Italien war 2014 drittgrößter Exporteur von Werkzeugmaschinen.
Bild: View on Piazza del Duomo.© Photocreo Bednarek

Italien war 2014 drittgrößter Exporteur von Werkzeugmaschinen. Bild: View on Piazza del Duomo.© Photocreo Bednarek

Die Anmeldezahlen von gut 1600 Ausstellern aus 33 Ländern verheißen auf der EMO 2015 in Mailand weitere Aspekte für einen erholten Werkzeugmaschinenmarkt fertigung-Redakteur Martin Droysen hat sich im Markt umgehört und präsentiert die aktuellen Daten

Italien baut auf die Zukunft, so lautet der Slogan zur diesjährigen EMO, die im Wechsel mit Hannover 2015 nun wieder in Mailand stattfindet. Italien, Mitbegründer der EU, kann inzwischen auf einen erholten Werkzeugmaschinenmarkt bauen. Den positiven Abschluss im Jahr 2013 erreicht unser südlicher Nachbar auch 2014, und die Tendenz für 2015 sieht überaus glänzend aus. „Im ersten Quartal 2015“, erläutert Alfredo Mariotti, Messedirektor der EMO Milano: „ist laut Index der Werkzeugmaschinenbestellungen, erstellt durch das Zentrum für Unternehmensstudien und Unternehmenskultur von UCIMU-Sistemi per Produrre, gegenüber der gleichen Periode 2014 ein durchschnittlicher Anstieg um 2,2 Prozent zu verzeichnen, was einen konstanten positiven Trend in den letzten sechs Quartalen bedeutet.“

 

Werkzeugmaschinenverbrauch steigt

Dieses Ergebnis verursacht vor allem eine positive Entwicklung mit + 15,4 Prozent auf dem Binnenmarkt. Die Zahlen bestätigen den Beginn einer neuen Entwicklungsperiode beim Werkzeugmaschinenverbrauch in Italien, die sich in einem steigenden Zuwachs niederschlagen wird. Erwartet werden + 5,3 Prozent im Jahr 2015, + 5 Prozent im Jahr 2016 und + 7,4 Prozent im Jahr 2017 (Quelle: Oxford Economics), was auch eine günstige Entwicklung für die EMO Milano 2015 bewirkt. „Diese Daten sind neben den guten Prognosen für den Werkzeugmaschinenverbrauch weltweit, der 2015 voraussichtlich bei 60 Mrd. Euro, 2016 bei 63 Mrd. Euro (+ 5,2 Prozent), 2017 bei 66 Mrd. Euro (+ 4,8 Prozent) liegen wird, ein sehr gutes Omen für den Erfolg der Veranstaltung“, beschreibt Alfredo Mariotti.

Meine Meinung

Positive Wirtschaftssignale
Italien zeigte 2014 einen wirtschaftlichen Aufschwung, der die Werkzeugmaschinenindustrie unseres südlichen Euro-Nachbarn weiter auf Kurs bringt. Und die Prognosen für 2015 sehen durchwegs positiv aus. Mit der nach sechs Jahren wieder in Mailand stattfindenden EMO in Mailand kommen hoffentlich ebenfalls positive Zeichen ins Land. Anhand der aktuellen Zahlen zeigt sich unser südlicher Nachbar auf einer stabileren Lage als noch vor wenigen Jahren. Und Stabilität in den europäischen Partnern punktet auch auf internationalem Parkett. Die EMO wird daher der Branche weitere Impulse, insbesondere auf dem Werkzeugmaschinenmarkt, geben.
Martin Droysen, Redaktion fertigung

Positiver Wirtschaftstrend

Für Claudia Mastroguiseppe, Presseverantwortliche bei Ucimu, sorgt der Aufschwung in Europa für eine Belebung der Wirtschaft in Italien. 2014 befand sich Italien in der Rangliste zum Werkzeugmaschinenmarkt auf Platz 4. Der wichtige

Claudia Mastrogiuseppe

„2014 ist der Verbrauch an Werkzeugmaschinen um 44 Prozent gestiegen, insbesondere italienische Hersteller profitieren mit einem Plus von 33,8 Prozent
davon.“
Claudia Mastrogiuseppe, Koordinatorin Direktion Außenbeziehungen und Pressebüro Ucimu

