Benzinger, GoFuture B6, Arbeitsraum

Die jüngste Variante der Präzisionsdrehzentren Go Future ist mit einem zweiten, unteren Werkzeugrevolver ausgestattet, der ein zeitgleiches Bearbeiten von Werkstücken an Vorder- und Rückseite ermöglicht. - Bild: Carl Benzinger GmbH

Für industrielle Fertigungsbetriebe, die überwiegend kleine, hochgenaue Bauteile produzieren, hat die Carl Benzinger GmbH in Pforzheim die wirtschaftlichen Drehzentren Go Future konzipiert. Von deren Vorteilen profitieren Hersteller in der Medizin- und Dentaltechnik, in der Uhren- und Schmuckindustrie, in der Mikro- und Feinmechanik, in der Automotive-Industrie sowie in vielen anderen Industriebranchen. Die Maschinen verfügen über einen kompakten und stabilen Aufbau, eine Gegenspindel zur Vor- und Rückseitenbearbeitung und angetriebene Werkzeuge auf einem Werkzeugrevolver VDI25 mit 12 oder 16 Stationen.

Benzinger, GoFuture B6
Die Benzinger GoFuture B6 ermöglicht eine rationelle und produktive Bearbeitung. - Bild: Carl Benzinger GmbH

Zur EMO präsentiert Benzinger nun die zusätzliche Variante Go Future B6. Sie macht es für Fertigungsbetriebe möglich, speziell kleine, hochkomplexe Präzisionsteile noch wirtschaftlicher und produktiver bearbeiten zu können. Dazu ist diese Ausführung der Präzisionsdrehzentren zusätzlich zu dem oberen Werkzeugrevolver, der in X- und Z-Achse verfahren kann, mit einer Gegenspindel ausgestattet, die auf einer X- und Z-Achse aufgebaut ist. Ein zusätzlicher, unterer Werkzeugrevolver VDI25 mit 12 Stationen befindet sich fest auf dem Schrägbett. Als Option kann er mit einer Y-Achse ausgestattet werden.

Produktiver dank Simultanbearbeitung

Diese Ausstattung ermöglicht eine Simultanbearbeitung. Werkzeuge im unteren Revolver bearbeiten an der Rückseite ein Bauteil, das nach der Übergabe in der Gegenspindel aufgenommen ist, während zeitgleich bereits das nächste Bauteil in der Hauptspindel mit Werkzeugen im oberen Revolver bearbeitet wird. Das gestattet um bis zu 40 Prozent kürzere Bearbeitungszeiten gegenüber der sequentiellen Bearbeitung.

Sind beide Werkzeugrevolver optional mit der Y-Achse ausgestattet, können Werkzeuge NC-gesteuert exakt auf die Spitzenmitte justiert werden und angetriebene Werkzeuge außermittig auf beiden Spindeln beispielsweise quer bohren oder Nuten fräsen. Das kann zum einen das Rüsten verkürzen und vereinfachen insbesondere bei kleinen Werkzeugen und zum anderen ermöglicht es eine Komplettbearbeitung mit angetriebenen Werkzeugen. Letztere können beide Revolver auf jeder ihrer 12 Stationen aufnehmen.

Trotz der vielen Bearbeitungsmöglichkeiten und der simultanen Komplettbearbeitung ist die Präzisionsdrehmaschine Go Future B6 bauartbedingt kompakt und hochgenau. Daher eignet sie sich zum Fertigen kleiner und kleinster Bauteile.

Mit einer besonderen Ausführung der beiden Werkzeugrevolver lassen sich komplexe Miniaturbauteile mit vielen Geometriedetails in einem Ablauf komplett bearbeiten. Dazu wird der Revolver so gesteuert, dass er auf 48 Positionen taktet. Spezielle Werkzeugaufnahmen ermöglichen es, bis zu vier Werkzeuge auf einer Revolverstation einzusetzen, je nach Baugröße von Werkzeughalter und Abmessungen der Werkzeuge. Somit lassen sich auf jedem Werkzeugrevolver einfach bis zu 48 Werkzeuge nutzen. Zusätzlicher Vorteil der speziellen Werkzeugaufnahmen sind kürzere Rüstzeiten an der Maschine. Bereits außerhalb der Maschine können auf einem Einstellblock die Werkzeuge in den Werkzeugaufnahmen exakt justiert werden.

Präzision auch für kleinste Teile

Um für kleine und kleinste Werkstücke sinnvolle Schnittgeschwindigkeiten zu erreichen, stehen unterschiedliche Drehspindeln mit Drehzahlen bis zu 15 000 min-1 zur Verfügung. Die Stangendurchlässe liegen in einem Bereich zwischen 16 und 42 mm. Mit sehr feinfühligen Präzisionsspannzangen und Backenfuttern nehmen sie kleinste, filigrane und dünnwandige Bauteile exakt rundlaufend und verzugsfrei auf.

Die neue Variante der Baureihe Go Future, die eine Simultanbearbeitung an Vorder- und Rückseite der zu fertigenden Werkstücke realisiert, eignet sich bevorzugt zum Fertigen hochkomplexer Miniaturbauteile in großen Serien. Sie vereint einen kompakten, modularen Aufbau, höchste Steifigkeit und Präzision mit hoher Produktivität dank Simultanbearbeitung. Auf Wunsch verwirklicht Benzinger individuell angepasste Systeme zum Entnehmen der fertig bearbeiteten Werkstücke für die Präzisionsdrehzentren.

Die neue Maschine von Benzinger gibt es auf der EMO Hannover 2017 vom 18. - 23. September zu sehen. jd

Halle 17 Stand A40