Für die Zerspanung von Schlüsselkomponenten setzt Weiler auf ein horizontales 4-Achs-Bearbeitungszentrum Heller H 5000.

Für die Zerspanung von Schlüsselkomponenten setzt Weiler auf ein horizontales 4-Achs-Bearbeitungszentrum Heller H 5000.

Das alte Deckel-Bearbeitungszentrum bei Weiler, auf dem etwa die Spindelkästen für die Drehmaschinen gefertigt wurden, war in die Jahre gekommen. Deshalb sahen sich die Verantwortlichen bei dem Drehmaschinenhersteller in Emskirchen nach einer neuen Maschine um, die hohe Präzision und Prozesssicherheit mit der Möglichkeit zur Komplettbearbeitung vereint. „Wir haben eine sehr hohe Fertigungstiefe“, erklärt Volker Preisig, Leiter Montage und Produktion bei Weiler. „Insbesondere bei Schlüsselkomponenten wie Spindelkästen oder Schlitten, bei denen es auf höchste Genauigkeit ankommt, legen wir großen Wert auf eine Fertigung im eigenen Haus.“

Deshalb sah sich Preisig und sein Team bei allen relevanten Herstellern nach einer Maschine um, die den hohen Ansprüchen des Drehmaschinenherstellers genügen konnte. Die sehr gut

Heller Ruestplatz

Über den Rüstplatz lassen sich die Werkstücke ins System einschleusen. So geht keine Maschinenlaufzeit verloren.

ausgebildeten Maschinenbediener waren von Anfang an in die Entscheidungsfindung einbezogen. „An oberster Stelle stand für uns die hohe Qualität unserer neuen Maschine“, betont Preisig. „Wir fertigen schließlich unsere Präzisionsdrehmaschinen mit einem sehr hohen Anspruch an Qualität, versprechen höchste Präzision und nachhaltig hohe Prozesssicherheit. Das alles sind Faktoren, die letztendlich nur mit der Fertigung auf einem hochwertigen Maschinenpark gewährleistet werden können.“

Meine Meinung

Was zählt zur Kernkompetenz?

Nein, man muss nicht alles selbst bis zur letzten Schraube selbst fertigen, gerade bei Standardteilen ist es auch im Maschinenbau oft sinnvoll, von vertrauenswürdigen Lieferanten zuzukaufen. Die Frage ist indes, wo ein Hersteller seine Kernkompetenz sieht: ausschließlich im Entwurf, im Konzept, der Konstruktion und vielleicht noch in der Montage einer Maschine oder eben auch in der zerspanenden Fertigung. Bei Heller wie bei Weiler wird großer Wert darauf gelegt, dass speziell jene Komponenten, die wichtige Eigenschaften einer Maschine wie die Präzision dauerhaft sicherstellen sollen, im eigenen Haus zerspant werden. So wollen die Verantwortlichen sicherstellen, dass Präzision auch im eigenen Haus gelebt und so zugleich die Kompetenz der eigenen Mitarbeiter gestärkt wird – zum Wohl der Anwender.
Richard Pergler, Redaktion fertigung

Volker Preisig, Weiler Werkzeugmaschinen

„Unsere Ansprechpartner bei Heller konnten uns nicht nur glaubhaft höchste Präzision versprechen, sondern auch ganz klar zeigen und nachweisen, auf welche Weise sie erzielt wird.“
Volker Preisig, Leiter Montage und Produktion bei Weiler Werkzeugmaschinen

Die Werkstücke entstehen in der Regel aus Gussrohlingen. „Die Losgröße liegt meist zwischen 5 und 20 Teilen“, erläutert Preisig. „Das zu fertigende Teilespektrum reicht im Kern vom Spindelkasten bis zum Lagerbock.“ Dazu kam der Wunsch, Werkstücke fertig bearbeitet von der Maschine zu bekommen: „Wir wollten ein Bearbeitungszentrum, das die Teile komplett und mit höchster Genauigkeit bearbeitet“, ergänzt Preisig. „Dazu sollte die Maschine auch im mann­armen Betrieb bei Mehrmaschinenbedienung laufen können.“

 

Qualität dank hoher Fertigungstiefe

Zahlreiche weitere Kriterien von den Bearbeitungsmöglichkeiten über die Energieaufnahme bis hin zum Preis-Leistungs-Verhältnis kamen auf den Prüfstand. Von all den Anbietern, die die Maschinenbauer

unter die Lupe genommen hatten, blieben letztendlich nur zwei übrig, deren relevante Maschinenmodelle die strengen Kriterien erfüllen konnten. „Wir entschieden uns letztlich für ein horizontales Bearbeitungszentrum Heller H 5000“, berichtet Preisig. „Dafür gibt es mehrere gute Gründe.“ So konnte Heller mit einer ebenfalls sehr hohen Fertigungstiefe überzeugen. „Dazu kam die hohe Kompetenz unserer Ansprechpartner – die konnten uns nicht nur glaubhaft höchste Präzision versprechen, sondern auch ganz klar zeigen und nachweisen, auf welche Weise sie erzielt wird“, ist Preisig beeindruckt. „Auch

Heller Zerspanung

Die Spindel geht kräftig, aber präzise zur Sache. Die Heller H 5000 bearbeitet die Werkstücke komplett.

