motorrad auf straße vor sonnenuntergang

Fortlaufender Technologievorsprung und Schnelligkeit zeichnen die Huber CNC-Werkzeugschleiferei aus. Und wenn's mal brennt, werden die Werkzeuge mit Motorrad oder Kurierdienst geliefert. - Bild: ©AA+W - stock.adobe.com

| von Jürgen Gutmayr

Wenn es um Sonderwerkzeuge geht, führt kein Weg an der Huber CNC-Werkzeugschleiferei vorbei. Das bayerische Familienunternehmen kann innerhalb einer Woche individuelle Tools mit Beschichtung liefern. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Schweizer NUM verfügt CNC-Huber obendrein über einen fortlaufenden Technologievorsprung, um auch komplexe und moderne Werkzeuggeometrien jederzeit produzieren und nachschleifen zu können.

Wenn im Hause Huber ein Motto gilt, dann nur dieses: Tradition verpflichtet. Nach über 30 Jahren hat Firmengründer Josef Huber die Geschicke des 50 Mitarbeiter zählenden Unternehmens Huber CNC-Präzisions-Werkzeugschleiferei vor gut zwei Jahren an seinen Sohn Stefan übertragen. Er hat, wie könnte es anders sein, das Thema Werkzeugschleifen schon mit in die Wiege gelegt bekommen. Aber damit nicht genug. Der studierte Wirtschaftsinformatiker ist nämlich zusätzlich Assistant Product-Manager beim Schweizer Unternehmen NUM. Somit ist CNC-Huber in Sachen Numroto immer auf dem neuesten Stand.

Josef Huber (links) und Stefan Huber. - Bild: fertigung
Firmengründer Josef Huber (links) mit seinem Sohn Stefan. - Bild: FERTIGUNG

Mit dem Einläuten des Generationswechsels haben die Hubers inzwischen eine erfolgreiche Weichenstellung vollzogen. Mit ihrem umfangreichen Know-how konzentriert sich das Unternehmen heute mehr denn je auf Sonderwerkzeuge. Den Start machte vor rund zwei Jahren ein spezieller Bohrer für die Bearbeitung von Aluminiumstrangpressprofilen, die zur Befestigung von Solarpanels dienen.

Nach Ansicht von Stefan Huber macht es gerade in Zeiten des wachsenden Markt- und Preisdrucks aus dem asiatischen Raum und von den Werkzeuggroßproduzenten wenig Sinn, nur versuchsweise mithalten zu wollen. „Wir konzentrieren uns auf Sonderwünsche und kleine Losgrößen für Semistandardwerkzeuge aus HSS und Hartmetall sowie Sonderwerkzeuge“, erklärt Stefan Huber.

Entwurf in kürzester Zeit mit Numroto. - Bild: Huber
Bei CNC-Huber kann der Großteil aller Werkzeuganfragen in kürzester Zeit mit Numroto entworfen werden. - Bild: Huber

Die Unternehmensleitlinie „Qualität trotz Schnelligkeit!“ ist bei Huber keine leere Worthülse sondern tagtäglich gelebte Philosophie. „Im Idealfall können wir wenn‘s brennt von Eingang der Anfrage bis zur Auslieferung – auch mit Sonderfahrt vom Seniorchef mit dem Motorrad oder via Kurierdienst – innerhalb einer Arbeitswoche inklusive Beschichtung liefern“, so Stefan Huber.

Ermöglicht wird dies durch ein Rohlingslager mit den üblichen Durchmessern. Dazu kommt eine Kooperation mit zwei namhaften Beschichtern. Diese decken an vier von fünf Wochentagen den Warenverkehr ab, wodurch Standardschichten – zu denen inzwischen sehr viele Schichttypen zählen – innerhalb von drei bis vier Tagen geliefert werden können. Obendrein arbeitet Huber mit großen Handelshäusern für den Expresseinkauf von Halbfertigerzeugnissen zusammen.

Zeitberechnung in Numroto. - Bild: Huber
Eine erste Abschätzung der Kosten wird maßgeblich getragen von der Zeitberechnung in Numroto. - Bild: Huber

Hinzu kommen jedoch noch weitere Faktoren. „Maßgeblich unterstützt uns im gesamten Arbeitsprozess die Numroto-Infrastruktur und die Softwareentwicklung im eigenen Haus“, so Stefan Huber. „Der Großteil aller Werkzeuganfragen kann in kürzester Zeit mit Numroto entworfen werden.“ Dies ermöglicht eine erste Abschätzung der Kosten, die maßgeblich aus der Zeitberechnung in Numroto resultiert. Somit erhält der Kunde noch am gleichen Tag ein Angebot. „Bei Bedarf, wenn der Kunde keine Werkzeugskizze, sondern nur eine Bauteilzeichnung beistellt, kann auch dynamisch aus dem Numroto-Werkzeugprogramm eine maßstabsgetreue Zeichnung aus Numroto-Draw generiert werden.

Auf einen Blick: Numroto von NUM – Numroto Draw

Numroto ist auf dem Markt sehr verbreitet. Auf diesen CNC-Systemen sind viele Millionen Werkzeug-Datensätze abgespeichert. Numroto Draw ermöglicht sowohl für bestehende als auch für neue Werkzeuge eine einheitliche und wirklichkeitsgetreue Produktdokumentation. Diese wird weitgehend automatisch erzeugt, wodurch sich Zeit und Kosten einsparen lassen. Bei Numroto Draw wird der Aufriss des Werkzeugs sowie der Zeichnungskopf automatisch erzeugt. Folglich lohnt sich die Zeichnungserstellung schon bei Kleinserien und beim Nachschärfen. Die Funktionalität wurde in der Zwischenzeit stark erweitert, so dass diese Software heute auch für sehr anspruchsvolle Werkzeuge mit mehreren Schnitt-Ansichten eingesetzt werden kann. Mit dieser Produktdokumentation können auch Endkunden mit hohen Zertifizierungs-Standards optimal bedient werden.

