„Wir befinden uns derzeit auf einem Höhenweg mit gleichbleibendem Streckenprofil“

Wir befinden uns derzeit auf einem Höhenweg mit gleichbleibendem Streckenprofil Für das Jahr 2013 rechnen wir mit einem Wachstum auf Inflationsniveau Signifikante Wachstumsimpulse erwarten wir frühestens gegen Ende des Jahres

Wie entwickelt sich der deutsche Markt aus Ihrer Sicht?
Wir erwarten für das Gesamtjahr wieder einen ähnlichen Umsatz wie im Vorjahr. In den vergangenen 12 Monaten haben wir vor allem eine Beruhigung der Nachfrage aus dem Automobilbereich festgestellt. Insgesamt entwickelt sich der deutsche Markt jedoch – vor allem im Vergleich zum europäischen Ausland – sehr stabil. Die Kunden planen und bestellen jedoch sehr kurzfristig.

Mit Ihrer Internationalisierungsstrategie setzten Sie auf neue Pro­duktionsstätten etwa in China oder Japan. Welche Märkte dürften die ersten Früchte tragen?
Mit der Entwicklung in China sind wir sehr zufrieden. Nach einer gewissen – auch politisch bedingten – Abflachung der Nachfrage in 2012 hat sich der Markt wieder stabilisiert und nimmt an Fahrt auf. Wir sind in Taicang, außerhalb von Shanghai, seit acht Jahren mit einer Gesellschaft vertreten, welche seit zwei Jahren auch eine eigene lokale Fertigung betreibt. Dadurch sind wir viel flexibler und können schneller und vor allem zielgenauer auf die Kundenwünsche reagieren. In China haben wir zudem die Besonderheit, dass unsere Kundenbasis an chinesischen Kunden größer ist als an deutschen Tochter­unternehmen. Auch in Japan haben wir ein Joint Venture mit einem lokalen Partner gegründet, welches sich sehr erfreulich entwickelt.

Wie steht es um die Lieferzeiten? Sind sie nach wie vor ein wichtiges Kriterium für die Werkzeughersteller?
Ja, in der Tat entwickeln sich die Lieferzeiten – vor allem in wachstumsschwachen Phasen – in praktisch allen Märkten immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wir sehen uns diesbezüglich aufgrund unserer umfangreichen und konsequenten Internationalisierung mit 20 weltweiten Tochtergesellschaften, davon eigene produzierende Gesellschaften in den USA, Mexiko, Brasilien, Polen, Indien und China – sehr gut positioniert. Die Produktion ist dabei jeweils ausschließlich auf den lokalen Markt ausgerichtet.

Welche Geschäftsfelder wird die Komet Group in den kommenden Jahren forcieren?
Wir werden den eingeschlagenen Weg weitergehen und unser bestehendes Produktportfolio konsequent ausbauen, indem wir Anwendungen entwickeln, mit welchen wir den Kundennutzen erhöhen können. Im vergangenen Jahr haben wir zum Beispiel unseren Dienstleistungsbereich durch die Komet Brinkhaus Überwachungs- und Regelungssysteme erweitert, womit die Kunden eine deutliche Verbesserung der Prozess- und Maschinenüberwachung erzielen können. In naher Zukunft werden wir zudem unser Angebot im Bereich Eigenbeschichtungen weiter erhöhen. Komet wird dann eine Sonderstellung einnehmen, weil wir eigene Beschichtungen mit den Verfahren PVD, CVD und NCD anbieten können.

Stichwort Kundenbindung. Mit den Ideen-Forum+ und den dazugehörigen Seminaren bieten Sie den Anwendern stets praxisorientierte Plattformen. Welche neuen Themen stehen demnächst an?
Das Ideen-Forum+ hat sich in den vergangenen Jahren als branchenübergreifende Veranstaltung absolut etabliert. Die Mischung aus gesellschaftsrelevanten Themen, die von prominenten Experten analysiert werden und anwendungsrelevanten Aspekten, die wiederum in kleineren Workshops behandelt werden, kommt sehr gut bei unseren Kunden an. Bei der jüngsten Veranstaltung im April haben wir das Thema „Energieeffizienz – Die Kennzahl der Zukunft?“ aufgegriffen und konnten rund 400 Gäste begrüßen. Für die nächste Veranstaltung laufen bereits die Vorbereitungen. 2014 werden wir das hochaktuelle Thema „Industrie 4.0 – Zwischen Hype und Realität – Hält das zukunftsweisende Produktionssystem des 21. Jahrhunderts, was es verspricht?“ aufgreifen. Darüber hinaus bieten wir mit der neuen Veranstaltungsreihe praxisForum+ zwei bis drei Mal pro Jahr eine Veranstaltung an, die den Fokus ganz klar auf die Praxisorientierung legt.

Mit welchen Neuheiten werden Sie die Besucher auf der EMO 2013 in Hannover überraschen?
Wir werden das Thema Energieeffizienz auch auf der EMO nochmal aufgreifen. Dazu präsentieren wir Produkte, die eine energieeffiziente Zerspanung ermöglichen. Zudem werden wir ein breites Portfolio für den Leichtbau präsentieren, wobei die Bearbeitung von Faserverbundkunststoffen mit NCD-beschichteten Werkzeugen einen deutlichen Schwerpunkt bildet. Und schließlich stellt die EMO für uns einen Meilenstein dar, weil wir erstmals auch Hochleistungswerkzeuge für die Fräsbearbeitung präsentieren, die mit Wendeschneidplatten aus eigener Herstellung ausgerüstet werden.