Hochpräzise für kühle Teile

Franz Bachl hat sich mit seinem kleinen Unternehmen auf den Prototypenbau und kleine Serien spezialisiert. Aufträge kommen aus Bereichen der Pharmaindustrie oder der Biotechnologie. Auch im Mikroskopbereich hat sich der Unternehmer eine Nische geschaffen, die er bedient.

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Das Wechselmagazin ermöglicht eine Komplettbearbeitung der Teile ohne
umständliches Umrüsten.

Daneben fertigt Bachl auch verschiedene herkömmliche Frästeile aus Titan oder Stählen, etwa für industrielle Roboter und eine Vielfalt an Teilen aus anderen Bereichen, in denen der Experte mit seiner Fachkompetenz überzeugen kann. Bachl startete 2006 in die Selbständigkeit. Schon früh kam der Unternehmer mit müga ins Gespräch. Die erste Maschine im Unternehmen war ein Vertikal-Zentrum aus der R450s-Reihe. Die Maschine überzeugte Bachl neben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis mit der geforderten Bearbeitungsgenauigkeit und Prozesssicherheit.

Vor knapp 2,5 Jahren benötigte der Unternehmer aufgrund gestiegener Anforderungen ein modernes Bearbeitungszentrum. Die Vergrößerung des Unternehmens hatte zudem mangels ausreichenden Platzes einen Umzug in das heutige Firmengelände zufolge. „Wir brauchten einfach mehr Platz. Mit aktuell drei Mitarbeitern haben wir nun genug Raum, uns moderat zu entwickeln“, berichtet er.

Kompakt und stabil
Aufgrund der bisherigen guten Erfahrungen mit der Maschine und dem gesamten Servicepaket von müga fiel die Entscheidung Bachls erneut auf ein Vertikal-Center des Maschinenherstellers aus Villingen-Schwenningen, der eine Vielzahl an hochpräzisen und dennoch preisgünstigen Mehr-Achs-Zentren für die Vertikal- sowie Horizontalbearbeitung im Portfolio besitzt.

Meine Meinung

Präzision und Flexibilität sind die Leitpunkte von Franz Bachl. Deshalb hat er für sich und sein Unternehmen eine Fertigungsnische für Prototypen und Kleinstserien gewählt. Besonders wichtig sind dem Spezialisten ein fundiertes Basiswissen über die Fertigungsvorgänge an sich. Knöpfchendrücker, so seiner Ansicht nach, gibt es leider zuhauf. Dem ist nur beizupflichten, eine fundierte Ausbildung benötigt ein umfassenderes Verständnis in die Fertigungsabläufe. Nur wenn jungen Auszubildenden ein großes Basiswissen vermittelt werden kann, gibt es auch ein hohes Maß an Spaß und Motivation an der Tätigkeit. Respekt deshalb an Unternehmer wie Bachl, der demnächst genau das seinen Auszubildenden weitergeben möchte und so mit, die Zukunft der Branche sichert.
Martin Droysen, Redaktion fertigung

Die Wahl fiel auf ein Bearbeitungszentrum R4530, das kompakt und stabil in Gusskonstruktion baut und sowohl mit der erreichbaren Teilegenauigkeit wie auch der Bearbeitungsgröße überzeugte. Das Preis-LeistungsVerhältnis, die Qualität der Bauteile und die Möglichkeiten, wie etwa die innere Kühlmitterzufuhr durch das Werkzeug mit 20 bar waren weitere Faktoren. Zudem können auf beiden Maschinen diesselben Werkzeuge verwendet werden und auch die Einarbeitung auf eine andere Steuerung entfällt.

Separater Programmierplatz
„Die Hauptprogrammierung erfolgt aber am separaten Programmierplatz mittels SurfCAM-Software“, sagt Bachl. „Bei unseren sehr kleinen Stückzahlen ist das der übliche Vorgang. Erst wenn das Programm steht, läuft die Maschine an.“ Schwerpunktmäßig bearbeitet der Feinwerker mit dem neuen vertikalen müga-center R4530 Titan, daneben auch Stähle, Edelstähle sowie Kunststoffe und auch schwer zerspanbare Keramikbauteile.

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Für Unternehmensinhaber Franz Bachl (rechts) ist die R4530 die passende Wahl für die hochpräzise Titanbearbeitung. Gustav Steffan, Gebietsverkaufsleiter von müga, steht bei neuen Anforderungen kompetent zur Seite.

Bearbeitungsbeispiele sind etwa verschiedene Gehäuse aus dem Messmittelbereich und weiterer Teile aus Titan, die komplett aus dem Vollem gefräst und gebohrt werden. Die hochpräzisen Teile, die sich bei der Montage auf 1/100 mm zentrieren, werden in Messmitteln verbaut, die mit manuellen Tastern einzelne Atome erfassen können. Dazu muss die gesamte Apparatur auf knapp über dem absoluten Nullpunkt herunter gekühlt werden. „Daher müssen die gefrästen Teile einfach funktionieren“, sagt Bachl.

