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Sonderteil D+A+CH

Perfekter Einstieg

25.08.2010

TNC-Steuerung: Vor Kurzem hat sich die Schweizer Robert Ott AG um das Geschäftsfeld Medizinaltechnik erweitert. Den Forderungen nach höchster Präzision begegnet das Unternehmen mit zwei Fehlmann-Werkzeugmaschinen Versa Picomax 825, ausgestattet mit iTNC-Steuerungen von Heidenhain zur direkten Programmierung in der Werkstatt.

Das Schweizer Unternehmen Robert Ott AG folgt dem Anspruch „Präzision ist kein Zufall“ und verfügt über reichlich Erfahrung in der hochautomatisierten Herstellung von Werkstücken und Baugruppen für die unterschiedlichsten Branchen. Seit der Gründung 1989 ist das Unternehmen auf knapp 50 Mitarbeiter angewachsen, Tendenz steigend. Der Selbstverpflichtung, eine hohe Qualität mit einer kostenoptimierten Produktion zu vereinen, wird durch hochqualifizierte Mitarbeiter und einem modernen Maschinenpark Rechnung getragen.

Das neue Feld der Medizinaltechnik hat Geschäftsführer Robert Ott erst vor Kurzem ins Visier genommen. Zusätzlich zur bestehenden Zertifizierung nach ISO 9001-2000 wird mit der Zertifizierung nach der Medizinnorm ISO 13485 ein wichtiger Anspruch der neuen Kunden erfüllt. Inzwischen produziert das Unternehmen mit gutem Erfolg chirurgische Instrumente. Diese verfügen über besonders komplexe Formen und werden bei aufwändigen Operationen eingesetzt.

Aufgabenstellung und Lösung
Die neuen Unternehmensziele sollten schnell in die Praxis umgesetzt werden. Deshalb musste eine Werkzeugmaschine mit einer Steuerung gefunden werden, die einen schnellen, unkomplizierten Start ermöglicht. Die Aufgabe: Die komplexen Formen der „neuen Werkstücke“ verlangen eine simultane Bearbeitung in fünf Achsen. Entsprechend aufwändig sind die Bearbeitungsprogramme, die aufgrund der geringen Losgrößen von 5 bis 100 Einheiten besonderes zeitsparend erstellt werden müssen. Die Kombination dieser Bedingungen stellt eine große Herausforderung für einen effizienten Produktionsprozess dar.

Um schnell mit der Produktion der neuen Werkstücke beginnen zu können, sollten die Programme direkt an der Maschine erstellt werden. Die bisher eingesetzten Steuerungen eigneten sich jedoch nicht, um die komplexen Programme mit vertretbarem Aufwand in der Werkstatt zu erstellen und zu optimieren. Die passende Lösung fand Ott gleich in der Nachbarschaft. Beheimatet im selben Ort, lieferte der Maschinenhersteller Fehlmann eine Versa Picomax 825, die ausschließlich mit einer Heidenhain-Steuerung iTNC zu haben ist. Für eine gleichbleibend hohe Werkstück-Präzision ist KinematicsOpt im Einsatz. KinematicsOpt ist eine Software-Option, die direkt in die iTNC 530 integriert wird. Sie eliminiert Abweichungen von Drehachsen aufgrund von thermischen Einflüssen und kompensiert deren Drift. Der Bediener kann so mittels KinematicsOpt die Drehachsen an seiner Fräsmaschine selbständig nachkalibrieren, der entsprechende Messvorgang dauert nur wenige Minuten. Ein Lasersystem vermisst die Werkzeuge automatisch und leistet einen wichtigen Beitrag für die Maßhaltigkeit der gefertigten Werkstücke.

Das Ziel, direkt in der Werkstatt zu programmieren, wurde mit der neuen iTNC-gesteuerten Maschine zügig umgesetzt: Die betroffenen Werker lernten in einer zweiwöchigen Schulung bei Fehlmann die Klartext-Programmierung der Heidenhain-Steuerung kennen. Das neue Wissen ließ sich umgehend in die Praxis umsetzen. Schon nach kürzester Zeit war die Bearbeitung von komplexen Konturen mit nur wenigen Aufspannungen Standard. Inzwischen ist eine zweite Maschine von Fehlmann hinzugekommen, die binnen weniger Tage produktiv im Einsatz war.

Zu ihren neuen Erfahrungen befragt, loben Robin Suter und Lukas Dietiker die klassischen Stärken der iTNC: Ihnen bietet der Editor einen völlig neuen Komfort. Ähnliches gilt auch für die Funktionen der Schwenkbearbeitung – die TNC-Funktion „Plane Spatial“ wird besonders gern für die Bearbeitung in der „schiefen Ebene“ genutzt. Auch die vielen praxisnahen Heidenhain-Zyklen gelten inzwischen als unverzichtbar. Nur Programmteile mit sehr komplexer Mehrachsbearbeitung entstehen in einem externen Programmiersystem. Alles andere leistet der Klartext-Dialog direkt an der Maschine. Das geht unkompliziert und schnell, auch dann wenn die Werkstückzeichnung nicht immer passend bemaßt ist.

Erfahrung und Weiterentwicklung
Die Heidenhain iTNC hat in den letzten Jahren viel dazugelernt, um sich in einer hochautomatisierten Fertigung hervorragend zu behaupten. Die Anbindung an CAD/CAM-Umgebungen ist inzwischen gängige Praxis. Gute Tugenden, wie die Programmierung in der Werkstatt, blieben dabei nicht auf der Strecke, sondern wurden konsequent weiterentwickelt. Und das macht die iTNC gerade für ein mittelständisches Unternehmen wie die Robert Ott AG so wertvoll.

Mit der leistungsfähigen Programmierung an der Maschine hat die Heidenhain-Steuerung bei Ott die Umstellung auf neue Produkte erleichtert und bessere Voraussetzungen geschaffen, schnell auf geänderte Anforderungen zu reagieren und neue Ziele zu erreichen.

Der Erfolg der Umstellung zeigt sich auch bei Terminen und Kosten. Die effiziente, dialoggeführte Programmierung minimiert den Aufwand im Vorfeld. Während der Bearbeitung sorgen optimierte Bearbeitungsstrategien und die automatisierte Werkzeugvermessung für einen zügigen und problemlosen Ablauf. Der regelmäßige Einsatz von KinematicsOpt hilft, die hohe Werkstück-Präzision dauerhaft zu wahren. Die Kombination dieser Vorteile führt zu einem besonders wirtschaftlichen Fertigungsprozess. Aus Sicht von Ott verlief der Umstieg auf die iTNC praktisch reibungslos und half dem aufstrebenden Unternehmen beim Realisieren eines neuen Produktspektrums. Zukünftig möchte er die Produktion der medizinischen Instrumente noch weiter automatisieren und die Bearbeitungsprogramme vollständig mit Programmiersystemen erstellen. Auch das wird die iTNC problemlos mitmachen und so neuen Spielraum für weitere Unternehmensziele schaffen.