bei Heller entstehen Schlüsselkomponenten im eigenen Werk. Alles in allem: Heller passt zu unserer Unternehmensphilosophie. Das mag auch daran liegen, dass Heller wie Weiler auch ein mittelständisches, inhabergeführtes Unternehmen ist, das nachhaltig denkt und das die Bedürfnisse seiner Anwender genau kennt.“

Auf einen Blick

Komplettbearbeitung

Je weniger gerüstet werden muss, desto effizienter und wirtschaftlicher kann in der Regel bearbeitet werden. Werkstücke, die fertig von der Maschine kommen, haben dank Wegfall von Rüst-, aber auch von zusätzlichen Liegezeiten zwischen den Bearbeitungen in der Regel zudem kürzere Durchlaufzeiten. Dazu kommt, dass beim Wegfall von Rüstvorgängen auch die Rüstfehler beim Umspannen der Werkstücke eliminiert werden. Das bedeutet, dass die Bearbeitung nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch präziser werden kann. Komplettbearbeitung und mannarme Maschinenbedienung ergänzen sich ideal. Dazu ist indes notwendig, dass die Prozesse auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls auch neu gestaltet werden. Ein Aufwand, der sich in der Regel auszahlt.

 

Siemens Steuerung

Die Steuerung Siemens 840 D SL erschließt ein weites Spektrum an Bearbeitungsmöglichkeiten bei einfacher Bedienbarkeit.

Leistung präzise ans Teil gebracht

Das Bearbeitungszentrum ist mit einem Palettenwechsler und einem Magazin mit 10 Plätzen ausgestattet, so kann die Maschine hauptzeitparallel gerüstet werden und verfügt über einen Arbeitsvorrat für mannarme Zeiten. Die Verfahrwege liegen in X/Y/Z bei 800 x 800 x 800 mm. Die 63er-Maschinenpaletten lassen sich bis 1400 kg beladen. Die Spindel dreht mit maximal 8000 min-1, bietet 43 kW Leistung und ein maximales Drehmoment von 822 Nm. Die Steuerung Siemens 840D SL sorgt für effiziente und einfache Bedienbarkeit und ermöglicht bei Weiler die Mehrmaschinenbedienung – in Emskirchen wird in zwei Schichten gearbeitet.

Die Werkzeugaufnahme HSK 100 sorgt in Verbindung mit der sehr eigensteifen Bauweise der horizontalen Maschine dafür, dass die Maschinenleistung mit höchster Präzision ans Werkstück gebracht wird. Die Toleranzen bei Weiler – kritisch sind hier insbesondere die Lagetoleranzen der Lagerbohrungen – liegen bei ≤ 1 Hundertstelmillimeter. Das Magazin fasst bis zu 150 Werkzeuge.

Im Profil

Weiler Werkzeugmaschinen GmbH

In seiner mehr als 70-jährigen Geschichte hat sich Weiler einen hervorragenden Ruf bei Anwendern aus zahlreichen Branchen erworben, vom Werkzeug- und Formenbau über Instandhaltung und Fertigung bis hin zu Aus- und Weiterbildung. Weiler sieht sich mit bislang mehr als 150 000 verkauften Einheiten als Marktführer im deutschsprachigen Raum für konventionelle und zyklengesteuerte Präzisionsdrehmaschinen. Die Drehmaschinen werden ressourcenschonend gefertigt und versprechen im Produktionsalltag besonders hohe Energieeffizienz. Das Konzept umfasst den gesamten Lebenszyklus einer Maschine – von ihrer Fertigung über den Betrieb bis zum Recycling. Alle Maschinen sind auf höchste Rüst- und Wartungsfreundlichkeit getrimmt. Und mit dem innovativen Energiesparsystem „e-TIM“ soll beispielsweise der Stand-by-Energiebedarf einer großen, leistungsstarken Zyklendrehmaschine um bis zu 85 Prozent reduziert werden.

Mit dem horizontalen 4-Achs-Bearbeitungszentrum Heller H 5000 werden nun alle Spindelkästen, Lagerböcke und Bettschlitten für sämtliche konventionelle Weiler-Maschinen bearbeitet. „Die Bearbeitung

Heller Speicher

Der Regalspeicher fasst
zehn Maschinenpaletten in den Maßen 630 x 630 mm.

war vorher auf zwei Maschinen verteilt – das Deckel-Bearbeitungszentrum und eine Bettfräsmaschine“, berichtet Preisig. „Wir haben unsere Prozesskette komplett neu aufgestellt, haben uns auch die Arbeit gemacht, die Programme für bestehende Teile entsprechend der neuen Technologie neu zu programmieren und auch die Abläufe neu zu konzipieren.“ Die alten Werkstücke wurden ab Zeichnung direkt neu programmiert, die neueren Teile kommen aus dem CAD-System PTC.

Das rechnet sich: Bei einem Spindelkasten konnte beispielsweise die Bearbeitungszeit von mehr als 3 auf weniger als 1 h reduziert werden. „Dazu kamen weitere Einsparungen beim Rüsten – dank der Komplettbearbeitung fielen ja einige Rüstvorgänge komplett weg“, zieht Preisig Bilanz. „Zusammen mit dem hervorragenden Service bietet Heller hier ein Paket, das sehr gut zu unserer Philosophie passt.“

Kontakt:

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