Jim Stokes (rechts) und Paul Gregory, Besitzer des Alfa 8C, der auf die 
Arbeiten der JSW Group schwört.

Jim Stokes (rechts) und Paul Gregory, Besitzer des Alfa 8C, der auf die Arbeiten der JSW Group schwört.

Passenderweise vergleicht Firmeninhaber Jim Stokes seine Haas Maschinen mit Motoren: Er nennt sie seine „großen, genialen und praktischen amerikanischen V8“

Von ihren Anfängen vor mehr als 30 Jahren in einem Hinterhof ist die Jim Stokes Workshops Ltd. (JSW Group) im Laufe der Jahre kontinuierlich gewachsen und belegt heute mit Leichtigkeit fünf geräumige Hallen in einem Gewerbegebiet in Waterlooville, Hampshire, Großbritannien. Das Unternehmen beschäftigt 50 Mitarbeiter, von denen viele Spezialisten für einige der seltensten Fachgebiete der Kraftfahrzeugtechnik sind. Als Stokes sein Geschäft gründete, wurde er wahrscheinlich als etwas exzentrisch angesehen. Das war in den Jahren, bevor die Oldtimer zu Sammlerstücken von Milliardären und zu „sicheren Anlagen“ für das weltweite Kapital, ähnlich wie die Alten Meister, wurden.

Damals galt fast seine ganze Leidenschaft einem Alfa Romeo 8C, den die in Mailand ansässige Firma von 1931 bis 1939 gebaut hatte. Später wurden der Achtzylinder-Reihenmotor und das Fahrgestell von Enzo Ferraris wachsender Scuderia, dem Alfa-Team und anderen in verschiedenen Ausführungen für die Straße und für Rennstrecken konfiguriert. Gefahren wurden sie von einigen der berühmtesten Namen des Motorrennsports, wie von Tazio Nuvolari, bei einigen der bekanntesten Rennen, so auch beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Meine Meinung

Überzeugende Technik

Jim Stokes schwört auf seine Haas-Maschinen. Überzeugend ist für ihn nicht nur die Qualität der Werkzeugmaschinen, sondern auch die Bearbeitungsqualität und die reproduzierbaren Ergebnisse, die er damit erreicht.
Jürgen Gutmayr

Damals, als der junge Stokes mit dem Polieren und Restaurieren begann, konnte wirklich niemand ahnen, dass der 8C aufgrund seiner geringen Stückzahl und der illustren Geschichte einmal zu dem begehrtesten Oldtimer der Welt werden würde. In den Folgejahren konnte sich die JSW Group weltweit einen guten Ruf für ihre 8C-Kompetenz sowie für ihre umfassenden Kenntnisse bei ähnlich seltenen und exotischen Typen, wie Aston Martin, Ferrari, Jaguar, Lancia, Mercedes und Rolls-Royce, erwerben, die für Reparaturen, liebvolle Pflege vor und nach Rennen sowie gelegentlich auch für komplette Restaurierungen bei Stokes vorgestellt werden.

 

Amerikanische Technik überzeugt

Heute besteht die JSW Group aus den vier Geschäftsbereichen Triple M zur Teileproduktion, South Shore für Karosserien und Produktion, Classics by JSW für eher „Alltagsfahrzeuge“ und die Jim Stokes Workshops Ltd. als dem am besten

Haas-CNC-Werkzeugmaschinen  VF-5

Von den drei Haas-CNC-Werkzeugmaschinen besitzt die VF-5 eine Spindel mit 10 000 min-1, während die Spindeln der VF-2 und der VF-6 mit bis zu 7500 min-1 drehen. Zwei der Maschinen sind mit einem Drehtisch von Haas als 4. Achse ausgestattet.

bekannten Zweig der Unternehmensgruppe. Triple M besitzt drei vertikale CNC-Bearbeitungszentren von Haas, genauer je eine VF-2, VF-5 und VF-6. Die „V8“, wie Stokes sie nennt, erlauben Triple M, Einzelteile und Chargen von Komponenten, darunter Zylinderköpfe, Motorblöcke, Ventile, Kurbelgehäuse, Vergaser, Öl- und Wasserpumpen und vieles mehr anzufertigen.

„Mir gefällt die amerikanische Technik und wie die Haas-Maschinen ihre Arbeit erledigen“, sagt Stokes. „Sie haben sich als robuste und zuverlässige Maschinen bewährt und uns ermöglicht, einen größeren Teil unserer Fertigung wieder selbst auszuführen.“

Doch wie das Unternehmen auf die Haas-Maschinen aufmerksam wurde, ist eine ganz andere Geschichte. Tony Fairbairn, einer der langjährigen Maschinenbediener bei der JSW Group, hatte das Unternehmen verlassen, um bei einer anderen Firma des Ortes – in einer ganz anderen Branche – sein Glück zu versuchen. Dort liefen bereits mehrere Maschinen von Haas. Doch bei JSW wollten sie ihn zurückhaben und überlegten, womit sie ihn zur Rückkehr überreden könnten.

„Ich wusste, dass wir unsere alten Maschinen erneuern mussten“, erinnert sich Stokes. „Und ich wusste, dass Tony, wenn wir in Haas investieren würden, es sich noch einmal überlegen würde. Ich kannte bereits eine Menge Leute, die mit Maschinen von Haas arbeiteten. Daher hatte ich keine Bedenken, mir auch welche zuzulegen.“ Er hatte vor, auf lange Sicht möglichst viele Bearbeitungsabläufe im eigenen Unternehmen zu halten. „Anfangs wollte ich wirklich alles selbst machen“, sagt er. „Doch nachdem ich fünf Jahre lang an sieben Tagen die Woche jeden Tag 18 h gearbeitet hatte, wurde mir klar, dass das nicht zu schaffen war. Wenn man aber Zulieferer beauftragt, erkennt man schnell, dass sie es nicht so machen, wie man es gerne hätte.“

Haas Motorblock

Die „V8“, wie Stokes sie nennt, erlauben Triple M, Einzelteile und Chargen von Komponenten, darunter Zylinderköpfe, Motorblöcke, Ventile, Kurbelgehäuse, Vergaser, Öl- und Wasserpumpen und vieles mehr anzufertigen.

