| von Julia Dusold
Chuck S.D. Chen
Chuck S.D. Chen präsentierte Lurens neue Schleifmaschine zur Fertigung von Kegelgetrieben. - Bild: fertigung

Der nächste Besuch führt zum Stand von Luren, einem Hersteller von Verzahnungsschleifmaschinen. Chuck S.D. Chen, Vorsitzender von Luren, sieht die Zukunft des Unternehmens in der Entwicklung von automatisierten Komplettlösungen für die Anwender. "Wir sehen, dass unsere Kunden automatisierte Fertigungsketten brauchen", erklärt er. "Unser Ziel ist es benutzerfreundliche Software zu entwickeln, so dass die Systeme und Roboter auch von angelernten Kräften bedient werden können."

Was die Roboter selbst schon alles können, zeigt der Hersteller Hiwin an seinem Stand: Hier wird sogar das Kaffee kochen und Waffel backen von Robotern übernommen. Und auch bei Luren sollen in Zukunft mehr und mehr Maschinen gebaut werden, die ohne Bediener auskommen.
Entwicklungen in dieselbe Richtung zeigt auch Chmer auf der Timtos. Der international agierende taiwanische Erodiermaschinenhersteller hat bei allen Weiterentwicklungen seiner Maschinen im Blick, wie diese automatisiert arbeiten und in das Industrie-4.0-Umfeld eingebunden werden können. Die neuen Erodiermaschinen sind alle kompakt gebaut, um lange Fertigungslinien vor allem für die Massenproduktion zu ermöglichen. "Nicht nur in der Automatisierung, sondern auch in Sachen Industrie 4.0 ist Chmer schon ziemlich weit", betont Geschäftsführer Brad Wang. "Wir konzentrieren uns momentan auf die Entwicklung von Bauteilen und Überwachungssystemen für das Internet of Things."

Einer der Ausstellungsorte der Timtos 2017
Einer der Ausstellungsorte der Timtos 2017: Die Halle 1 des Taipei World Trade Center direkt am Fuße des Taipei 101. - Bild: fertigung

Dies soll Anwendern ermöglichen, die Maschinen von Chmer in Smart- Manufacturing-Infastrukturen einzubinden. Schon jetzt ist es möglich, die Maschinen auf mobilen Geräten zu überwachen und eventuell Anpassungen vorzunehmen. "Der Anwender muss nicht mehr vor Ort sein, sondern kann von überall auf die Daten der Maschine zugreifen", berichtet Wang. Dieses Konzept der intelligenten Fertigung, bei dem alle Produktionsdaten direkt ausgewertet werden, vereint der Bearbeitungszentrenhersteller YCM in seinem Smart-Factory-Konzept. "Verwendet man unsere Maschinen und Automatisierungssoftware iDirect, werden sämtliche Daten gesammelt und sofort ausgewertet", erläutert Hank Wu, Verkaufmitarbeiter bei YCM. "Die analysierten Daten werden vom System sortiert und nach Themenbereichen ausgegeben." Diese umfassen allgemeine Informationen zur Produktion, Daten aus der Überwachung von Maschinen und Werkzeugen sowie Informationen zur Instandhaltung und zum Qualitätsmanagement. So soll es dem Anwender möglich sein, die Fertigung zu überwachen und zu optimieren.

Prozessoptimierung, Automatisierung und alles rund um das Thema Industrie 4.0 – alle diese Themen begegnen dem Messebesucher bei einem Rundgang durch die Messehallen der Timtos. Insgesamt wird deutlich, dass die meisten Werkzeugmaschinenhersteller Taiwans wissen, dass sie die Entwicklungen im Industrie-4.0-Bereich vorantreiben müssen, um international erfolgreich zu sein. Und viele sind damit schon ziemlich weit. Die taiwanischen Werkzeugmaschinenhersteller schreiten mit großen Schritten in die digitale Zukunft. nh

Meine Meinung

Kleines Land ganz groß

Taiwan ist stolz auf seinen Standpunkt auf dem internationalen Werkzeugmaschinenmarkt, aber sieht auch noch einiges, das verbessert werden kann. Die taiwanischen Maschinenbauer sehen vor allem Japan und Deutschland als Vorbilder, gerade wenn es um die Umsetzung von Industrie 4.0 Ansätzen geht. Und diese Länder wollen sie nun in den nächsten Jahren einholen. Bei dem Rundgang über die Timtos wird schnell klar, dass die taiwanischen Maschinenhersteller schon jetzt gut im Rennen sind. Mit dem Fokus auf die Massenproduktion und dem guten Wissen in der Software-Entwicklung sind die taiwanischen Unternehmen schon jetzt in der Lage, mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten. Dass die vergleichsweise kleine Nation der fünftgrößte Werkzeugmaschinenexporteur weltweit ist, bestätigt diesen Eindruck. Julia Dusold

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