Die anspruchsvolle Formulierung von Tresor PMC erfordert in der Herstellung spezielle Installationen und genau überwachte Prozesse. Motorex investierte am Standort Langenthal in neue Produktionsanlagen mit Online-Monitoring, welche eigens zur Herstellung des neuen Kühlschmierstoffes dienen.