Dr. Heinz-Jürgen Prokop. - Bild: VDW

Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, berichtete auf der EMO Mailand über den aktuellen Stand der standardisierten Vernetzung von Werkzeugmaschinen. - Bild: VDW

Umati hat bei der EMO Mailand Stärke gezeigt: Mit mehr als 50 vernetzten Maschinen aus aller Welt, davon knapp die Hälfte remote. Auf dem überarbeiteten Umati-Dashboard haben Interessenten live beobachten können, was diese Maschinen gerade tun und wie sie arbeiten. Dazu waren die über die standardisierte Schnittstelle OPC UA for Machine Tools zu einem Netzwerk zusammengeschlossen.

„Wir freuen uns sehr, nach unserem ersten Auftritt vor gut zwei Jahren in Hannover endlich wieder auf einer Livebühne zu stehen, und das auch noch mit einer so beeindruckenden Demonstration“, begrüßt Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, seine Gäste beim internationalen Umati-Event am 05. Oktober 2021 in Mailand.

In seinem Statusbericht betont er: „Der wichtigste Meilenstein für die Entwicklung der OPC-UA-Schnittstelle for Machine Tools war die Veröffentlichung der Spezifikation vor ziemlich genau einem Jahr. Sie ist nun weltweit und kostenlos verfügbar, sodass alle Unternehmen, die Werkzeugmaschinen herstellen, nutzen oder Software dafür anbieten, auf Basis dieser Spezifikation ihre Produkte weiterentwickeln können“, beschreibt Prokop den Ist-Zustand.

Mit der Veröffentlichung ist die Werkzeugmaschinenspezifikation gleichzeitig die erste, die auch die übergreifende Spezifikation für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau, OPC UA for Machinery, referenziert, so Prokop weiter.

Standorte weltweit, an denen Maschinen an das Umati-Dashboard angeschlossen sind. - Bild: VDW
Standorte weltweit, an denen Maschinen an das Umati-Dashboard angeschlossen sind (detailliert unter umati.app). - Bild: VDW

Insbesondere diese harmonisierte Spezifikation, an deren Entwicklung die Werkzeugmaschinengruppe beteiligt ist, sorgt dafür, dass ein gewisser Satz von Daten, der für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau relevant ist, vereinheitlicht wird.

So läuft die Vereinheitlichung für Werkzeugmaschinen ab

Im ersten Schritt geht es dabei um die Identifikation der Maschine. Für ein digitales Typenschild ist es vollkommen unerheblich, um welche Art von Maschine es sich handelt. Alle haben einen Hersteller, eine Seriennummer, ein Herstelldatum, ein Anschaffungsdatum, einen Standort und vieles mehr. Dank der OPC UA for Machinery müssen sich technologiespezifische Spezifikationen nicht mehr um die Identifikation kümmern, sondern können sich vollkommen auf die Abbildung der technologiespezifisch relevanten Daten konzentrieren.

Im nächsten Entwicklungsschritt werden beispielsweise Betriebszustände von Maschinen harmonisiert, da auch diese übergreifend verwendet werden könnten. Das Beispiel zeigt bereits eindrucksvoll, welcher Effizienzgewinn für Hersteller und Anwender von Maschinen in der OPC UA for Machinery steckt.

Um diese Schnittstellenstandards im Markt bekannt zu machen, kümmert sich Umati. Mittlerweile steht Umati als weltweite Community für die Nutzung offener Schnittstellenstandards und gemeinsames Marketing nicht mehr allein für die Werkzeugmaschinenindustrie, sondern für den gesamten Maschinen und Anlagenbau.

Umati zählt aktuell fast 200 Partner, davon mehr als 160 Unternehmen. Das sind Maschinenhersteller, Softwareanbieter und Anwender. Mit eigenen OPC UA Spezifikationen sind außerdem Holzmaschinenhersteller, Oberflächentechnik und Glasmaschinen Teil der Community.

Auch Anforderungen der Automobilindustrie werden einbezogen

Die OPC UA for Machine Tools zielte in der ersten Version darauf ab, einen Datensatz zu schaffen, der für alle Werkzeugmaschinen universell anwendbar ist. Gegenwärtig arbeitet eine Teilgruppe der sogenannten Joint Working Group Machine Tools daran, zusätzliche Analysedaten für KPI-Auswertungen zu standardisieren.

„Damit wird auch ein großer Teil der heute schon genutzten MDE- und BDE-Daten der Automobilindustrie in unsere offene Schnittstelle überführt“, stellt Prokop in Aussicht. Damit sollte es den Werkzeugmaschinenherstellern künftig leichter fallen, bei ihrer Hauptkundengruppe Akzeptanz für die offene Schnittstelle zu erreichen. Die Veröffentlichung der Spezifikation wird für das erste Quartal 2022 angestrebt.

Anbindung von IT-, MES- und ERP-Systemen geplant

Der Markterfolg von Schnittstellen hängt davon ab, dass es sowohl Maschinen als auch Software gibt, die mit den entsprechenden Schnittstellen ausgestattet sind, beziehungsweise diese verarbeiten können. „Die Kunden fragen heute schon, wann ihr IT-, MES- oder ERP System die standardisierten Daten endlich verarbeiten kann“, beschreibt Prokop die Diskussion. „An dieser Baustelle arbeiten wir mit namhaften Partnern schon seit längerem. Beispielsweise hat uns SAP immer wieder bei Livedemonstrationen unterstützt. Hier auf der EMO Mailand können wir mit den Partnern mpdv und IGH-Infotec die ersten serienreifen Schnittstellenimplementierungen in namhaften MES-Systemen ankündigen.“

Insgesamt erfährt Umati weltweit großes Interesse und Zustimmung. Allein in Mailand sind elf Maschinen chinesischer Hersteller über die dortige Kooperation NC Link angeschlossen. „Die große Resonanz spornt die beteiligten Maschinenhersteller und das Umati-Team immer wieder an, den Marathon, den die Entwicklung einer solchen standardisierten Schnittstelle bedeutet, weiterhin durchzuhalten“, sagt Prokop abschließend.

Quelle: VDW

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