Werkzeugrevolver

Traub TNL Revolver
Die TNL 18-7B ist am oberen Revolver zusätzlich mit einer Schwenkachse (B-Achse ) ausgestattet und kann über die schwenkbare Gegenspindel mit Werkzeugen aus einem Linearspeicher arbeiten. Die TNL 18-9 hat eine 2-achsig verfahrbare Gegenspindel, was Freiraum für den Simultanbetrieb bringt. – Bild: Index-Werke

Steifigkeit in der Werkzeugaufnahme und hohe übertragbare Zerspanleistungen ergeben wirtschaftliche Prozesse. Daher hat Traub ein Kompaktschaftsystem als Werkzeughalter entwickelt, mit tragfähigen doppelreihigen Spindellagern, das bei angetriebenen Werkzeugen hohe Spanleistungen aufnehmen kann. Die Positionen der Werkzeughalter auf dem Revolver (maximal sechs) sind in ihrem Abstand zueinander so gewählt, dass bei Bearbeitung keine Kollisionsbereiche mit benachbarten Haltern entstehen.

Auf einem Halter können bis zu drei Werkzeuge eingesetzt werden, und ein Werkzeugantrieb ist auf jeder Station möglich. Jedes feste oder angetriebene Werkzeug kann mit innerer Kühlmittelversorgung betrieben werden, im Standard bis 80 bar und zum Tieflochbohren an drei Positionen bis 120 bar. Beide Revolver sind als NC-Achse mit einer vorgespannten, spielfreien Motor-Getriebeeinheit so steif ausgeführt, dass sie keine Klemmung benötigen, was die Positionierzeiten im Prozess erheblich verringert. Traub gibt hier Span-zu-Span Zeiten von 0,3 Sekunden an.

Ein bei der Maschinenausführung TNL18-7B auf dem oberen Revolver verfügbare B-Achse erhöht den Freiheitsgrad für Bearbeitungen, da komplexe Konturen bearbeitbar sind und das aufwendige Einstellen von winkeleinstellbaren Werkzeughaltern entfällt. Auch die stirnseitige Bearbeitung, mit einer auf 90 Grad eingeschwenkten B-Achse, ist mit unterschiedlich auskragenden Werkzeugen kollisionsfrei möglich, ohne dass kostenintensive abgewinkelte Werkzeughalter notwendig sind.

Traub TNL Bearbeitung
Beim Maschinencheck wurde die Bearbeitung einer filigranen Struktur für ein Zahnimplantat vorgestellt. – Bild: Index-Werke

Bei diesem Maschinenaufbau wird auf dem unteren Revolver eine Gegenspindel mitgeführt, die nach Übernahme des abgestochenen Werkstücks aus dem Arbeitsbereich der Hauptspindel abgeschwenkt wird und mit Werkzeugen, die in einem Linearmagazin fixiert sind, kann dann parallel zur Hauptspindel bearbeitet werden.

Bearbeitung

Beim Maschinen-Check konnte die Dynamik und Bearbeitungsflexibilität der TNL 18 dynamic an einem filigranen Teil aus der Medizintechnik (Zahnimplantat) beurteilt werden. Beeindruckend war der dynamische Prozess und die Bearbeitung auf der Gegenspindel mit einer fluidgetriebenen Turbine bei 40.000 min-1.

Steuerung/Antriebe

Traub Steuerung TX 8i-s V7
Die eigene Steuerung Traub TX 8i-s V7 kann über Tastatur oder Touchscreen bedient werden. Sie ist mit diversen Funktionalitäten zur Prozessoptimierung ausgestattet und ist auf Industrie 4.0 hochgerüstet. – Bild: Index-Werke

Die TNL 18 dynamic hat ihren Namen aus einem Mehr an Dynamik, das durch Optimierungen in Steuerung und Antrieben erzielt wurde. Speziell die Beschleunigungsrampen in den Achsantrieben, bei Drehung der Revolver, im Hochfahren der Spindeln auf Solldrehzahl wurden dynamischer gestaltet, und die Spindeldrehzahlen selbst wurden erhöht.

Traub entwickelt für seine Drehmaschinen eine eigene CNC-Steuerung, die TNX8i-s i4.0 ready. Dabei laufen auf einer Mitsubishi-Hardware die Steuerungsumfänge für die PLC und NC. Die Steuerung ist im Bedienkomfort und bei der Menüführung auf dem neuesten Stand. Touchscreen oder Tastatur sind wahlweise nutzbar. Durch den Einsatz von des Softwaretools WinFlexIPS-plus wird das Programmieren, Editieren, Simulieren und Optimieren auch auf externem PC möglich und bestens betreiberfreundlich unterstützt. Die Steuerung ist für das Umfeld Industrie 4.0 gerüstet und verbessert die Transparenz in der Fertigung.

Ein Highlight der TNX8i ist der äußerst schnelle Achsstopp und -rückzug bei Erkennung von Überlast in den Antriebsmodulen. Dabei wird über einen Lernmodus die Normallast der Achse erfasst und in der Serie ständig überwacht. Der direkte Zugriff auf den Lageregelkreis der Achse bei der Überlasterkennung ist über den Mitsubishi-Kanal möglich, ein Aspekt, der dem Kunden im Crashfall Zeit und Geld spart. Schon im Pre-Prozess kann über eine 3D-Bearbeitungssimulation eine Kollisionserkennung durchgeführt werden. Arbeitsprogramme können mit Hilfe von CAM-Tools generiert werden und dann über vorhandene Postprozessoren auf die Steuerung geladen werden.

Service/TCO

Die After-Sales-Aktivitäten werden bei Traub durch verschiedene Bereiche ausgeführt. Im Service mit Hotline und Einsatzplanung, im Reklamationsmanagement, wo interne und externe Kenndaten erfasst werden, im Lieferantenmanagement, wo die Zulieferer mit eingebunden werden. Traub ist “nah am Kunden”, denn spätestens eine Stunde nach Eingang einer Störmeldung wird der Kunde von einen Fachmann zurückgerufen.

Alle Serviceeinsätze werden in einer Datenbank erfasst und ausgewertet. Auch die im Haus anfallenden Daten zur eigenen Servicequalität, beispielsweise die verstrichen Zeit bis zum Rückruf, wie schnell ist der Service vor Ort wird analysiert und in KVP-Maßnahmen überführt. Beim Maschinen-Check wurden entsprechende Zahlen an Schautafeln gezeigt, die allen Mitarbeitern zugänglich sind. Quartalsweise werden diese Zahlen in Berichten veröffentlicht.