Zuverlässig und sehr genau

Vom einfachen Block mit ein paar Bohrungen bis zu hoch komplexen 3D-Konturteilen mit großen Anforderungen an Präzision und Oberflächen reicht die Palette der Werkstücke, die beim Formenbauer und Lohnfertiger Kunze in Netphen spanend zu bearbeiten sind. Die Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Branchen von der Energietechnik über die Bahn bis hin zum allgemeinen Maschinenbau. Ein starkes Standbein sind indes auch Zulieferungen zu Umformwerkzeugen oder Druckgussformen sowie auch komplette Werkzeuge, das Unternehmen agiert als verlässliche „verlängerte Werkbank“ für zahlreiche Werkzeug- und Formenbaubetriebe in der Region.

Trimill 2

Kleine Aufstellfläche bei sehr großem nutzbarem Arbeitsraum: Die
Trimill VU 3525 ist für Kunze die beste Wahl. Mit der sechsten Achse kann zudem die volle Länge des Arbeitsraums genutzt werden.

„Unsere Hermle C50 war bislang unsere größte 5-Achs-Maschine“, erklärt Thorsten Krieb, Prokurist bei Kunze. „Unsere Kunden fragten jedoch immer wieder auch qualitativ hochwertige 5-Achs-Teile in größeren Dimensionen an – die konnten wir mit unserem bestehenden Maschinenpark nicht oder nicht wirtschaftlich realisieren. Zudem stiegen auch die Anforderungen an die Teile.“ Werkstücke mussten oft kompliziert umgespannt und neu eingerichtet werden, es war viel Improvisation gefordert. Und das häufige Umspannen macht es auch nicht gerade einfacher, die geforderten Toleranzen zu halten. Die Verantwortlichen machten sich also auf die Suche nach einer Lösung, bei der sie mit möglichst wenig Aufspannungen auskommen. Dabei setzten die Zerspanungsexperten auf einen großen Sprung in Sachen möglicher Werkstückgröße und -gewicht: „Eine neue Maschine sollte auch groß dimensionierte komplexe Werkstücke möglichst in einer Aufspannung fertig bearbeiten“, erklärt Krieb. „Diese neue Maschine sollte uns zudem die Türen zu neuen Projekten öffnen, die wir bislang nicht darstellen konnten.“ Da die Platzverhältnisse in gewachsenen Betrieben nicht gerade üppig sind, sollte die Maschine einen möglichst großen Arbeitsraum mit einer möglichst geringen Aufstellfläche vereinen.

Meine Meinung

Der Service – gerade in Zeiten immer kürzerer Lieferfristen ist schnelle Hilfe essenziell für den Anwender. Hier können Maschinenhersteller Boden gut machen. Oder aber trotz technisch sehr guter Maschinen Terrain verlieren. Gute Serviceleute sind deshalb für die Hersteller eine erstklassige Investition. Die alte Binsenweisheit, dass spätestens die zweite Maschine vom Servicemann verkauft wird, hat ein dickes Quantum Wahrheit in sich. Die tschechischen Monteure, die hier beim Aufstellen der Trimill mit leidenschaftlichem Perfektionismus „keine Ruhe gegeben haben“, bis alles tipptopp war, bleiben den Anwendern bei Kunze sicherlich dauerhaft im Gedächtnis. Und sind so eine erstklassige Visitenkarte für ihr Unternehmen.
Richard Pergler

Die Palette der bearbeiteten Werkstoffe reicht von Aluminium über Grauguss und Werkzeugstähle bis zu gehärteten Stählen sowie Edel- und Duplexstählen. „Künftig wollen wir uns aber auch an Titan wagen“, betont Krieb. „Auch dafür sollte die neue Maschine fit sein.“

Trimill 3

Die Trimill-Maschine geht kräftig und doch sehr präzise zu Werke.
Mittels der Fernbedienung kann der Bediener Spindel und Werkzeug komfortabel und auf sehr einfache Weise exakt positionieren – direkt im großen Arbeitsraum des Bearbeitungszentrums.

Großer Bauraum kann überzeugen
Damit war der Kreis möglicher Kandidaten bereits sehr stark eingeschränkt. Viele Maschinen mit adäquatem Arbeitsraum fielen aufgrund ihrer Baugröße durchs Raster. Schließlich entschieden sich die Verantwortlichen für eine massiv ausgeführte fünfachsige Trimill 3525 mit obenliegender Gantry.

