| von Jürgen Gutmayr
Aktualisiert am: 16. Aug. 2017
Erwin Pielnhofer
"Mit den Schleifmaschinen von Okamoto erreichen wir höchste Oberflächengüten bei unseren Werkstücken." Erwin Pielnhofer, Pielnhofer & Bradl - Bild: fertigung

Die weitere Auftragsabwicklung erfolgte dann über den Werkzeugmaschinenhändler Prematech in Obermichelbach. Geschäftsführer Roland Hüller betreut Pielnhofer vor Ort. Bei ihm bestellte Pielnhofer dann sogleich auch die Rundschleifmaschine OGM 250NCIII.

Mit den beiden Schleifmaschinen von Okamoto hat sich Pielnhofer höchste Präzision ins Haus geholt. Dass er in punkto Qualität die Messlatte sehr hoch legt, beweist sein Maschinenpark, zu dem unter anderem 12 Bearbeitungszentren von Mazak gehören. Eine gewisse Affinität für japanische Maschinen ist nicht von der Hand zu weisen. "Aber für mich zählen eben Qualität und Service – und der stimmt in beiden Fällen", betont Pielnhofer.

Magnetspannvorrichtung von Schunk
Die perfekt geschliffenen Vorrichtungen von Pielnhofer & Bradl werden auf einer Magnetspannvorrichtung von Schunk eingespannt, und dann auf einer Mazak FJV-35/60 II weiterbearbeitet. - Bild: fertigung

Mit einem Schleifweg von 600 bis 1000 mm in der Längsachse sowie ein Querweg von 200 bis 600 mm ist die Flachschleifmaschine ACC 106CAiQ ideal für den Werkzeugbau, den Vorrichtungsbau sowie die Kleinserienproduktion. Eine reichhaltige Grundausstattung und die einfache Handhabung der Maschine zeichnen die Baureihe aus. Die stabile Ausführung des Spindelkopfs und das Führungsprinzip mit Doppel-V-Führung in der Längsachse und Querachse sind Garant für die dauerhafte Präzision. Bei Pielnhofer & Bradl wurde die Maschine zusätzlich mit einem Bandfilter und einem Magnetabscheider ausgestattet.

Ausgeklügelte Software

Okamoto Steuerung
Die iQ-Touchscreen-Steuerung und ihre einfach zu bedienende Software führen in Verbindung mit dem durchdachten Maschinenkonzept zu exzellenten Schleifergebnissen. Die Aufteilung komplexer Aufgaben in einfache Operationen ermöglicht eine maximale Schleifleistung auch für unerfahrene Bediener. - Bild: fertigung

Die Rundschleifmaschine OGM 250NCIII eignet sich zur Herstellung komplexer Formen. Die Schleifsoftware bietet bereits in der Standardversion ein 10-stufiges Schleifprogramm. Eine Software für den Profilschliff ist optional erhältlich. Die Eingabe der Planschleifdaten erfolgt über den Touchscreen, der einen übersichtlichen Aufbau hat. Schleifscheibe und Spindel werden bei der Rundschleifmaschine jeweils über AC-Servomotoren angetrieben. Apropos Schleifmittel. Beim Thema Schleifscheiben vertraut Pielnhofer auf Produkte von Krebs & Riedel. Auf der Flachschleifmaschine kommt beispielsweise eine Multo Classic 400 x 50 x 127 A70 A46J10V zum Einsatz. Die Multo-Reihe zeichnet sich durch ihren geringen Bindungsanteil aus, die für einen kühlen Schliff sorgen. Eine sehr gute Korneinbindung sorgt für hohe Standzeiten. "Mit ihrer Arbeitsgeschwindigkeit von 50 m/s funktioniert die Multo Classic auf der Okamoto Flachschleifmaschine sehr gut. Die Maschine punktet dabei durch ihren soliden Aufbau", bringt es Pielnhofer auf den Punkt.

Im Profil

Okamoto Machine Tool Works

Das Traditionsunternehmen Okamoto Machine Tool Works Ltd. wurde 1935 gegründet und hat sich mit aktuell rund 1700 Mitarbeitern in den über 80 Jahren erfolgreicher Geschäftsentwicklung zum führenden Hersteller von hochwertigen Schleif- und Poliermaschinen mit der dazugehörigen Ausrüstung entwickelt. Produktionsstätten in Japan, Singapur und Thailand haben sich eine schnelle Realisation auch größerer Maschinen-Chargen nach hohen Qualitätsstandards zum Ziel gesetzt. In vielen Ländern finden sich Tochtergesellschaften wie etwa die Europazentrale, Okamoto Machine Europe GmbH, im hessischen Langen nahe bei Frankfurt. Dort werden seit 1990 in Zusammenarbeit mit dem japanischen Mutterwerk die Bedürfnisse des Marktes analysiert, um den Kunden zuverlässige, produktive Lösungen für ihre Schleifaufgaben zu liefern. Zudem bietet Langen mit seinem Vorführ- und Applikationszentrum einen Querschnitt durch das umfangreiche Programm von Okamoto.

Eigene Werkzeughalter

Multo-Classic-Schleifscheibe von Krebs & Riedel
Die Multo-Classic-Schleifscheibe von Krebs & Riedel funktioniert perfekt auf der Flachschleifmaschine von Okamoto. - Bild: fertigung

Dass bei Pielnhofer & Bradl Tüftler am Werk sind, zeigen auch die selbst entwickelten Werkzeughalter, die inzwischen am Markt für Furore sorgen. So wurde beispielsweise ein Halter für Bohrstangen entwickelt, der in verschiedenen Durchmessern verfügbar ist. "Im Gegensatz zu den konventionellen Haltern bieten unsere selbst entwickelten Aufnahmen wesentliche Vorteile", so Pielnhofer. Die umschließende Klemmung verteilt die Spannkraft gleichmäßig am Umfang des Werkzeugs. Dies ermöglicht eine bessere Dämpfung gegen Vibrationen, eine positionsgenaue Spannung der Bohrstange, längere Werkzeugstandzeiten und ermöglicht hochwertigere Oberflächengüten. Gefertigt werden diese Werkzeugaufnahmen aus legiertem Einsatzstahl. Anschließend werden sie gehärtet, brüniert und präzisionsgeschliffen. "Dies gewährleistet eine hohe Standzeit der Halter", wie der Geschäftsführer meint. Wobei wir abschließend wieder beim Thema Schleifen wären. Pielnhofer ist mit seiner Wahl sehr zufrieden, denn die Investition in die Okamoto-Schleifmaschinen zahlt sich in Euro und Cent in seiner Präzisionsbearbeitung aus.