Joachim Hümmler, Leiter Produktion und Technik Röhm GmbH.

Joachim Hümmler, Leiter Produktion und Technik Röhm GmbH.

Durch unser breites Portfolio als Systemlieferant haben wir für all diese Themen die passenden Antworten Gerne gebe ich Ihnen einige konkrete Beispiele: Bei unserem neuen Produktkonfigurator web2product, der die Fertigung kundenindividueller Spannbacken innerhalb von fünf Arbeitstagen garantiert, ist der Auftragsdurchlauf im Sinne der Industrie 4 0 von der Konfiguration bis zur Auslieferung vernetzt und abgestimmt

Oder unser neues Handspannfutter Duro-TA XT: Es ist um bis zu 75 Prozent leichter als herkömmliche Spannfutter. Neuartige Führungsbahnen verdoppeln zusätzlich den Spannbereich und machen es gleichzeitig flexibel einstellbar. Im Bereich der additiven Fertigung können wir eine große Nachfrage nach unseren synthetischen Greifern verzeichnen. Diese extrem langlebigen Greifer werden individuell an das Werkstück angepasst. Letztendlich ist unsere Produktlinie e-Quipment mit ihren Komponenten wie Elektro-Hohl- und Vollspannzylindern, Elektro-Lünetten, Elektro-Spann-Löseeinheiten, etc. unschlagbar beim Thema Energieeffizienz. Diese Technologie verbraucht nur dann Energie, wenn tatsächlich eine Bewegung ausgeführt wird. Der Trend, hydraulische Baugruppen durch elektromechanische zu ersetzen, ist in den unterschiedlichsten Bereichen des Maschinenbaus zu erkennen und wird künftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.

Wie steht es um den Bereich Sonderspannmittel bei Röhm?
Die Sonderfertigung nimmt bei den produzierenden Unternehmen in Deutschland eine wichtige Rolle ein. Das gilt auch für Röhm. Wir können einen klaren Trend nach oben erkennen, da am Standort Deutschland geballtes Know-how für Sonderfertigung vorhanden ist. Die Auftraggeber setzen hier auf verlässliche Partner, die ein perfektes Gesamtpaket anbieten – vom Engineering bis zur Produktion. Prozesssicherheit bei Produktionsanlagen, die keine Ausfallzeiten zulassen, spielt hier eine entscheidende Rolle.

Stichwort Greiftechnik, Herr Hümmler. Röhm hat sich hier ein weiteres Segment erschlossen. Welche Früchte trägt dieser Bereich?
Wir konnten in den letzten Monaten unsere Marktanteile in diesem Segment ausbauen. Lösungen wie die vorhin bereits genannten im additiven Verfahren hergestellten Greifer oder unsere Schwenkeinheiten mit verriegelter Mittelstellung tragen ihren Teil zum Erfolg bei. Wir streben auch weiterhin den konsequenten Ausbau des Marktanteils in der Greiftechnik an. Durch den Trend zur Automatisierung in der Fertigung profitieren wir zusätzlich.

Haben die Anwender bei Röhm stets auch die Kosten im Griff?
Wir konnten mit unserer Produktlinie Orange Line einen großen Schritt in Richtung kostengünstige Produkte in bewährter Qualität machen. Erreicht wird das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis durch konsequente Standardisierung. Aber auch im Projektgeschäft lassen sich kostengünstig angepasste Standardprodukte aus unserem breiten Portfolio einsetzen – und mit web2product werden individuelle Spannbacken in standardisierten Abläufen konfiguriert und produziert. Bei allen Lösungen profitieren die Kunden von schnelleren Abläufen bei Bestellung und Service und können sich darauf verlassen, das Produkt innerhalb kürzester Zeit in der Fertigung zum Einsatz zu bringen. Heute kann es sich niemand mehr leisten, länger als nötig auf seine Produkte zu warten.

Röhm bezeichnet sich per se als Systemlieferant. Gibt es dabei Bereiche, die sich zurzeit besonders gut entwickeln?
Die Bezeichnung Systemlieferant ist absolut zutreffend. Werkzeugmaschinenhersteller können ihre Maschinen komplett mit Spann- und Greiftechnik von Röhm bestücken, die einzelnen Komponenten interagieren perfekt miteinander. Gut entwickeln sich sowohl unsere hand- als auch kraftbetätigten Lösungen. Das modulare und flexible Baukastensystem CAPTIS beispielsweise ermöglicht einen schnellen Wechsel von Außen- auf Innenspannung. Auch hier profitieren die Kunden von Zeitersparnis und Erhöhung der Flexibilität.

Welche Neuheiten zeigt Röhm auf der Messe EMO 2015 in Mailand?
Wir werden unsere e-Quipment-Familie, also die elektrischen Spannsysteme, um eine Komponente erweitern. Auch im Bereich Automatisierungstechnik wird es Neuheiten geben. Hier schließt sich der Kreis zu den Themen Industrie 4.0, Leichtbau, Energieeffizienz und additive Fertigung, die wir bei unseren Neuheiten konsequent beachten.