Die Alternativen, die sich das Team von Kunze anschaute, waren bei vergleichbarem Arbeitsraum deutlich größer dimensioniert. „Wir waren schließlich gemeinsam mit den künftigen Maschinenbedienern bei Trimill in Tschechien im Werk, und das Konzept der Maschine hat uns alle überzeugt“, betont Krieb. „Der solide Grundaufbau ermöglicht eine ausgereifte, vibrationsarme Konstruktion der Maschine – das ist bei unseren Werkstücken oft unerlässlich. Darüber hinaus stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Trimill 4

Insgesamt 50 HSK-100-Werkzeuge bis zu 400 mm Länge fasst das großzügig dimensionierte Werkzeugmagazin der Trimill. Damit ist der Lohnfertiger aus Netphen auch für komplexere Werk­stücke gut gerüstet.

Zudem war der Maschinenhersteller für das Kunze-Team kein Unbekannter: „Bei uns steht unter anderem eine VC 2314 und eine noch von Trimill unter der Marke Depo gebaute HC 1612 – das sind kleinere Maschinen, die sehr zuverlässig laufen und sehr niedrige Ausfallquoten aufweisen. Die Verfügbarkeit der Maschinen ist extrem gut“, ergänzt der Prokurist. „Und auch mit dem Service von Trimill haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Das wurde auch beim Aufstellen der neuen Maschine deutlich: „Die Aufbauphase war sehr kurz, die Abwicklung absolut unkompliziert. Und speziell die tschechischen Werksmonteure hatten einen sehr hohen Anspruch an ihre Maschine“, ist Krieb noch immer beeindruckt. „Die haben keine Ruhe gegeben, bis wirklich alles hundertprozentig gepasst hat.“ Ein knappes Dreivierteljahr nach der Bestellung fielen in Netphen die ersten Späne.

Stellachse erweitert Möglichkeiten
Die neue Trimill-Maschine bei Kunze verfügt über Verfahrwege in x, y, z von 3500 x 2500 x 1250 mm. Um den Arbeitsraum bestmöglich nutzen zu können, wurde der Fräskopf mit einer zusätzlichen sechsten Achse ausgestattet, die als Stellachse fungiert. So können die Werkstücke über die komplette Länge eingeschwenkt bearbeitet werden: Wenn sich aufgrund der Größe das Bauteil nicht mehr drehen lässt, dann kann mit der Stellachse schnell und einfach die notwendige Positionierung erreicht werden.

Trimill 5

In der Einzelfertigung sind Kollisionen ein
latentes Risiko. Das Brankamp-System hält etwaige Schäden in engen Grenzen.

Die HSK-100-Spindel von Weiß dreht bis 12 000 min-1 und bietet ein Drehmoment von 239 Nm bei S1/100 Prozent beziehungsweise von 300 Nm bei S6/40 Prozent. Die Maschine ist mit einem Magazin mit 50 Werkzeugplätzen für Werkzeuge bis 400 mm Länge ausgestattet.

Die Heidenhain-Steuerung iTNC 530 sorgt für einfache Bedienbarkeit, eine Blum-Laservermessung für Werkzeuge und die Kollisionssensorik von Brankamp schaffen Sicherheit in der Bearbeitung. Denn gerade in der Einzelteilfertigung ist das Risiko von Kollisionen grundsätzlich sehr hoch. Die keramischen Lager der Spindel sind zwar im Normalbetrieb sehr langlebig ausgelegt, aber bei Crashs reagieren sie sehr empfindlich. Da ist der Kollisionssensor aus Sicht der Verantwortlichen bei Kunze eine durchaus notwendige Versicherung.

Krieb und seine Maschinenbediener sind „rundum zufrieden“ mit ihrer Trimill VU 3525. „Mit der Maschine erreichen wir zuverlässig die geforderte Präzision – ein Hundertstel ist auch bei großen Teilen kein Problem“, erklärt Krieb. „Und die hohe Verfügbarkeit und der faire Preis der Maschine ermöglichen uns eine Fertigung zu wettbewerbsfähigen Kosten.“