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Sonderteil D+A+CH

Störung ausgeschlossen

25.08.2010

Messtaster: Mit dem neuen TC63-30 erweitert Blum sein Portfolio um einen Messtaster mit verstärkter Bauform. Er ist das modulare Gegenstück zum TC60 und verfügt ebenso über die neueste BRC-Funktechnologie mit zuverlässiger Signalübertragung.

Das vornehmliche Einsatzgebiet des TC63-30 sind nach Aussage von Blum-Vertriebsingenieur Norbert Findeisen große Fertigungszellen, beispielsweise in der Motoren- und Getriebefertigung, in denen zwingend Verlängerungen eingesetzt werden müssen und dabei eine ständige Sichtverbindung zwischen Messtaster und Empfänger nicht garantiert werden kann. „Wenn zum Beispiel ein sehr großes Getriebegehäuse vermessen werden soll, bei dem der ganze Messtaster inklusive Übertragungseinheit in das Werkstück eintaucht, ist diese Messaufgabe mit einem Infrarotmesstaster nur schwer zu meistern“, erklärt Findeisen. „Mit dem TC63-30 ist dies sehr einfach realisierbar, da er aufgrund der modularen, verstärkten Bauweise schnell an den jeweiligen Einsatzfall angepasst werden kann, und zudem – dank der neuartigen Funktechnologie – eine zuverlässige Signalübertragung garantiert.“

Wie der TC60 zeichnet sich auch der TC63-30 durch eine äußerst schnelle und robuste Datenübertragung aus. Anstatt der auf dem Markt üblichen Übertragung via Kanalsprungverfahren oder Kanalzuordnung, sendet der Messtaster TC63-30 seine Daten mittels der im eigenen Hause vorangetriebenen BRC-Technologie. Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass jedes einzelne Bit eines Funksignals über einen großen Frequenzbereich gesendet wird, was die Übertragung besonders unempfindlich gegen Störeinflüsse macht.

Kurze Übertragungszeit
Andererseits punktet die Blum-Technologie durch eine sehr kurze Übertragungszeit. Funktaster-Systeme benötigen üblicherweise 10 ms und mehr für die Übertragung des Schaltsignals. In der Praxis kommt es jedoch vor, dass Anwender mit einer anderen Messgeschwindigkeit messen, als mit der das System kalibriert wurde. Dadurch können erhebliche Messfehler entstehen. Der Grund hierfür kann entweder die Angst des Anwenders vor einer Kollision mit dem Werkstück sein oder der Irrglaube, dass eine geringere Antastgeschwindigkeit eine präzisere Messung bedeutet. Da die BRC-Technologie nur 1,7 ms für die Übertragung benötigt, kann dieser Fehler nahezu eliminiert werden.

Der TC63-30 von Blum ist im Prinzip eine Kombination aus dem Mess-taster TC76, anwendungsspezifischem Zubehör wie Verlängerungen – bis maximal 900 mm erhältlich – und Winkelstücken sowie einem Gehäuse mit integrierter Funkübertragung. Die eigentliche Messwerterfassung erfolgt über den adaptierten Messtaster, in dem auch das bewährte shark360-Messwerk zu finden ist. Dank dieser Messwerktechnologie ist beispielsweise eine ziehende Messung durchführbar, was sich gerade bei den erwähnten Anwendungen auszahlt, da sich dadurch Fertigungsabläufe vereinfachen und beschleunigen lassen.

Automatisierter Prozess
Wo früher die Bearbeitung unterbrochen werden musste, um dann das Werkstück manuell oder auf einer Messmaschinen zu vermessen, läuft dieser Prozess jetzt automatisiert im Bearbeitungszentrum ab. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Messwerk aufgrund der integrierten Planverzahnung, vor allem bei Verwendung von gekröpften Messeinsätzen, eine deutlich höhere Messgenauigkeit als vergleichbare Messtaster bietet. Die Schaltsignalgenerierung erfolgt nicht über einen mechanischen Kontakt, sondern optoelektronisch über die Abschattung einer Miniaturlichtschranke im Inneren des Messtasters. Dadurch arbeitet er absolut verschleißfrei und garantiert über viele Jahre hinweg höchste Zuverlässigkeit auch unter widrigsten Arbeitsbedingungen. Weitere Vorteile des TC63-30 sind die lange Batteriestandzeit und das benutzerfreundliche Anlernverfahren zwischen Messtaster und Basisstation. Geht man von einer in der Industrie üblichen Auslastung von fünf Prozent aus, liegt die Zeitspanne bis zum Batteriewechsel bei etwa vier Monaten.