Differenzierte Schwalbenschwanz- oder Flachführungen müssen höchstgenau angefertigt werden, beschreibt er weiter. Im unteren Teil wird in eine Ferule im späteren Montageprozess eine Glasfaser eingeklebt. Diese Ferule ist aus Zirkonoxid und wird ebenfalls auf der müga-Maschine gefertigt. Bachl: „Die Genauigkeit dieser Teile liegt bei 1/100 mm.“

Gewinde fräsen
Weitere Besonderheiten sind seiner Aussage zufolge Gewindefräsen mit Durchmesser bis M1, die in Titanbauteile eingebracht werden. Auch hier setzt Bachl auf das müga-center: „Speziell bei Titan reißen oft herkömmliche Gewindebohrer in den sehr kleinen Durchmesserbereichen. Das ist bei teuren Teilen ein No-go.“ Speziell beim Gewindeschneiden ohne Ausgleichsfutter kann die Maschine Steffan zufolge mit einer Zeitersparnis von bis zu 30 Prozent punkten.

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Feinmechanische Titan-Bauteile beinhalten teils gefräste Gewinde mit Durchmesser unter 1 mm.

Für Bachl ist es sehr wichtig, das passende Maß zwischen Investition und Aufträgen zu finden. „Die Maschinen von müga leisten genau die benötigte Bauteilequalität und ein gutes Quantum drüber hinaus. Prestige-Maschinen kommen bei mir nicht ins Haus“, sagt der Unternehmer. Die Genauigkeit der R4530 passt seiner Aussage zufolge bestens auf die Anforderungen in der Titanbearbeitung.

Ebenfalls wichtig sind ihm hohe Fertigungsflexibilität und die intensive Zusammenarbeit mit dem Anwender, erläutert er: „Für manche Ingenieur- und Konstruktionsbüros sind wir eine Art verlängerte Werkbank, die für die hohe Fertigungskompetenz geschätzt wird.“

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Die stabile Maschinenkonstruktion ermöglicht optimale Bearbeitungsergebnisse.

Als spezielle Stärke sieht der Unternehmer selbst seine hohe Flexibilität: „Teilweise kommt es schon mal vor, dass ein Teil per Kurier zu uns zum Bearbeiten kommt. Nach der Bearbeitung geht das Frästeil teils am selben Tag wieder zurück zum Auftraggeber.“

Die Auftragslage bei Bachl ist seiner Aussage zufolge sehr gut, aufgrund der Kompetenz, die er sich mit seinem kleinen Unternehmen inzwischen erarbeitet hat. Insbesondere die Vielfältigkeit, verbunden mit der hohen Flexibilität bei der Bearbeitung sind Stärken des Unternehmens.

Hohe Fertigungsqualität
Als Besonderheit in dieser Hinsicht zählt für Bachl auch die Herstellung von Sonderwerkzeugen etwa für Flaschengewinde oder besondere Spannvorrichtungen, wodurch spezielle Aufträge erst realisierbar werden können. „Die Maschine tut genau das, was wir wollen“, sagt Bachl. Besonders die innere Kühlmittelzufuhr über das Werkzeug erleichtert verschiedene Bearbeitungsstrategien.

Auf einen Blick

Vorteile müga-center R4530

  • Maschinenbett in Gußausführung
  • automatische Zentralschmierung
  • Spindel ausblasen
  • Späneförderer
  • Späne-Spüldüsen im Arbeitsraum
  • Optionen
  • innere Kühlmittelzuführung
  • NC-Rundtisch 4. und 5. Achse
  • Meßtaster
  • Werkzeugtaster
  • Werkzeugüberwachung
  • automatische Werkstückbeladung
  • High-Speed-Spindel bis max. 150 000 min-1
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Gehäuse für Messmittel im Nanobereich fertigt das
Unternehmen zumeist aus nicht-
magnetischem und
temperaturbeständigem Titan.

Auch der Kontakt mit dem Einkauf seiner Auftraggeber ist ihm wichtig. „Oft stimmen die Vorstellungen mit dem Machbaren nicht überein, dann hilft nur die enge Absprache mit dem Auftraggeber. Nur so stimmt das Gesamtergebnis“, erläutert Bachl.

Servicepaket
Maschinenkäufer erhalten ein in sich stimmiges Gesamtpaket, beschreibt Steffan den Service von müga „Vor Kurzem musste die Spindel der Maschine getauscht werden. Das war in kürzester Zeit erledigt, und könnte aufgrund der einfachen Konstruktion sogar vom Kunden selbst erledigt werden“, erläutert er die After-Sales-Betreuung. Aktuell, zählt er auf, sind etwa 250 dieser Maschinen in deutschen Unternehmen im Einsatz.

Als Rat für andere Unternehmer, die sich eine lukrative Nische erobern möchten, hat Bachl ein paar wenige Sätze parat: „Selbstständig machen sich viele, doch nur mit einem guten Konzept, einer überzeugenden Fertigungsqualität und sich die Flexibilität zu bewahren, auch mal einen Auftrag abzulehnen, gelingt dies auch. Zudem braucht es fähige Mitarbeiter mit fundiertem Fachwissen und eine auf die eigenen Anforderungen passende hochpräzise Maschine.“

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