Ganzheitliches Dienstleistungskonzept bei Epucret

Vor knapp drei Jahren hat Epucret Mineralgusstechnik, ein Unternehmen der Rampf-Gruppe, ihr Schleifzentrum eröffnet. Der Experte für Maschinenbetten aus Mineralguss legte mit dem Bereich „Epugrind“ den Grundstein zur schleiftechnischen Bearbeitung von Maschinenbetten und -komponenten im eigenen Konzern. Mit einem Invest von 6 Mio. Euro wurden eine 2400 m2 große Halle mit einem leistungsfähigen Maschinenpark errichtet. Am Standort Bessenbach erhalten Maschinenkomponenten und -gestelle unterschiedlichster Werkstoffe den perfekten Schliff. „Als Systemlieferant für Maschinengestelle schleifen wir nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern bieten das Lohnschleifen wie auch die Präzisionsmontage aus einer Hand an“, erklärt Utz-Volker Jackisch, Geschäftsführer von Epucret.

Zwölf hochqualifizierte Mitarbeiter widmen sich im 3-Schicht-Betrieb dem Flachschleifen und Läppen von modernen Werkstoffen wie etwa Keramik, Faserverbund Wolfram und Naturstein. In der Lohnbearbeitung werden auch Gestelle aus Grauguss geschliffen. Werkstücke bis zu 7 m Länge, 2,65 m Breite und einem Gewicht bis 25 t können die Spezialisten tangential flachschleifen. Der Neubau bietet mit voll klimatisierten Fertigungs-, Montage- und Messräumen (20° ±1K) dazu die besten Voraussetzungen. Unter „Komplettservice“ versteht das Unternehmen alle wichtigen Lösungsschritte von der technischen sowie konstruktiven Beratung über das Schleifen bis hin zum Messen, Kalibrieren und Montieren.

Meine Meinung

Mit dem Schleifzentrum hat Epucret sich als Lohnschleifer und der Präzisionsmontage in der Branche etabliert. Namhafte Werkzeugmaschinenhersteller setzen auf die Dienste des Unternehmens. Damit hat Epucret-Geschäftsführer Jackisch voll ins Schwarze getroffen und die Bedürfnisse des Marktes gut erkannt. Chapeau!
Jürgen Gutmayr, Redaktion fertigung

Schleifmaschine Favretto MI-U500 in der klimatisierten Epucret-Fertigungshalle. Bilder: fertigung

Hohe Nachfrage nach Mineralguss
„Die primäre Idee zu diesem Schleifzentrums war es, unserem wachsenden Kundenkreis Maschinenbetten aus Mineralguss fix und fertig montiert anbieten zu können. Diesen Komplettservice können wir nun allen Kunden und Partnern schnell zur Verfügung stellen“, betont Jackisch. Der Geschäftsführer bezeichnet den Bau des eigenen Schleifzentrums in Bessenbach als längst fälligen Schritt. „Wir haben nun zusätzlich zu externen Partnern eigene am Markt dringend benötigte Schleifkapazitäten geschaffen. In unserem Hightech-Werk schleifen wir selbst riesige Komponenten und Gestelle bis aufs µm genau – also im Tausendstelmillimeterbereich. Genauigkeiten, die bei Maschinenteilen vom Markt immer stärker gefordert werden“, so Jackisch. „Wie genau eine Maschine arbeitet, hängt nämlich entscheidend von ihrem Maschinenbett ab“, führt Jackisch aus. „Durch unsere Spezialisten fürs Handläppen sind wir zudem in der Lage, quasi das letzte µm herauszukitzeln“, bringt er es auf den Punkt. Mit „Epugrind“ will Epucret Mineralgusstechnik nach eigenen Angaben Maßstäbe in puncto Präzision setzen und den Bereich künftig um die Präzisionsmontage weiter ausbauen.

Nicht ohne Grund stehen deshalb im Mittelpunkt der Fertigungshalle in Bessenbach zwei Präzisionsschleifmaschinen mit einem Universalschleifsupport um ±90° schwenkbar, sowie Winkel- und Konvex-/Konkavschleifeinrichtungen. Mittels Bohr- und Fräskopf können auch kleine Bohrungen und Gewinde direkt auf der Maschine eingebracht werden. Eine große Auswahl von Schleifscheiben ermöglicht die optimale Bearbeitung unterschiedlicher Werkstoffe wie Mineralguss, Hartgestein, Keramik, Stahl oder Guss. Um die erzielten hohen Genauigkeiten zu dokumentieren, werden die Teile außerhalb der Maschine in klimatisierter Umgebung mit Autokollimatoren und elektronischen Neigungswaagen vermessen.

