Sicherheit ist Trumpf

Die SHW Bearbeitungstechnik GmbH ist auf die Präzisionsbearbeitung von großen Komponenten spezialisiert. In Aalen werden seit 2005 die Herzstücke von Werkzeugmaschinen gefertigt: Fräsköpfe, Spindel- und Maschinenstöcke, Gestelle für den allgemeine Maschinenbau. Zusätzlich bearbeitet SHW Bearbeitungstechnik Motorblöcke, Getriebe für Schwerlastlokomotiven und Module für Wind- beziehungsweise Wasserkraftanlagen.

Die Bearbeitungsschritte sind zum Teil sehr komplex und können mehrere Tage Durchlaufzeit benötigen, bis sie endgültig fertiggestellt sind. Am Anfang jeder neuen Anfrage steht das persönliche Gespräch, um mit dem Kunden zusammen Lieferzeiten zu bestimmen. Roland Ziegler, Geschäftsführer bei SHW Bearbeitungstechnik, setzt auf Kompetenz und Qualität, um optimale Ergebnisse zu liefern. Dank 3-Schichtbetrieb und leistungsfähiger CNC-gesteuerter Maschinen sind trotz komplexer Aufgaben kurze Lieferzeiten gesichert. Module bis zu 40 t, 18 m Länge, 2,4 m Breite und 4,1 m Höhe können ohne Probleme bearbeitet werden. Dabei kommen viele unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz.

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SharkDrill von Arno: Eine gute Wahl bei tiefen Bohrungen – hier bei Motorblöcken. Geringes Verlaufen und reduzierte Aus­brüche bei Durchgangsbohrungen.

Produktive Methode
Einfluss auf die Bearbeitungszeiten von externen Dienstleistern wie etwa beim Schleifen oder der Wärmebehandlung zu nehmen, ist nur begrenzt möglich. Was SHW allerdings in der Hand hat, ist, die Werkzeuglieferanten nach seinen Anforderungen auszuwählen.

So auch bei der Fertigung von Flanschzapfen aus Stahl, die für einen Papierwalzenhersteller der Druckbranche bearbeitet werden. Die Papierwalze hat einen Durchmesser von bis zu 2 m, die Flanschzapfen sind bis zu 1,25 m lang. Schwierig wird es, wenn es zu den Bohrungen kommt, die mit unterschiedlichen Winkeln gebohrt werden. Am Anfang bohrte SHW mit HSS-Spiralbohrern, suchte aber stetig nach einer produktiveren Methode zu fertigen. Tests mit Vollhartmetall-Spiralbohrern verliefen negativ. Die gewinkelten Bohrungen waren eine Herausforderung: Die erste Bohrung war kein Problem, die zweite, schräg auf die erste Bohrung treffende, dafür umso mehr. Sobald der Bohrer auf den Hohlraum der ersten Bohrung traf, lief er weg. Eine zusätzliche Herausforderung war der geringe Kühlmitteldruck der Maschine, der ein Bohrwerkzeug mit optimiertem Spanablauf fordert. Mehrere Werkzeuge konnten keine optimalen Ergebnisse erzielen. Arno Werkzeuge schaffte es, die Bohrung mit dem SharkDrill und einem TICN-beschichtetem Schneideinsatz in der Geometrie –AS prozesssicher durchzuführen. Mit spezieller Ausspitzung ist diese Geometrie besonders für sein geringes Verlaufen, reduzierte Ausbrüche bei Durchgangsbohrungen und als erste Wahl bei tiefen Bohrungen bekannt. Der Spanablauf war durchgehend gut.

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SHW Bearbeitungstechnik ist auf die Präzisionsbearbeitung von Komponenten in XXL spezialisiert.

Werkzeugtest
Zieglers strategische Entscheidung, mit jeweils nur einem Lieferanten im Bereich Bohren, Fräsen und Reiben zusammenzuarbeiten, führte zu einer weiteren Bewährungsprobe für Arno Werkzeuge. Die Ergebnisse beim Werkzeugtest zur Bearbeitung von Motorenblöcken waren der ausschlaggebende Punkt für Ziegler: Die Bohrer des Mitbewerbers konnten zwar mit einem höheren Vorschub von 636 mm/U glänzen, waren aber nicht prozesssicher. Trotz einer Reduzierung des Vorschubes auf 500 mm/U konnten sie keine konstanten Ergebnisse erzielen. Somit stiegen die Kosten am Ende um ein Vielfaches, und ein drohender Imageschaden aufgrund nicht eingehaltener Lieferzeiten konnte gerade nochmal abgewendet werden.

