Bild: fotolia

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Die MTE-Maschine vom Typ FBF-M 10000 punktet dabei mit ihrem automatischen Fräskopfwechselsystem bei der 5-Seiten-Bearbeitung komplett in einer Aufspannung

Die Kollmeder Schmiede- und Presswerk GmbH & Co. KG ist ein traditionsreiches Familienunternehmen, deren Wurzeln bis ins Jahr 1959 zurückreichen. Am Standort Ergolding erfolgt eine Vorbearbeitung oder Fertigbearbeitung selbst hochkomplexer Werkstücke nach Kundenvorgabe. Um dabei die optimalen mechanischen Eigenschaften der eingesetzten Werkstoffe zu erhalten, erfolgt nach dem Schmieden die Wärmebehandlung in eigenen Glüh-Öfen. Mit seinem speziell auf die Bedürfnisse abgestimmten Maschinenpark zählt das Unternehmen mit seinen 110 Mitarbeitern in der Branche zu einem der führenden Hersteller von nahtlos gewalzten Ringen, Flanschen, Schmiedeteilen sowie Loch- und Blindscheiben. Zu den Stärken gehören neben der hohen Flexibilität, kundenspezifische Problemlösungen und Bearbeitungen – und das mit kurzen Lieferzeiten zwischen vier und fünf Wochen. Die Kunden sind weiterverarbeitende Unternehmen aus den Bereichen Maschinen-, Apparate-, Behälter- und Rohrleitungsbau.

 

Umfangreicher Maschinenpark

Bei den komplexen Fräs- und Karussellbearbeitungen der Werkstücke mit Durchmessern von bis zu 8000 mm kann das Familienunternehmen auf einen sehr großen, eigenen Maschinenpark

MTE FBF-M 10000

FBF-M 10000 ausgestattet mit automatischem Fräskopfwechselsystem und Dreh-/Verschiebetisch.
Bilder: fertigung

zurückgreifen. Er umfasst Fahrständerfräsmaschinen mit Verfahrwegen X = bis zu 10 000 mm sowie Großkarussell-Drehmaschinen bis Durchmesser 8000 mm mit entsprechenden Fräsköpfen.

Als es vor rund zwei Jahren darum ging, den Einstieg in die Fräsbearbeitung zu vollziehen, sahen sich die beiden Brüder und Geschäftsführer Stefan und Johann Kollmeder nach einer geeigneten Fahrständermaschine am Markt um. Fündig wurden sie bei MTE Deutschland. Gunther Borbonus, Geschäftsführer von MTE und sein Team in Montabaur sind eine Werksniederlassung des spanischen Werkzeugmaschinenherstellers, dessen Stammwerk Itziar im spanischen Baskenland zwischen Bilbao und San Sebastian liegt – eine Region, die für ihre lange Maschinenbautradition bekannt ist.

MTE Fraeskopf

Herzstück der FBF-M: Fräskopf im Einsatz.

Borbonus und Kollmeder verbindet zudem eine langjährige Beziehung. „Herr Borbonus steht uns schon viele Jahre mit Rat und Tat zur Seite und hat uns immer wieder beraten – obwohl wir bis dato noch keine Maschine gekauft hatten“, so Johann Kollmeder. „Da wir ein klassischer Einzelteilfertiger sind, hat er uns die Maschine entsprechend unseren Bedürfnissen konzipiert.“ „Wir wollten eine Fahrständerfräsmaschine, die zum einen eine hohe Stabilität bietet, und zum anderen über ein ausgeklügeltes Fräskonzept verfügt“, erklärt Stefan Kollmeder die weiteren Anforderungen. „Obendrein sollte sie universell einsetzbar sein, damit wir für die Zukunft gerüstet sind.“

Auf einen Blick

Vorteile FBF-M von MTE

  • stark verrippte schwingungsdämpfende Gusskonstruktion der gesamten Maschine
  • INA-Linearführungen in allen Achsen
  • hochdynamische digitale Antriebe
  • 32/40 kW-Hauptspindelmotor
  • ölgekühltes 3-Stufen-Getriebe im Frässchieber
  • automatisches Kopfwechselsystem für den Einsatz von bis zu vier Fräsköpfen/Bohrspindeln
  • geräumige ergonomisch gestaltete Bedienerbühne
  • mitfahrende Wartungsbühne an der Werkzeugwechslerseite

Als die Maschine im November 2013 bestellt wurde, hatte MTE auch schnell eine optimale Lösung parat. Die auf der Messe Metav 2014 in Düsseldorf ausgestellte FBF-M 10000 war bereits maßgeschneidert auf die Anforderungen von

Johann Kollmeder

„Früher konnten wir nur Drehbearbeitungen mit einfachem Lochbild auf unseren Karusselldrehmaschinen ausführen. Heute sind wir mit der FBF-M 10000 in der Lage, dem Kunden alle Bearbeitungen inklusive Fräsen aus einer Hand anzubieten.“
Johann Kollmeder

Kollmeder und wurde anschließend gleich nach Ergolding ausgeliefert.