Bereich Export bescherte den Italienern einen dritten Platz in der internationalen Exportliste. „Das Wachstum in der Produktion sorgt für einen hohen Platz in der Rangliste“, sagt Mastrogiuseppe. „Die Bereiche Maschinen, Teile, Dienstleistungen und Zubehör tragen mit etwa 7,2 Mrd Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei.“

So zeichnet sich der Wert der Produktion in der Branche durch hohe technische Standards und personalisierter Angebote aus. Der Export ist zwar um 3,9 Prozent zurückgegangen, die Prognose, betont Mastrogiuseppe, ist jedoch positiv für 2015. Die Hersteller konzentrieren sich zuerst auf das Inlandsgeschäft, erst dann auf die anderen Länder. Wichtige Märkte sind hier USA, Deutschland und China. Mit einem Plus von 5,3 Prozent bei zerspanenden und umformenden Werkzeugmaschinen ist Italien auf einem guten Kurs, betont die Expertin. Die letztjährige Steigerung von 3,6 Prozent umfasst sowohl zerspanende als auch umformende Werkzeugmaschinen, Automatisierung und Robotik. Zerspanende Maschinen fließen mit etwa 56 Prozent in die Rechnung ein, der Rest betrifft umformende Maschinen. Hauptzielbranchen sind Automotive mit Zulieferern sowie die Luftfahrtindustrie und der Energiesektor.

Pier Luigi Streparava

Pier Luigi Streparava, Generalkommissar der EMO 2015 in Mailand, ist mit dem derzeitigen Buchungsstand von etwa 1600 Ausstellern bei fast 120 000 m2 sehr zufrieden.
Bilder: fertigung

EMO-Generalkommissar Pier Luigi Streparava erläutert: „Im letzten Jahr war etwa der Energiebereich, insbesondere Windräder, eher rückgängig. Daher kamen aus dieser Richtung weniger Nachfragen. Dafür erfährt der Luftfahrtsektor einen Aufschwung und ist in Italien stark präsent. Wir erwarten zudem, dass auch der Automotivebereich gute Zahlen erreicht.“

Nach Angaben der German Trade Invest bekommen die italienischen Maschinenhersteller aber die schwache Binnennachfrage zu spüren. Sie sind jedoch hochspezialisiert und stoßen mit einem Exportanteil von über 70 Prozent auf eine anhaltende Auslandsnachfrage. Im vergangenen Jahr konnten die sinkenden Inlandsbestellungen durch die wachsenden Ausfuhren größtenteils ausgeglichen werden. So erwartet die Maschinenbaubranche 2015 aus dem In- und Ausland positive Impulse. Einzelne Sparten entwickeln sich unabhängig von der Konjunktur, wie etwa die Verpackungsmaschinenhersteller, die nach Deutschland das weltweit wichtigste Branchencluster bilden. Der Importanteil am italienischen Maschinenmarkt ist in den vergangenen Jahren auf etwa 40 Prozent gestiegen. Deutschland bleibt nach wie vor das wichtigste Lieferland.

Das bestätigt auch Claudia Mastrogiuseppe: „Die Handelsbeziehungen zwischen Italien und Deutschland sind sehr eng und lagen 2014 bei Werkzeugmaschinen bei 335 Mio. Euro im Export nach Deutschland sowie mit 240 Mio. Euro beim Import.“ Das sind 10 Prozent aller Exporte von WZM und 27 Prozent der Importe nach Italien, die bei 3073 Mio. Euro im Export und 886 Mio. Euro im Import liegen.

 

Weltleitmesse bringt Wirtschaftsimpulse

Die Erwartungen an der im Turnus nun wieder in Mailand stattfindenden EMO sind groß. Mit dem Motto „Let´s build the future“ – Maschinen zum Bauen der Zukunft – geht die EMO im Oktober in Mailand an den Start. Auf rund 120 000

Fabio Casciotti

Fabio Casciotti, ICE – Italienische Agentur für
Außenhandel – unterstreicht die Wichtigkeit der
italienischen Werzeugmaschinenindustrie. Der
Exportanteil nach Deutschland betrug 2014
etwa 300 Mio. Euro.

m2 Ausstellungsfläche präsentieren gut 1600 Unternehmen aus 33 Ländern ihre Werkzeugmaschinen. Das breite Angebot soll Besucher aus allen Sparten anziehen, die Metallbearbeitungssysteme einsetzen. Die EMO deckt die gesamte Bandbreite des weltweiten Werkzeugmaschinenmarkts ab. Für die EMO in Mailand werden 150 000 Besucher erwartet, da die Messe in den letzten Tagen der Expo Milano 2015 stattfindet.