Als zuständiger Werkzeuglieferant für den Bereich Bohren setzte Arno umfangreiche Überprüfungen der bisherigen Bearbeitungsschritte in Hinsicht auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit auf den Plan. Vor Ort tauscht sich der Arno-Außendienst mit den SHW-Mitarbeitern aus und entwickelt gemeinsam mit ihnen Verbesserungen. Dabei stößt er auf einen Bearbeitungsprozess, bei dem Vorbohren, Aufbohren und Fasen mit drei unterschiedlichen Werkzeugen durchgeführt werden. Um die Effizienz zu steigern, schlägt einen Stufenbohrer auf Basis des Shark Drills in Sonderausführung vor, der sowohl das Vorbohren, Aufbohren und Fasen im Durchmesser 35 mm übernimmt. Das spart SHW Werkzeugkosten, Lagerkosten und Rüstzeiten.

Ziegler fasst zusammen: „Dank Arno-Werkzeugen können wir jetzt in kürzerer Zeit die Motoren bearbeiten. Die Maschinenstundensätze sind für mich ausschlaggebend. Wenn diese reduziert werden, ergibt sich ein echter Pluspunkt, der in bares Geld umgerechnet werden kann.“

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Roland Ziegler, Geschäftsführer SHW Bearbeitungstechnik: „Dank den Arno-Werkzeugen können wir jetzt in kürzerer Zeit die Werkstücke bearbeiten.“

Ständige Verbesserungen
Durch die ständigen Verbesserungen bei den Arno-Schneideinsätzen in punkto Beschichtung und Geometrien werden beste Ergebnisse erreicht. Sie tragen großenteils zur ständigen Weiterentwicklung beider bei. So steht Arno-Werkzeuge bei Ziegler für ein Unternehmen, das sich auch schwierigen Anwendungen annimmt und hervorragend löst. Neben den harten Fakten sind es aber die zusätzlichen Kompetenzen, die im Zuge der stetig komplexer werdenden Aufgaben der Lohnfertiger an Gewicht gewinnen. Im Alltag bleibt immer weniger Zeit für Lieferanten. Da ist ein reibungsloser Ablauf bei Bestellung, Lieferung sowie fehlerfreie Produkte und örtliche Nähe unerlässlich. Dies hat auch zur Folge, dass SHW sich auf wenige, aber zuverlässige Lieferanten konzentriert.

Die Herausforderungen der nächsten Jahre sieht Ziegler vor allem in der Komplexität. So sieht SHW die Chance für sich, kleinere Komponenten bereits montiert zu liefern und somit einen Zusatzservice zu bieten. SHW übernimmt dabei die organisatorischen Schritte für den Kunden und bündelt sie bei sich im Haus. Vom Rohteil über die eigentliche Bearbeitung, Wärmebehandlung, Lackieren zum Montieren. SHW geht sogar noch einen Schritt weiter: Ein zusätzlich gefertigtes Teil jeder Großkomponente wird eingelagert, so dass diese bei Bedarf sofort geliefert werden können.

Der Geschäftsführer hofft auf Unterstützung auch aus der Werkzeugbranche: „Knackpunkt ist und bleibt die Schnelligkeit! Wenn für einen neuen Auftrag Bohrer mit größerem Durchmesser gefordert werden, müssen Wendeschneidplatten und Träger innerhalb von zwei Tagen bei mir auf dem Tisch liegen. Es bedarf Werkzeuglieferanten die mit der schnellen und kurzfristigen Arbeit eines Lohnfertigers mithalten. Kompetenz bei der technischen Beratung muss natürlich ebenso gewährleistet sein. Ein qualifizierter Außendienst, der einfach schon viele Fragen vor Ort klären kann, ohne extra einen Techniker dazuzuholen, erleichtert vieles.“

Wichtig ist ihm dabei, dass der Mann vor Ort umfassend über alle Produkte seiner Produktpalette Bescheid weiß und auch in die Tiefe beraten kann. Nur eine zielgerichtete Beratung führt bei Ziegler zum Erfolg.