Video game Controller. - Bild: fotokitas - stock.adobe.com

Nicht nur Videospiel-Controller sind Game Changer, Werkzeuge können das auch sein. - Bild: fotokitas - stock.adobe.com

| von Sabine Königl

Tobias Hauff, Fertigungsleiter bei der Otto Martin Maschinenbau GmbH & Co. KG, schwärmt: "Was unsere Holzbearbeitungsmaschinen heute können, ist einfach unglaublich. Präzise aufs Hundertstel und ausgestattet mit modernen Touch-Screen-Steuerungen, die den Bediener in allen Belangen unterstützen. Unsere Formatkreissägen, Tischfräsen und Hobelmaschinen sind aufgrund ihrer Präzision und Langlebigkeit klar im Premiumsegment angesiedelt, haben daher auch ihren Preis. Aber unsere Kunden wissen den Wert von guten Maschinen zu schätzen, sind sie heutzutage doch ihr tägliches Handwerkszeug. Auch wir sind auf eine hervorragende Werkstattausstattung angewiesen. Anders sind die mehr als 1100 Maschinen, die wir jährlich verkaufen, auf diesem Qualitätslevel nicht zu produzieren."

Vor einiger Zeit stellte das Unternehmen fest, dass die Werkzeuge zum Spindeln von Passungen nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen. "Mit dieser Tatsache konfrontiert, erinnerte ich mich", so erzählt Hauff, "an eine Begebenheit währen meiner Ausbildung. Wir mussten eine große Passung auf extreme Tiefen aufspindeln. Mein Lehrmeister sagte damals nur: Nimm gleich den Kaiser, der funktioniert immer."

"So entstand der Wunsch, verschiedene Werkzeuge in unserem Haus zu testen. Da auch unsere Geschäftsleitung technischen Verbesserungen immer offen gegenübersteht, hatte ich sofort die Freigabe, verschiedene Systeme testen zu lassen. Sehr schnell waren sich meine Mitarbeiter einig: Von Big Kaiser funktioniert einfach alles. Einmal eingestellt, ist es standfest und passt genau."

Spannturm mit einem Feinbohrkopf und einer Mega Synchro Aufnahme. - Bild: Big Kaiser GmbH
Alexander Hartl (links) und Tobias Hauff vor einem Spannturm mit einem Feinbohrkopf und einer Mega Synchro Aufnahme. - Bild: Big Kaiser GmbH

„Martin Maschinenbau wollte damals einen Spannturm bauen“, erzählt Alexander Hartl, Anwendungstechniker bei Big Kaiser. „18F7-Passungen mit konzentrischem M12-Gewinde zum Spannen dahinter, und zwar 987 davon. In punkto Standfestigkeit ist das natürlich eine Herausforderung. Aber solange wir alles ordnungsgemäß nach unseren Parametern einstellen, ist das kein Problem. Eine weitere Hürde war, dass der Turm als großer Quader aus zusammengeschweißten Platten bestand. Konstruktionsbedingt mussten wir also eine ganze Reihe der Passungen und Gewinde durch Schweißnähte fertigen.“

„Ich war am Anfang skeptisch“, gibt Maschinenbediener Andreas Schindler zu. „Aber nun bin ich beeindruckt: Die Leistung überzeugt. Einfach einstellen, und das Programm läuft durch.“

„Die Werkzeuge halten nicht nur ein wenig länger“, erklärt Hauff begeistert. „Wir reden hier über erhebliche Unterschiede, fast den Faktor zwei. Insbesondere bei unseren Spanntürmen macht sich das bemerkbar: ein CNC Programm, das durchläuft – langwieriges manuelles Nachstellen des Werkzeugs entfällt. Nun können wir einen ganzen Spannturm unterbrechungsfrei herstellen. Ohne den Feinbohrkopf nachzustellen oder gar die Wendeschneidplatte zu wechseln. Das ist ein richtiger Game Changer; so fertigen wir die Spanntürme mannlos, ohne böse Überraschungen.“