Nach sechs Jahren kehrt die EMO nach Italien zurück. Die Weltleitmesse für Werkzeugmaschinen und Metallverarbeitung wird promotet von Cecimo, dem europäischen Verband der Europäischen Werkzeugmaschinenindustrie, und findet vom 5. bis 10. Oktober auf dem Ausstellungsgelände fieramilano in Mailand statt. Die EMO ist eine alle zwei Jahre an alternierenden Veranstaltungsorten stattfindende Ausstellung, deren Marke im Besitz von Cecimo ist. Mailand ist neben Hannover der einzige Austragungsort der EMO, ein Beweis für die effiziente Arbeit der Organisatoren, die auf mehr als zehn Jahre Erfahrung im Bereich Veranstaltungsorganisation zurückblicken können, sowie für die Kompetenz der italienischen Industrie, wie Im- und Export zeigen.

Pressekonferenz EMO Mailand

Von links nach rechts: Cristiano Cottafavi, Generalkonsul der italienischen Republik; Claudia Mastroguiseppe, Ucimu, Pier Luigi Streparava, Generalkommissar der EMO Mailand 2015, und Fabio Casciotti, ICE; präsentieren aktuelle Wirtschaftsdaten Italiens und der EMO in Mailand.

Fünf Monate vor der Eröffnung der EMO Milano 2015 sind etwa 115 000 m2 der Nettoausstellungsfläche bereits gebucht und in den schon vollständigen zwölf Hallen verteilt. Die 95 000-m2-Marke der letzten EMO Milano 2009 wurde demnach bereits lange vor Messebeginn überschritten. Über 1600 Aussteller sind bereits für die EMO Mailand 2015 angemeldet. Spitzenreiter bei den bislang erfolgten Anmeldungen ist das Gastgeberland Italien, knapp gefolgt von Deutschland, an dritter Stelle Taiwan vor China und der Schweiz. Zudem wird auf dem Messegelände Fieramilano Rho-Pero die weltweit größte Werkshalle eingerichtet. Darin präsentiert werden Werkzeugmaschinen, Roboter, Automation, additive Manufacturing, Mechatronik-Lösungen und Zusatzprodukte.

Additive Fertigung neu auf der EMO

„Die EMO gilt schon immer als wichtigster Termin für Fachleute der verarbeitenden Industrie weltweit, um sich über neue Produktionstechnologien zu informieren“, sagt Pier Luigi Streparava, der von Cecimo zum Generalkommissar der EMO Milano 2015 ernannt wurde. „Genau deshalb haben wir beschlossen, die technologische Palette dieses globalen Branchenauftritts um das Additive Manufacturing zu erweitern, eine der Technologien, die sich in nächster Zeit am meisten weiterentwickeln wird und der wir bei der Ausstellung besonderen Stellenwert einräumen.“

Die additive Fertigung feiert 2015 ihr Messedebüt auf der EMO und ist eine noch voll und ganz in Entwicklung begriffene Sparte, die es daher noch genau zu erforschen gilt. Der additiven Technologie ist ein Sonderausstellungsbereich gewidmet, in dem neben Maschinen auch einige Produkte präsentiert werden, die schon für die Maschinenbauindustrie realisiert wurden. Workshops und Fachkonferenzen wie etwa die von Ucimu in Zusammenarbeit mit dem italienischen Fachverband AITA und Cecimo organisierte Veranstaltung runden das Projekt ab und sollen Fachleuten dabei helfen, jene Wettbewerbsvorteile aufzuzeigen, die sich bei einigen Bearbeitungen und Produktionsprozessen durch den Einsatz additiver Fertigungsverfahren ergeben.

Kontakt: Ucimu-Sisteri Per Produrre, www.ucimu.it