An so manch einem Tag stehen in der Werkstatt der JSW Group vielleicht mehrere Alfa 8C, die für gewöhnlich medienscheuen, renommierten Sammlern oder bekannten und sehr erfolgreichen Geschäftsleuten gehören. Ein häufiger Gast in der Werkstatt ist beispielsweise der Gewinner des 24-Stunden-Rennens von Le Mans des Jahres 1932.

 

Sämtliche Bearbeitungen auf Haas-Maschinen

„Der Besitzer dieses Fahrzeugs, und auch viele andere, würde niemals mit dem Originalmotor ins Rennen gehen, da er historisch gesehen viel zu wertvoll ist. Stattdessen fertigen wir einen Ersatzmotor nach seinen Vorgaben an. Das machen

Jim Stokes,  JSW

„Mir gefällt die amerikanische Technik und wie die Haas-Maschinen ihre Arbeit erledigen. Sie haben sich als robuste und zuverlässige Maschinen bewährt und uns ermöglicht, einen größeren Teil unserer Fertigung wieder selbst auszuführen.“
Jim Stokes, Firmeninhaber JSW Group

wir mit Motoren, Getrieben und Achsen. Wenn man das Auto im Rennen also hart rannehmen möchte, dann ist das möglich, ohne das Original zu beschädigen. Sämtliche Bearbeitungen an den Teilen erledigen die Maschinen von Haas.“ Von den drei Haas-CNC-Werkzeugmaschinen hier besitzt die VF-5 eine Spindel mit 10 000 min-1, während die Spindeln der VF-2 und der VF-6 mit bis zu 7500 min-1 drehen. Zwei der Maschinen sind mit einem Drehtisch von Haas als 4. Achse ausgestattet.

„Zurzeit verfügen wir über den Großteil der Maschinenleistung und Kapazität, die wir benötigen. Wir müssen sehr große Kurbelgehäuse für luftgekühlte Motoren bearbeiten. Daher brauchen wir eine Maschine mit Verfahrwegen von 1,6 m, so dass die VF-6 wirklich ideal ist. Sie hat viele Werkzeuge (24 + 1) und wir fahren sie mit einer 4. Achse. Diese nutzen wir, wenn die Maschine über Nacht Teile, beispielsweise Achszapfen, produziert. Tagsüber belegen wir den Rest des Maschinenbetts mit anderen Arbeiten. Im Augenblick fräsen wir Motorenblöcke, die in zwei identischen Hälften gefertigt werden. 95 Prozent unserer Motorenteile können wir mit vier Achsen produzieren, da die Bearbeitung des Kanals nicht besonders kompliziert ist.“ Ein sehr geringer Teil der JSW Group fertigt Teile für Filmgesellschaften. So hat das Unternehmen kürzlich das Heck des Ford Mustang nachgebaut, der in Fast & Furious 6, gefahren ist. „Wir sollten das Heck aus Aluminium fertigen“, sagt Stokes, „weil die Filmgesellschaft wollte, dass es beim Aufprall wie eine Bierdose zerknautscht wird. Letzten Endes haben wir fünf Versionen hergestellt.“

Tony Fairbairn

Tony Fairbairn hat eine klare Meinung zur Nützlichkeit und Vielseitigkeit der Haas-Werkzeugmaschinen. „Ich kann jedes Teil nehmen, auf einer beliebigen Haas einspannen und erhalte immer das gleiche hochwertige und reproduzierbare Ergebnis“, sagt er voller Begeisterung.

Die Maschinen von Haas produzieren auch Teile für den Geschäftsbereich Classics by JSW. Dort erfolgt das Restaurieren, Reparieren und der Neuaufbau von „erschwinglicheren“ Oldtimern wie Porsche 911, MG und sogar vom eher unscheinbaren Morris Minor. Mit den Haas-Maschinen werden Teile hergestellt, die auf dem Markt einfach nicht mehr erhältlich sind.

Stokes hat eine klare Meinung zur Nützlichkeit und Vielseitigkeit der Haas-Werkzeugmaschinen. „Ich kann jedes Teil nehmen, auf einer beliebigen Haas einspannen und erhalte immer das gleiche hochwertige und reproduzierbare Ergebnis“, sagt er voller Begeisterung. „Die Steuerung der Maschinen ist überall gleich. Wenn man eine Haas bedienen kann, kann man alle Haas bedienen. Das ist ein zusätzlicher Vorteil.“

Dass Tony Fairbairn darauf bestanden hat, dass JSW in Haas-Maschinen investiert, hatte also einen guten Grund. „Er ist zu uns zurückgekommen und leitet jetzt die Maschinenwerkstatt“, sagt Stokes. „Zu gegebener Zeit werden wir die ganze Werkstatt auf Haas umstellen. Vielleicht sogar mit ein paar 5-Achsen-Maschinen. Letztendlich ist die Werkstatt die Grundlage unseres Geschäftes. Wir haben mehrere Projekte in Planung. Wenn die alle klappen, dann werden die nächsten zwei oder drei Jahre der blanke Wahnsinn!“

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