TNC 640 von Heidenhain mit 3D-Simulationsgraphik.

TNC 640 von Heidenhain mit 3D-Simulationsgraphik.

Herbert Höcherl, Geschäftsführer der Höcherl & Reisinger Zerspanungstechnik GmbH, erklärt: „Als Teilefertiger muss man immer schneller und immer besser sein.“ Das Erfolgsrezept des oberpfälzischen Mittelständlers ist es, neueste Technik einzusetzen und deren Potenzial auszuschöpfen – und das seit über 20 Jahren. Dabei helfen ihm leistungsstarke Bearbeitungszentren von Hermle, die durchgängig mit Heidenhain-Steuerungen ausgestattet sind. Eine Hermle C 50 U MT dynamic und die neue High-End-Steuerung TNC 640 mit der Option Drehen ermöglichen jetzt den Ausbau seines Teilespektrums.

„Bei den drei Kriterien Preis, Qualität und Termin wollen wir an vorderster Stelle sein.“ Deshalb setzt Höcherl in seinem Betrieb konsequent auf konkrete Maßnahmen, um sich am Markt zu behaupten. Das heißt: Gute Facharbeiter einsetzen, automatisieren, 3-schichtig fahren und mit neuester und solider Technik produzieren. „Die Ausrede, dass eine Maschine defekt ist und man nicht produzieren kann, gibt es bei uns nicht“, sagt der Geschäftsführer. Daher unterhält Höcherl einen beeindruckenden Maschinenpark und setzt durchgängig auf Heidenhain-Steuerungen, um für seine Kunden ein zuverlässiger Partner zu sein.

 

Komplettbearbeitung

Bei Höcherl laufen in einem engen Zeitfenster die unterschiedlichsten Teile durch – von Kleinteilen bis zu anspruchsvollen Prototypen- und Vorrichtungen. Genauso vielfältig sind die

Johann Goetz, Hoecherl & Reisinger

Johann Götz, CNC-Programmierer bei Höcherl & Reisinger Zerspanungstechnik: „Auch wenn man vom Fräsen kommt, ist die Programmierung der Drehbearbeitung nicht schwer.“

Werkstoffe: Werkzeugstähle werden genauso verarbeitet wie Edelstähle, Aluminium oder Kunststoffe. Da ist Flexibilität gefordert: vom Maschinenpark und vom Mitarbeiter.

Neu ist jetzt die Komplettbearbeitung mit dem Bearbeitungszentrum von Hermle. „Teile mit Fräs- und Drehbearbeitung hatten wir schon immer“, erzählt Christian Hecht, Werkzeugmacher bei Höcherl & Reisinger. Mit der neuen C 50 U MT dynamic fertigt Höcherl nicht nur größere Teile als bisher, er fräst und dreht mit dem integrierten Drehtisch auch in einer Aufspannung – und das fünfachsig simultan. Die kombinierte Fräs-Drehbearbeitung wird dadurch schneller und genauer.

Hecht erklärt: „Früher haben wir vorher gedreht, dann hat man noch eine Vorrichtung gebraucht, dann wieder aufgespannt und gefräst.“ Die Fräs-Drehbearbeitung sei mit vielen Teilen einfacher geworden. Die Zeitersparnis gehe bis zu 70 Prozent, schätzt man bei Höcherl.

Auf einen Blick

TNC 640 von Heidenhain

Die aktuelle Softwareversion 4 bietet zahlreiche bedienerfreundliche Neuerungen. Die einzigartige detailgetreue 3D-Simulationsgraphik ist davon sicherlich ein Highlight. Sie unterstützt den Bediener der Heidenhain TNC 640 dabei, fehlende Angaben oder Ungereimtheiten im Programm ohne Gefahr für Werkstück, Werkzeug und Maschine schon im Vorfeld einer Bearbeitung zu erkennen. Dazu zeigt sie das Werkstück in beliebigen Betrachtungswinkeln und simuliert sowohl Fräs- als auch Drehbearbeitungen in einer Ansicht. Als Rohteile sind nicht nur Quader, sondern auch zylindrische Körper wie Zylinder, Rohre und rotationssymmetrische Rohteile möglich. Während der Simulation eröffnen viele neue Ansichtsoptionen einen genauen und frei wählbaren Blick auf Details.