Zudem ermöglicht Numroto-3D neben der Schleifsimulation mit Berechnung der Scheibenbelastung (Materialabtrag QW) und des Werkzeugschwerpunkts (zur Optimierung von Vibrationsgefahr bei geometrischer Asymmetrie) auch den direkten Export von 3D-Modellen, welche sich unkompliziert mit einem 3D-Drucker materialisieren lassen. Diese eignen sich beispielsweise zur Veranschaulichung in der Lehrlingsausbildung oder für Konzeptbesprechungen mit Kunden.

CNC-Maschine. - Bild: fertigung
Bei Bestellung des Kunden bedarf es oftmals nur noch kleiner Änderungen am bereits entworfenen Werkzeugprogramm und der Schleifprozess kann direkt an der CNC-Maschine gestartet werden. - Bild: fertigung

„Bei Bestellung des Kunden bedarf es oftmals nur noch kleiner Änderungen am bereits entworfenen Werkzeugprogramm, und der Schleifprozess kann direkt an der CNC-Maschine gestartet werden“, bringt es Stefan Huber auf den Punkt.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Schweizer NUM verfügt CNC-Huber über einen fortlaufenden Technologievorsprung, um auch komplexe und moderne Werkzeuggeometrien wie etwa Up-Down- oder Multiradiusfräser, Fließbohrer, Formstufenbohrer und Tonnen- beziehungsweise Splinefräser jederzeit produzieren und nachschleifen zu können.

Eine solide Basis bildet des Weiteren der Maschinenpark im Hause Huber, zu dem unter anderem zwei Hawemat 3000 CNC mit Lader, eine Saacke UW1D mit Lader sowie drei Fleximat 91 und zwei U-Grind – eine mit Beladeroboter – von Strausak gehören. Last but not least stehen im Unternehmen noch sechs S11 von Michael Deckel, die beim manuellen Schleifen erfolgreich und robust ihren Dienst verrichten.

Speziell die Modelle Fleximat des Schweizer Herstellers Strausak sind nicht nur bei Huber, sondern in der ganzen Szene der Werkzeugschleifer durch die leicht zu programmierende Numroto-Software höchst beliebt. Doch vor allem die Robustheit der 5-Achs-CNC-Maschinen ist ein wichtiger Aspekt für jeden kleinen und mittelständischen Betrieb. Und die Fleximat hat wahrhaft Erfolgsgeschichte geschrieben.

Zeichnung aus Numroto Draw. - Bild: Huber
Ein Angebot kann noch am gleichen Tag an den Kunden abgegeben werden. Bei Bedarf, wenn der Kunde keine Werkzeugskizze, sondern nur eine Bauteilzeichnung beistellt, auch mit dynamisch aus dem Numroto-Werkzeugprogramm generierter und maßstabsgetreuer Zeichnung aus Numroto Draw. - Bild: Huber

Anfangs der 90er-Jahre entwickelte die Strausak in Lohn-Ammannsegg ein neues Werkzeugschleifzentrum mit fünf gesteuerten Achsen. Erstmals wurde damals ein Designunternehmen für die Konzeption einer Maschine beigezogen. Die sogenannte „Fleximat“ sorgte fortan in vielen Werkzeugbetrieben für eine hohe Flexibilität und Produktivität beim Schleifen von Werkzeugen aller Art. Zudem war Strausak einer der ersten Schleifmaschinenhersteller, die damals auf die CNC-Steuerung Num 1050 setzten. Eine Revolution für das Schleifen und Nachschleifen war die Kombination mit der CAD/CAM-Software Numroto. In Verbindung mit den großen Geometrie- und Technologiedatenbanken der CAD/CAM-Software Numrotoplus stellte das Paket NUM 1050 seinerzeit das Beste dar, was man sich wünschen konnte, um ein verdralltes Werkzeug in einer Aufspannung zu schleifen und nachzuschleifen.

Seit Juni 2015 bietet Strausak die Lösung mit Roboter an. Zum Einsatz kommt die Stäubli-TX60L-Reihe. Da der Roboter vollständig in das Maschinengehäuse integriert ist, wird kein zusätzlicher Platz benötigt. Zudem ist die Lösung außerhalb des Maschinenarbeitsbereichs untergebracht, so dass die Mitarbeiter bei der Einrichtung ungehinderten Zugang haben. Der TX60L eignet sich mit dem großen Bewegungsradius und der schnellen Bestückungs- und Ausgabekapazität ideal für den unbeaufsichtigten Betrieb mit großen Chargen.

Um künftig die Zeitverluste im Angebots- und Realisierungsprozess noch weiter zu reduzieren, erfolgt bei Huber im eigenen Haus die Entwicklung eines Online-Werkzeugdesigners. Mit dessen Hilfe kann der Endkunde schon vorab erste Entwürfe nach eigenen Vorstellungen am Schreibtisch mit dem PC, unterwegs mit Tablet oder Smartphone erstellen und über das Internet übermitteln. Ein Prototyp soll übrigens aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr an den Start gehen.

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