Vier Fragen an Alexander Blum, Blum-Novotest
„Positive Entwicklung“

Alexander Blum ist neben seinem Vater Geschäftsführer von Blum-Novotest. fertigung wollte von ihm wissen, wie er die Entwicklung der DACH-Märkte einschätzt und welche Erwartungen er an die Messe AMB 2010 in Stuttgart hat.

In Deutschland sind die Auftragseingänge im Maschinenbau in den letzten Monaten im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Nach den starken Einbrüchen in der Finanz- und Vertrauenskrise war eine einsetzende Erholung für nicht wenige Unternehmen zwingend zum Überleben oder zumindest zur Vermeidung von massiven Personalanpassungen nötig. Im internationalen Vergleich ist der deutsche Maschinenbau bei Qualität und technischem Niveau stark wettbewerbsfähig. Preislich wäre eine anhaltende Rückkehr des Euro-Wechselkurses auf ein vernünftiges Niveau im Kaufkraftvergleich zusätzlich von Vorteil. Große Potenziale zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit liegen für viele deutsche Maschinenbauer noch in der Senkung der Herstellkosten durch Automatisierung sowie fertigungs- und montagegerechter Konstruktion. Sollte es zu keiner gesamtwirtschaftlichen Belastung aus der Entwicklung der Bankengeschäfte, Immobilienmärkte und Staatsdefizite kommen, darf im Maschinenbau während des 2. Halbjahres auf eine kräftigere Beschleunigung der Marktentwicklung in Europa und Nordamerika gehofft werden. Gegenläufig könnte hier die mögliche Abkühlung der chinesischen und koreanischen Nachfrage im Investitionsgüterbereich gegen Jahresende wirken.

Wie stellt sich aus Ihrer Sicht der österreichische Markt aktuell dar?
Aufgrund vieler gleicher Randbedingungen zu Deutschland ist kein wesentlicher Unterschied in der Entwicklung zu erwarten. Hilfreich könnte für den österreichischen Maschinenbau die engere Vernetzung mit den sich schneller positiv entwickelnden Märkten in den jüngeren EU-Ländern im Osten sein. Auch in Österreich dürfte sich die Erholungsgeschwindigkeit nach zögerlichem Beginn im Herbst steigern.

Auch die Schweiz ist ein wichtiger Markt für Sie. Welche Erwartungen haben Sie mit Blick auf die Zeit nach der Krise an diesen Markt?
Die Abschwächung des Euro im Dollar- und Yen-Raum während des 2. Quartals sah gleichzeitig eine Stärkung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. Trotz dieser nicht optimalen Voraussetzung dürfte der Schweizer Maschinenbau die Entwicklung in Österreich und Deutschland in ähnlicher Weise mitmachen. Aus meiner Sicht wird die Exportstärke des Schweizer Maschinenbaus, speziell auch wegen seiner teils sehr intelligent platzierten Nischenprodukte, anhalten. Positiv wirkt sich hier die traditionell sehr gute internationale Aufstellung der Schweizer Firmen und Verbände aus. Die anhaltenden, gezielten Investitionen im Inland in Automation und die große Innovationskraft kann die Wettbewerbsfähigkeit noch steigern.

Viele Firmen aus dem Maschinenbau hoffen durch die AMB auf eine Trendwende. Welche Erwartungen haben Sie an diese Messe?
Sowohl die AMB als auch die IMTS in Chicago bewerte ich als Messen mit wichtiger Signalwirkung. Wünschenswert wäre ein Signal zur stärkeren Belebung der Absatzmärkte in Europa und Nordamerika. Ob es dazu kommt, hängt neben der gesamtwirtschaftlichen Lage diesmal stärker von professionellen Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten der Aussteller ab. Bleibt dieses Signal aus, muss für weitere 6 bis 12 Monate mit einer nur sehr schleppenden Erholung oder sogar mit weiteren Einbrüchen gerechnet werden.