| von Jürgen Gutmayr

Markus Heseding, Geschäftsführer des Fachverbandes Präzisionswerkzeuge, bezifferte den aktuellen Marktanteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland auf etwas mehr als ein Prozent. Weil die Politik auf emissionsfreie Fahrzeuge poche, investiere die Automobilindustrie vor allem in die Weiterentwicklung des Elektromotors. "Fahrzeuge mit Verbrenner werden aber nicht verschwinden", ist Heseding überzeugt. Die Zahl der weltweit produzierten Fahrzeuge werde von derzeit 93 Mio. auf 120 Mio. im Jahr 2030 steigen. Bei gleichbleibendem Niveau für Verbrenner und steigendem Anteil an E-Autos. Erst danach nehme der Anteil an Verbrennungsmotoren und damit an zerspanbaren Bauteilen im Auto ab.

Gute Zukunftsperspektiven

Jochen Kress sieht in dieser Entwicklung sowohl Risiken als auch Möglichkeiten. "Ein Auto wird immer einen Motor haben, manche auch zwei oder drei." Als Sonderwerkzeughersteller komme Mapal zugute, dass die Gehäusebearbeitung bei Elektromotoren sehr komplexe und anspruchsvolle Werkzeuge erfordere. Kress wies darauf hin, dass es auch künftig viele Komponenten im Fahrzeug geben werde, die zerspanend bearbeitet würden. Mapal sei zudem auch in anderen Branchen, etwa in der Luftfahrt, in der optischen Industrie und im Gehäusebau von Elektronikgeräten aktiv.

Mapal Dialog
Im Versuchszentrum von Mapal informierten sich die Teilnehmer des Mapal Dialogs über die Neuheiten des Präzisionswerkzeugherstellers. - Bild: Mapal

Die Hersteller von Werkzeugmaschinen und Produktionsanlagen sehen in neuen Technologien und dem Ausbau ihrer Produktprogramme ebenfalls gute Zukunftsperspektiven. Sie gehen von einer allmählichen Konsolidierung des Weltmarkts für Werkzeugmaschinen aus. "Die wachsende Weltbevölkerung und der steigende Lebensstandard in Asien werden aber auch weiteres Wachstum bringen", zeigte sich Manfred Maier, COO Maschinenfabrik Gebr. Heller, überzeugt. Für Manfred Berger, Executive Vice President Global Business Development MAG IAS, sind flexibel einsetzbare Maschinenkonzepte das Mittel der Wahl. Mit Anlagen in modularer Bauweise seien die Zerspaner für alle Antriebskonzepte gut gerüstet.

Leichtbau als weitere Herausforderung

Das Unternehmen Aradex beschäftigt sich neben der Entwicklung und Produktion von Umrichtern und E-Motoren auch mit der Batteriereichweite. Vorstandsvorsitzender Thomas Vetter geht davon aus, dass Batterien mit einer Tagesleistung von 500 bis 700 km schon bald realisierbar sind. "Es werden auch Motoren mit höheren Drehzahlen auf den Markt kommen, um Gewicht und Rohstoffe einzusparen", sagte Vetter.

Einig sind sich die Experten darin, dass der Trend zu Elektrofahrzeugen unumkehrbar ist.

Der Leichtbau beim Auto der Zukunft war neben der E-Mobilität ein weiteres Thema des Mapal Dialogs. Christoph Thomann, Produktionstechnologie CFK-Bearbeitung BMW Group, Markus Vollmer, Leiter Projektierung Kernwerkstücke Chiron-Werke, und Ulrich Krenzer, Geschäftsführer Mapal Kompetenzzentrum VHM-Werkzeuge, zeigten den aktuellen Stand der Technik in diesem Bereich. Der Bearbeitung von Komponenten für den Antriebsstrang widmete sich der Vortrag von Siegfried Wendel, Sales Director Mapal. Ob Downsizing beim Verbrennungsmotor, Hybrid oder voll elektrifiziert, Zerspanungs-Know-how sei ein gefragtes Gut. Wendel ist sicher: "Die Arbeit wird den Unternehmen noch lange nicht ausgehen." Der Mapal Dialog brachte dazu eine Fülle an innovativen Ansätzen, Lösungen und Strategien zutage. nh

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