Apropos Stabilität. „Sämtliche MTE-Maschinen werden in allen Komponenten kompromisslos komplett aus Guss gefertigt“, bringt es Borbonus auf den Punkt.“ Im spanischen Stammwerk konstruieren Ingenieure und Techniker alle

Kernkomponenten der Maschinen selbst – vom Maschinenbett bis hin zu den Fräsköpfen. „Gusskomponenten in höchster Qualität tragen dabei maßgeblich zur Stabilität, Maßhaltigkeit und Präzision unserer Maschinen bei“, führt er weiter aus. Genau das, was die Verantwortlichen bei Kollmeder suchten. Borbonus betrachtet diese Fräsköpfe quasi „als Kernkompetenz der MTE-Fräsmaschinen“. Denn das automatische Fräskopfwechselsystem bietet eine sehr hohe Flexibilität bei der Bearbeitung.

 

MTE Dreh-Verschiebetisch

Bringt Flexibilität: Dreh-Verschiebetisch der FBF-M 10000 von MTE.

Seit einem Jahr im Einsatz

Die im Mai 2014 an Kollmeder gelieferte MTE-Fahrständerfräsmaschine FBF-M 10000 verfügt über einen großen Dreh-Verschiebetisch 3000 x 2500 mm und W-Achse 2000 mm. Mit 60 t Transportlast sowie dem automatischen Fräskopfwechselsystem mit vier Fräsköpfen bildet die Maschine hinsichtlich Flexibilität derzeit die Speerspitze bei der Fräsbearbeitung in Ergolding.

„Konkret haben wir hier einen automatisch schwenkbaren diagonalen Fräskopf, zwei verschiedene Bohrspindeln sowie einen Adapter-Winkelfräskopf im Einsatz, der es ermöglicht auch in abgewandte Positionen zu gelangen“, so Borbonus. „Alles unter der Zielsetzung, beispielsweise ein Loch an einer Stelle zu bohren, was sonst nicht möglich wäre.“ Nach Aussage von Borbonus war die Aufgabenstellung klar definiert, da man bei Kollmeder das Teilespektrum zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen kann und nicht weiß, wie sich die Produkte verändern. „Unsere Maschinen werden dann entsprechend auf den Kunden maßgeschneidert“, so

Stefan und Johann Kollmeder

Zufrieden mit der Investition: Stefan (links) und Johann Kollmeder.

Borbonus. Dabei bedient man sich bei MTE aus einem Baukastensystem. Das heißt, es existieren entsprechende Grundbaureihen, die dann um die einzelnen Baugruppen ergänzt werden. Rund vier Monate dauert es, bis eine Maschine fertiggestellt ist.

„Mit der MTE-Maschine sind wir nun in der Lage, nicht nur runde Teile zu bearbeiten, sondern auch Blöcke mit Querbohrungen oder Flansche oder ähnliches herzustellen“, erklärt Stefan Kollmeder. „Heute können wir kubische Teile bearbeiten oder 5-Seiten-Bearbeitungen in einer Aufspannung in Verbindung mit dem Dreh-Verschiebetisch durchführen.“

MTE Walzringe

Bei Kollmeder werden die Ringe in eigenen Glüh-Öfen hergestellt und anschließend auf die entsprechende Größe gewalzt.

„Früher konnten wir nur Drehbearbeitungen mit einfachem Lochbild auf unseren Karusselldrehmaschinen ausführen. Heute sind wir mit der FBF-M 10000 in der Lage, dem Kunden alle Bearbeitungen inklusive Fräsen aus einer Hand anzubieten“, fasst Johann Kollmeder abschließend zusammen. „Damit können wir unsere Kunden umfassender und schneller bedienen, ohne dass sich dieser wieder einen Unterlieferanten suchen muss. Das spart Zeit und Geld!“

Gunther Borbonus und Johann Kollmeder

Gunther Borbonus (links), Geschäftsführer MTE Deutschland, und Johann Kollmeder, Geschäftsführer der Kollmeder Schmiede- und Presswerk GmbH & Co. KG.

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