Hochpräzisions-BAZ, Feindrehwerkzeug, Wohlhaupter, Kern

Seit Beginn des Jahres werden die Hochpräzisions-BAZ von Kern mit digitalen Feindrehwerkzeugen von Wohlhaupter ausgestattet. - Bild: Kern / Wohlhaupter

Vor zwei Jahren, pünktlich zur EMO 2011 präsentierte die Wohlhaupter GmbH ihre Highspeed-Werkzeuge für kleine Ausdrehbereiche. Damit rundete der Werkzeugspezialist aus Frickenhausen sein Portfolio der digitalen Feindrehwerkzeuge, die sich am Markt bestens etabliert haben, ab. Um nun auch für den Bereich der Mikrobearbeitung gerüstet zu sein, hat Wohlhaupter zum Jahresauftakt strategische Zusammenarbeiten mit drei wichtigen Unternehmen in der Branche gestartet.

So rüstet die Kern Microtechnik GmbH ab sofort ihre Hochpräzisions-Bearbeitungszentren für die Mikrobearbeitung mit digitalen Wohlhaupter-Feindrehwerkzeugen aus. „Eine ideale Partnerschaft“, wie der technische Geschäftsführer Frank-Michael Wohlhaupter betont, „da sich beide Unternehmen mit der Bearbeitung von hochgenauen Teilen mit engsten Toleranzen im µm-Bereich hervorragend auskennen.“ Auch Günter Dünnwald, Leiter Anwendungstechnik bei der Kern Microtechnik GmbH, freut sich auf diese Zusammenarbeit: „Die Hochpräzisions-BAZ aus Bayern und die schwäbischen Digitalwerkzeuge ergänzen sich hervorragend.“

Die Ausrüstung von Kern sieht ein Komplettset des digitalen Highspeed-Feindrehwerkzeugs inklusive aller Schneiden von D = 0,4 bis 20 mm vor. Dabei sind die Werkzeuge wahlweise mit HSK 25E oder HSK 40 E Schaft ausgeführt. Interessant ist dieses Gesamtpaket nicht nur für die Uhrenindustrie, sondern ganz besonders auch für die Medizintechnik und die Elektronikbranche. In all diesen Industriezweigen werden vermehrt kleine Durchmesser mit hochgenauen Passungen ausgespindelt.

„Wir liefern diese Werkzeuge mit der Kern-spezifischen Aufnahme als Komplett-Kit, die dann zusammen mit der entsprechenden Maschine – je nach Kundenwunsch – ausgeliefert werden“, ergänzt Wohlhaupter. „Immer dann, wenn eine Spindelbearbeitung zum Tragen kommt, werden unsere Feinspindelsätze mit verkauft. Diese Anwender werden anschließend von Wohlhaupter auch direkt betreut.“

µm-genaue Digitalwerkzeuge
Als weiteren Technologiepartner hat sich die Paul Dümmel Werkzeugfabrik GmbH mit Wohlhaupter zusammengetan. Das Unternehmen ist bekannt als Hersteller von Hartmetallwerkzeugen im Segment der Mini-Bohrungsbearbeitung, und als solcher ergänzt Dümmel das Produktprogramm von Wohlhaupter hervorragend. Besonders das neue Hardline-Programm gilt als ideale Ergänzung der µm-genau einstellbaren Digitalwerkzeuge von Wohlhaupter, vor allem in gehärteten Stählen mit über 66 HRC. Zielen die beiden ersten Kooperationen hauptsächlich auf den europäischen Markt, ist die dritte Partnerschaft von Wohlhaupter mit dem Familienunternehmen Micro 100 schwerpunktmäßig auf den US-Markt ausgerichtet. Micro 100 Tool Corp. aus Meridian, Idaho in den USA, gehört mittlerweile zu den langjährigen Partnern von Wohlhaupter. Das Unternehmen der Familie Newberry genießt seit vielen Jahrzehnten besonders in den USA mit dem einzigartigen Feinstkorn-Hartmetall, das durch ein spezielles Verfahren seine Biege- und Bruchfestigkeit erhält, einen hervorragenden Ruf. Das umfangreiche Mini-Programm lässt dabei keine Wünsche offen, denn es eignet sich besonders bei unterbrochenem Schnitt in allen Stahlsorten.

Frank Wohlhaupter

Frank Wohlhaupter, Geschäftsführer Wohlhaupter GmbH: „Die Mikrobearbeitung ist für uns ein wachsender Markt mit großer Bedeutung.“ Bild: fertigung

Auf die Frage, welchen Stellenwert die Mikrobearbeitung im Hause Wohlhaupter hat, antwortet der technische Geschäftsführer spontan: „Gerade mit unseren kleinen Feindrehwerkzeugen ist dies ein wachsender Markt mit großer Bedeutung. Wobei nicht alle Bohrungen feingespindelt werden müssen. In einigen Fällen reicht eine einfache Bohrung. Grundsätzlich nimmt der kleine Durchmesserbereich bei uns rasant zu.“ Für Wohlhaupter sind insbesondere die Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Elektronikindustrie, Automotive sowie die Schmuck- und Uhrenindustrie wichtige Betätigungsfelder.

Dass sich beispielsweise aus der Kooperation mit Kern neue Werkzeugentwicklungen ableiten lassen, steht außer Zweifel. „Für uns sind die kleinen Durchmesserbereiche auch relativ neu. Viele Anwender wissen noch gar nicht, dass sich mit unseren Werkzeugen kleinste Durchmesser ab 0,4 mm hochpräzise ausspindeln lassen. Somit erwarten wir durch die Zusammenarbeit mit unseren Partnern eine weitere Verbreitung.“

Ein weiterer strategischer Eckpfeiler ist für Wohlhaupter die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der Hahn+Kolb Werkzeuge GmbH. Schon vor mehr als 70 Jahren startete der Vertrieb über den Werkzeughändler. Nun wurde zum 1. Juli diese Kooperation neu aufgenommen und fortgesetzt. Zu diesem Termin werden die Wohlhaupter-Tools im neuen Hahn+Kolb-Katalog mit aufgenommen und über deren speziell geschulten Außendienst mit verkauft. Somit bekommen die 16 Außendienstmitarbeiter und vier Anwendungstechniker von Wohlhaupter tatkräftige Unterstützung – oder besser gesagt, unterstützen sich gegenseitig. Beliefert werden die Kunden direkt von Wohlhaupter. „Hahn+Kolb wird also kein Lager einrichten“, betont Wohlhaupter abschließend.