AMB 2017

Für die AMB 2017 stehen alle Zeichen auf grün, der Daumen geht klar nach oben. - Bild: Messe Stuttgart

Die Veranstalter Messe Stuttgart und der VDW haben jetzt zu drei Industrietreffen im Iran in den industriellen Zentren Isfahan, Teheran und Tabriz eingeladen. 600 hochrangige Vertreter aus Politik, Industrie und von Branchenverbänden diskutierten die aktuelle Situation nach der Aufhebung der Sanktionen und die neuen Möglichkeiten der iranischen Industrie. Themen, die die Industrie im ganzen Land bewegen, sind der Technologietransfer aus dem Ausland, das Potential für ausländische Investitionen und die Bedeutung der betrieblichen Aus- und Weiterbildung.

Der Transfer von Technologie und ein Austausch mit internationalen Unternehmen ist für Mohammad Reza Barekatain, Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer in Isfahan, von immenser Bedeutung. Die Teilnahme Irans am Weltmarkt und die Zusammenarbeit mit Unternehmen, insbesondere aus Europa, seien entscheidend für ein erfolgreiches Wachstum in den nächsten Jahren. Eine Stellung in der internationalen Wahrnehmung könne man sich nur erarbeiten, wenn die entsprechenden Einrichtungen vor Ort vorhanden sind.

Mohammad Reza Modoodi, Vertreter der Außenwirtschaftsorganisation (TPO) und Berater der Regierung, berichtete von einem spürbaren Aufschwung der iranischen Konjunktur. Für TPO ist der Transfer der neusten Technik der Ausgangspunkt, von dem aus bessere Produktionsergebnisse möglich sind.

Industrietreffen im Iran
An den drei Industrietreffen in Isfahan, Tabriz und Teheran nahmen über 600 hochrangige Vertreter aus Politik, Industrie und von Branchenverbänden teil. - Bild: Messe Stuttgart

In der Folge erhofft sich die Organisation dann höhere Investitionen und damit auch die Schaffung von Arbeitsplätzen. Durch die Sanktionen und in Folge gekappter Verbindungen zum Ausland ist der Modernisierungsbedarf in der Industrie jetzt sehr hoch. Samad Hassanzadeh, Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer in Tabriz, schätzt, dass 70 Prozent der Maschinen in iranischen Fabriken deutsche Produkte sind. Der große Anteil deutscher Aussteller auf der AMB Iran sei daher zu begrüßen.

Über eine lange Geschichte von Joint Ventures zwischen deutschen und iranischen Firmen kann auch Younes Akbarpour Paydar, Vorsitzender der Vereinigung für Autoteile und Maschinenhersteller in Tabriz berichten. Der Iran sei aus zwei Gründen ein attraktiver Standort für die Metallbearbeitung: Die zu erwartenden Kapazitäten sind sehr hoch und die Produktionskosten für den Nahen Osten angemessen. nh

Industrie im Iran

Irans Maschinenbau steht vor einem kräftigen Aufschwung. Die vielen geplanten Großprojekte, Weiterungsinvestitionen und die notwendige Erneuerung der häufig sehr überalterten Industrieanlagen bieten Maschinenbauern große Chancen. Im Iran werden zwischen 2015 und 2017 Importzuwächse von 20 Mrd. US-Dolllar erwartet. Es wird damit gerechnet, dass Maschinen und Zubehörteile davon 20 Prozent ausmachen werden. Der Iran verfügt über eine sehr entwickelte Kfz-Teile-Industrie, dennoch besteht weiterhin ein sehr hoher Importbedarf. Rund 15.000 Produktionsstätten gibt es im Iran, 60 Prozent der notwendigen Teile für die Automobilindustrie werden aber immer noch importiert. Die Produktionskapazitäten der iranischen Automobil-Hersteller liegen bei etwa 2 Millionen Fahrzeugen im Jahr. Auch in der Ölindustrie stehen notwendige Modernisierungen an. Daneben sind auch der Automobilbau, die chemische Industrie oder der Ausbau erneuerbarer Energien Bereiche in denen Maschinen benötigt werden.