Ein Video zum Thema finden Sie hier.

Wolfgang Goldmann (links), Bereichsleiter Präzisionsschleifen Epucret; Utz-Volker Jackisch, Geschäftsführer Epucret.

Identische Schleifköpfe
Die CNC-Präzisionsschleifmaschine von Favretto, deren Schleifkopf übrigens identisch mit dem der WMW-Maschine ist, deckt einen Arbeitsbereich von 5 m ab (L x B x H: 5000 x 2000 x 1350 mm) und erzielt eine Genauigkeit von 5 µm bei Werkstücken bis zu 15 t Gewicht. „Durch den einheitlichen Schleifkopf haben wir den Vorteil, dass wir jeweils auf die gleichen Schleifmittel wie beispielsweise von Elbe, Krebs & Riedel oder Winterthur zurückgreifen können“, erklärt Jackisch.

Um die Bearbeitung in einer Aufspannung zu ermöglichen, wird ein Universal-Schwenkkopf verwendet, der je nach Bedarf im Raster von 1° verstellbar ist. Mittels eines elektromechanischen Antriebes erreichen die Achsen hohe Positionsgenauigkeiten. Zu den weiteren Highlights der Favretto gehören eine Konvex- und Konkav-Schleifeinrichtung sowie eine automatische Auswuchteinheit und Abrichtvorrichtung. Ebenso flexibel arbeitet die NC-Präzisionsschleifmaschine von WMW (Arbeitsbereich L x B x H: 7000 x 2650 x 2400 mm). Durch die Nachrüstung modernster Antriebs- und Steuertechnik bietet sie beste Voraussetzungen für das Präzisionsschleifen großer Maschinenkomponenten. Werkstücke bis zu 7 m Länge und einem Maximalgewicht bis zu 25 t werden hier im µm-Bereich geschliffen.

Mit einem Durchlass von 2,65 m können auf der WMW auch breite Maschinen­betten optimal geschliffen werden.

Die WMW verfügt über einen im Raster von 1° verstellbaren Universal-Schwenkkopf und ist mit einer 5-Achsen-Steuerung ausgerüstet, die das Konvex- und Konkav-Schleifen ermöglicht. Die hydrostatische Tischlagerung garantiert einen gleichmäßigen Schmierfilm bei den unterschiedlichen Tischbelastungen. Der Schleifscheibendurchmesser beträgt 700 mm.

Apropos Nachrüstung: Die WMW ist per se eine Retrofit-Maschine. „Auf dem soliden Graugussbett haben wir eine komplett neue Maschine mit innovativer Technik sowie genauigkeitsrelevanten Bauteilen aufgebaut“, skizziert Jackisch die Vorgehensweise. „Damit konnten wir die Vorteile dieses optimal dimensionierten und abgelagerten Maschinenbettes für einen Neuaufbau perfekt nutzen. Mit einem Durchlass von rund 2,7 m und einer Höhe von 2 m ist die WMW perfekt auf unsere Bedürfnisse und die geforderten Dimensionen des Marktes beim Lohnschleifen zugeschnitten.“ Komplettiert wird der Maschinenpark durch eine CNC-Präzisionsschleifmaschine von aba mit einem Arbeitsbereich von 2,5 m (L x B x H: 2500 x 750 x 700 mm). Auf ihr können Werkstücke mit einem Gewicht von bis zu 3,5 t geschliffen werden. Als Besonderheit verfügt sie über ein vollautomatisches Abrichtgerät mit einem pneumatischen Klappabrichter. Zudem hat die aba zwei Achsen mit einer Zusatzschleifeinrichtung zum Schleifen von Unterzügen. Zu den Highlights der Maschine zählt die vertikale Spindel mit hydraulischer Höhenverstellung. Und das Maschinenbett ist mit Mineralguss ausgegossen und temperiert.

Höchste Präzision in allen Bereichen
„Wir können nicht nur beim Schleifen, sondern in allen Bereichen höchste Präzision gewährleisten“, erklärt Jackisch. „Der Komplettservice von Epucret ist ein ganzheitliches Dienstleistungskonzept von der technischen sowie konstruktiven Beratung über das Schleifen bis hin zum Messen, Kalibrieren und Montieren. Wir verstehen uns als Systemlieferant für Maschinengestelle – auch für den allgemeinen Maschinenbau. Unsere Zielgruppe sind Maschinenbauer aller Branchen von der Werkzeugmaschine bis hin zum Messgerät“, fasst Epucret-Geschäftsführer Jackisch das Unternehmenskonzept abschließend zusammen.