Der Feinbohrkopf im Detail. - Bild: Big Kaiser GmbH
Der Feinbohrkopf im Detail. Noch kommt ein Nonius zum Einsatz. In Zukunft werden elektronische Feinbohrköpfe getestet. - Bild: Big Kaiser GmbH

Automatischer Längenausgleich reduziert Schnittkräfte

„Beim Spannturm kommt es auch sehr auf das prozesssichere Schneiden der Gewinde an“, erläutert Hartl. „Deshalb habe ich die Mega-Synchro-Aufnahme vorgeschlagen. Beim maschinellen Schneiden von Gewinden muss die Rotation des Gewindeschneiders genau zum Vorschub passen. Bei Systemen ohne Längenausgleich kommt es häufig vor, dass der Gewindeschneider durch die hohen Schnittkräfte abbricht. Der Bediener muss nach dem abgebrochenen Stück suchen – bei knapp 1000 Gewinden gar nicht so einfach. Das stört den Prozess natürlich erheblich. Durch den automatischen Längenausgleich kompensiert die Mega-Synchro-Aufnahme Synchronisationsfehler beim Gewindeschneiden. Die auftretenden Schnittkräfte sinken um bis zu 90 Prozent.“

„Da geht es hauptsächlich um Vertrauen“, meint Schindler. „Um einen Spannturm durchlaufen zu lassen, muss ich mich als Mitarbeiter auf das Werkzeug verlassen können.“

Ein fertiger Spannturm. - Bild: Big Kaiser GmbH
Ein fertiger Spannturm mit 987 Löchern bei Martin Maschinenbau. Dort werden die Teile der Maschinen eingespannt. - Bild: Big Kaiser GmbH

Auch in der regulären Produktion ist Zuverlässigkeit wichtig. „Wir fertigen oft kleine Serien, meist weniger als 80 Teile“, erklärt Hauff. „Der Mitarbeiter kann sich anschließend auf das nächste Teil konzentrieren und muss nicht bangen, ob das Aktuelle richtig durchläuft. Zudem setzen wir auf die Strategie, gleiche Durchmesser hintereinander zu fertigen. Mit den Big Kaiser-Werkzeugen kann der Bediener den Feinbohrkopf gleich in der Maschine lassen – für das nächste Teil.“

„Nun können wir einen ganzen Spannturm unterbrechungsfrei herstellen. Ohne den Feinbohrkopf nachzustellen oder gar die Wendeschneidplatte zu wechseln. Das ist ein richtiger Game Changer; so fertigen wir die Spanntürme mannlos, ohne böse Überraschungen.“

Tobias Hauff, Otto Martin Maschinenbau

Einfacher Zusammenbau reduziert Zeitaufwand

Die Werkzeuge von Big Kaiser sind einfach zu bedienen. Martin Maschinenbau beispielsweise kommt mit drei verschiedenen Wendeplattensorten aus. Bei der Verwendung bieten die Werkzeuge Zuverlässigkeit und höchste Präzision. Auch der Zusammenbau funktioniert einfach: Verlängerungen werden seitlich durch eine Schraube fixiert.

„Ich kann die Werkzeuge einfach zusammenbauen“, sagt Lukas Ertl von der Werkzeugausgabe bei Martin Maschinenbau. „Bei den anderen Werkzeugen muss man von hinten ran und bei einer Änderung erst alles auseinandernehmen. Das entfällt hier.“ 60 Prozent der Spindelwerkzeuge bei Martin Maschinenbau sind bereits von Big Kaiser. „Wir verwenden jetzt noch die restlichen 40 Prozent bis zum Ende ihrer Lebensdauer und steigen dann komplett um. Andere Spindelwerkzeuge kommen für uns nicht mehr infrage.“

Hartl hat noch eine Überraschung: „Wir bringen demnächst elektronisch einstellbare Feinbohrköpfe heraus. Sie lassen sich automatisch nachstellen und auf einen anderen Durchmesser einstellen.“

 

Quelle: Big Kaiser GmbH

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