Die graphische Simulation ist dabei so detailreich, dass der Maschinenbediener unerwünschte Bearbeitungseffekte aus dem NC-Programm, zum Beispiel nicht den Anforderungen entsprechende Oberflächen, frühzeitig

Heidenhain TNC 640 mit 3D-Simulationsgraphik

Heidenhain TNC 640 und die neue 3D-
Simulationsgraphik: Detailreiche Anzeige zeigt unerwünschte Effekte, bevor das Werkstück Schaden nimmt.

erkennen kann. Dabei kann der Bediener wahlweise nur das Werkstück, nur die Werkzeugwege oder beides gemeinsam betrachten. Er hat auch Ansichten zur Wahl, die ihm zum Beispiel die ursprünglichen Abmessungen des Rohteils als Rahmen zeigen und darin die Hauptachsen kennzeichnen oder die für ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen die Werkstückkanten als Linien darstellen.

Eine farbliche Kennzeichnung am Werkstück, bei der für jedes neue Werkzeug auch eine neue Farbe verwendet wird, verdeutlicht dem Bediener die einzelnen Arbeitsschritte und erleichtert die Zuordnung der eingesetzten Werkzeuge. Letztere kann er außerdem noch voll oder transparent einblenden und natürlich auch jederzeit ausblenden. Dass die 3D-Simulation auf der TNC-Steuerung erfolgt, hat für den Bediener einige Vorteile. So kann er an der Maschine erstellte Bearbeitungsprogramme schnell und einfach durchspielen.

Aber auch bei Programmen, die er aus CAD/CAM-Systemen übernimmt, lohnt sich eine Simulation auf der Steuerung. Denn die 3D-Simulationsgraphik der TNC 640 berücksichtigt das auf der Steuerung hinterlegte Kinematikmodell, welches optimal an die tatsächliche Geometrie der Werkzeugmaschine angepasst wurde und auf diese Weise die Bewegungen der Maschine realitätsnah widerspiegelt.

Höcherl & Reisinger setzt bei den Steuerungen seit Beginn konsequent auf Heidenhain-Steuerungen. Deshalb sieht man in der Ausbildung neben modernsten Steuerungen auch noch eine TNC 155 und TNC 426. „Damit ist es leichter, Mitarbeiter an verschiedenen Maschinen einzusetzen.“ Darin und in der einfachen Bedienung sieht Höcherl den Hauptvorteil. Die Einarbeitung in die neue TNC 640 war kein Problem. „Das ist echt alles ziemlich einfach“, sagt Johann Götz, CNC-Programmierer. Er betreut zusammen mit Hecht das neue Bearbeitungszentrum. „Auch wenn man vom Fräsen kommt, ist die Programmierung der Drehbearbeitung nicht schwer.“ Dafür sorgt die einheitliche Bedienung der Fräs- und Drehfunktionen: Drehzyklen sind bei der TNC 640 wie die Fräszyklen aufgebaut, so dass man sich schnell zurechtfindet. „Schwierigkeiten sind eher, die optimalen Schnittwerte oder Drehzahlen zu finden, als in die Dreh-Programmierung reinzukommen“, ist Götz überzeugt. Die neu gestaltete Oberfläche gefällt den Maschinenbedienern, „weil man mit einem Blick eine gute Übersicht erhält“, sagt Götz.

Herbert Hoecherl, Hoecherl & Reisinger Zerspanungstechnik

Geschäftsführer Herbert Höcherl freut sich über die Erweiterung seines Teilespektrums durch das neue Bearbeitungszentrum mit TNC 640

Höcherl ist sich sicher, dass die Investition in die neue Maschine richtig war. Mit der neuen Hermle schafft er sich einerseits Potenzial für ein größeres Werkstückspektrum: „Wir können jetzt Durchmesser von 1 m drehen.“ Andererseits sieht sich Höcherl als Zulieferer sicher aufgestellt: „Jeder Kunde braucht innerhalb von drei Wochen sein Teil.“ Mit der guten Zerspanungsleistung und der Möglichkeit, Teile komplett zu bearbeiten, ist es ihm möglich, enge Terminvorgaben einzuhalten.

Fazit: Mit der neuen High-End-Heidenhain-Steuerung TNC 640 ist mit der Option Drehen der Einstieg in die Komplettbearbeitung – das kombinierte Fräsen und Drehen in einer Aufspannung – leicht zu meistern. Höcherls Mitarbeiter, die sich hauptsächlich mit Fräsbearbeitungen befasst haben, fanden sich Dank der einfachen und einheitlichen Bedienung auch beim Drehen schnell zurecht.

Kontakt: Höcherl & Reisinger Zerspanungstechnik GmbH, www.hoecherl-reisinger.de
Dr. Johannes Heidenhain GmbH, www.heidenhain.de
AMB Halle 4, Stand E12