Vorsprung beim Zerspanen

Damit neben der Geometrie auch der Schneidstoff der Wendeschneidplatten stets auf modernstem Stand ist, hat die Komet Group Ende 2012 eine hochmoderne CVD-Beschichtungsanlage in Betrieb genommen. Sie ermöglicht komplexe Beschichtungsverfahren für unterschiedliche Werkzeuge, Bauteile und Anwendungen.

Deutlich wird dabei der Praxisbezug an den Platten W60 / W79, die jeweils um eine PVD-beschichtete Ausführung (BK2710) erweitert wurden. Als Grundsubstrat wird ein äußerst verschleißfestes K10-Hartmetall verwendet, das in Kombination mit einer TiAlN-Beschichtung für höchste Maßhaltigkeit und Verschleißbeständigkeit steht. Diese Wendeschneidplatten eignen sich für hochwarmfeste Stähle wie Duplex-Stähle, Nickel-Chrom-Legierungen und speziell bei Turboladern, Turbinenschaufeln und Verbindungselementen eingesetzte Materialien.

Apropos Turboladergehäusebearbeitung: In enger Partnerschaft mit diversen Herstellern von Turboladergehäusen hat Komet ein umfangreiches Werkzeugprogramm entwickelt, das aus konventionellen Stufen- und Sonderwerkzeugen sowie modernen mechatronischen Werkzeugen vom Typ KomTronic besteht.

Die hochmoderne CVD-Beschichtungsanlage der Komet Group ermöglicht komplexe Beschichtungsverfahren für unterschiedliche Werkzeuge, Bauteile und Anwendungen.

Spanbildung unter Kontrolle
Ein Beispiel für die permanente ­Optimierung der bestehenden Produktpalette sind die Wendeschneidplatten mit der Topographie 03. Sie sind jetzt mit dem neuen Hochleistungsschneidstoff BK6730 mit CVD-MT-Beschichtung verfügbar. Die Platten eignen sich besonders zum Voll- und Aufbohren von Stahlwerkstoffen mit den Komet Werkzeugen KUB Trigon und KUB Quatron sowie KUB Centron Powerline.

Die kalottenförmige Spanformstufe der Topographie 03 bewirkt ein unterschiedliches Fließverhalten des Spans. Er wird in seinem Querschnitt gestaucht und neigt daher schneller zum Bruch. So sorgen diese Wendeschneidplatten für verbesserte Spanbildung bei schwierigen Materialien wie zum Beispiel zähen, langspanenden Stahlwerkstoffen und rostfreien Stählen. Ein sicherer Späneabtransport ist auch bei großen L/D-Verhältnissen gegeben.

Die neuen Wendeschneidplatten ermöglichen ein prozesssicheres Arbeiten auch bei hohen Schnittgeschwindigkeiten (>300 m/min). Dadurch kann der Anwender die Bearbeitungszeit senken oder die Standzeit erheblich verlängern.

Der Hochleistungsschneidstoff BK7615 hat die bisherige Sorte BK61 abgelöst. Werkzeuge mit derartigen Schneidplatten erlauben höhere Schnittgeschwindigkeiten und bieten verbesserte Verschleißbeständigkeit. Dies führt insgesamt zu einer Leistungssteigerung bei der Bohrungsbearbeitung von Guss und gehärteten Materialien. So ermöglichen die neuen BK7615-Platten gegenüber dem Vormodell nahezu doppelt so lange Kontaktzeiten, sowohl bei Trocken- als auch bei Nassbearbeitung. Das haben zum Beispiel Versuche mit dem Gusswerkstoff EN-GJS-600 ergeben, der jeweils mit folgenden Schnittwerten bearbeitet wurde: vc = 250 m/min; f = 0,10 mm;

ap = 0,50 mm. Auch hier ist die höhere Verschleißfestigkeit auf eine neue CVD-Beschichtung zurückzuführen. Mit der Einführung des neuen BK7615-Schneidstoffs wurden zudem zwei weitere WSP-Größen eingeführt, so dass die Leistungsfähigkeit dieser Beschichtung auch bei Werkzeugen für kleinere Bohrungsdurchmesser genutzt werden kann.