VDMA Baden-Württemberg: Ergebnisse der Konjunkturumfrage

„Die Betriebe sind positiv eingestellt, sie vertrauen auf ihre technologische Stärke und internationale Präsenz“, so Mathias Kammüller, Vorsitzender des VDMA Baden-Württemberg anlässlich der Vorstellung der jüngsten Konjunkturumfrage des Verbandes in Stuttgart. „Den größten politischen Handlungsbedarf sehen die Unternehmen bei der Schaffung einer zukunftsweisenden Infrastruktur. Hier fordern wir daher von der Landesregierung das Thema schnelles Internet ohne Zeitverzug voranzutreiben.“

Unternehmen aktuell zufrieden mit Auftragseingängen

Die 259 an der Konjunkturumfrage beteiligten Unternehmen zeigen sich aktuell zufrieden mit ihrer Auftragseingangslage. 48 Prozent sprechen von einer derzeit guten oder sehr guten Auftragseingangssituation, dies entspricht ungefähr dem Vorjahreswert. 22 Prozent sprechen von einem schwachen, schlechten oder sehr schlechten Auftragseingang.
Für den weiteren Jahresverlauf erwarten 23 Prozent eine Verbesserung der Auftragseingänge, 65 Prozent gehen von einer unveränderten Lage aus. Lediglich 12 Prozent erwarten eine Verschlechterung in den nächsten Monaten.

Die Ergebnisse der VDMA-Konjunkturumfrage deuten darauf hin, dass insbesondere in der zweiten Jahreshälfte die Auftragseingänge im badenwürttembergischen Maschinenbau anziehen könnten. Aufgrund der zahlreichen internationalen Unwägbarkeiten bleibt jedoch ein Fragezeichen. „So ist abzuwarten, wie sich der Brexit auf die Auftragseingänge im letzten Quartal auswirken wird“, so Kammüller.
Derzeit ist Großbritannien nach den USA, China und Frankreich viertwichtigster Markt des hiesigen Maschinenbaus. Die baden-württembergischen Maschinenlieferungen in das Vereinigte Königreich beliefen sich 2015 auf ein Volumen von über 1,9 Milliarden Euro.

Auch der unklare politische Kurs der Türkei könnte Auswirkungen auf den Export haben. 2015 hatte Baden-Württemberg Maschinen- und Anlagen im Wert von 925 Mio. Euro in die Türkei exportiert und damit im Vergleich zu 2014 einen Zuwachs von 18 Prozent realisiert.

Inlandsmarkt ist wichtigster Zielmarkt

Wichtigster Motor und Stabilitätsanker für die Unternehmen ist derzeit der Inlandsmarkt. 75 Prozent der befragten Betriebe geben Deutschland als besonders gut laufenden Zielmarkt an.
Positiv verläuft für viele der befragten Unternehmen der US-amerikanische Markt, wenn auch im Vergleich zum Vorjahr eine nachlassende Dynamik erkennbar ist. Rückläufige Bedeutung hat derzeit China. Nur noch etwas mehr als jedes fünfte Unternehmen gibt die Volksrepublik als positiv laufenden Zielmarkt an. Schwach präsentieren sich vor allem Russland und Brasilien.

Umsatz setzt Aufwärtstrend fort

Die Umsatzentwicklung sehen die an der Umfrage beteiligten Unternehmen für das laufende Jahr positiv, sie erwarten im gewichteten Durchschnitt einen nominalen Umsatzanstieg von 2 Prozent. „Auf Basis dieser Erwartungen könnte der baden-württembergische Maschinen- und Anlagenbau 2016 einen Umsatz von 75,5 Mrd. Euro realisieren und so den Wachstumstrend der vergangenen Jahre – wenn auch etwas moderater – fortsetzen“, fasst Kammüller zusammen.
Im Einzelnen gehen 65 Prozent der befragten Unternehmen von einem Umsatzanstieg für das laufende Jahr aus, 34 Prozent erwarten einen Anstieg bis 5 Prozent, 31 Prozent sogar von mehr als 5 Prozent.
Auch für 2017 stehen die Zeichen auf Wachstum. Knapp 73 Prozent der befragten Unternehmen erwarten einen Zuwachs beim Umsatz, 44 Prozent gehen dabei von einem Plus von mindestens 5 Prozent aus.

Personalstand hat sich weiter erhöht

„Die Konjunkturumfrage zeigt, dass die Betriebe auch in einem konjunkturell anspruchsvollen Umfeld personell weiter wachsen wollen“, so Kammüller. Im ersten Halbjahr 2016 haben 39 Prozent der befragten Unternehmen Personal aufgebaut, nur 14 Prozent Personal abgebaut. Für die nächsten Monate planen 32 Prozent einen Personalaufbau, 14 Prozent einen Abbau von Beschäftigten.
Damit steuert der Maschinenbau auf neue Rekordzahlen zu. Laut amtlicher Statistik hat die Branche in Baden-Württemberg im Jahr 2015 über 306.000 Menschen beschäftigt. Dies entspricht einer Steigerung von knapp 2.000 Mitarbeitern gegenüber dem Jahr 2014.
Investitionen 2016 auf stabilem Niveau Die Betriebe wollen auch 2016 in neue Produkte und Prozesse investieren. 50 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen im Vergleich zum Vorjahr unverändert halten, 35 Prozent sie steigern. Begünstigt wird das Investitionsklima durch eine gute Kapitalausstattung, die Unternehmen verfügen derzeit über eine Eigenkapitalquote von im Durchschnitt 40 Prozent.
Betriebe wünschen sich bessere Infrastruktur Gefragt nach ihren Erwartungen an die grün-schwarze Landesregierung sehen 53 Prozent der befragten Unternehmen den größten Handlungsbedarf bei der Schaffung einer leistungsfähigen Verkehrs- und Breitband-Infrastruktur.
Gestützt auf dieses Ergebnis fordert der VDMA, die Digitalisierung im Land zügig voranzutreiben. „Im Sinne einer vorausschauenden Strukturpolitik muss jeder industrielle Gewerbestandort mit einem Breitbandanschluss mit mindestens 100 MBit/s symmetrischer Übertragungsrate ausgestattet werden können“, so Kammüller.

Kontakt: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., www.vdma.org