Change-Prozess bei Bimatec

Die Unternehmensführung lebt es vor: New Work soll Arbeit auch wieder ein Stück menschlicher machen. (Bild: Bimatec Soraluce)

Tipp 1: Der Mensch steht im Mittelpunkt

Internes Marketing – diesem Begriff wurde seitens der Geschäftsführung des Limburger Maschinenherstellers Bimatec Soraluce bis zum Jahr 2017 wenig Beachtung geschenkt. Bei der Planung des Change-Prozesses wurde aber schnell klar: Marketing bezieht sich keineswegs nur auf den Absatzmarkt. Auch Mitarbeiter sollten als Kunden verstanden werden – mit individuellen Zielen, Ansprüchen und Wünschen. Und ebenso wie bei den externen Kunden gilt es, den Austausch mit diesen internen Kunden zu optimieren. Bimatec hat verstanden: Wer als Unternehmer die Bedürfnisse seiner Beschäftigten mitdenkt, schafft so die Basis für nachhaltigen Erfolg am Markt.

Der Mensch steht im Mittelpunkt
Die neue, egofreie Arbeitswelt auf Augenhöhe schätzen langjährige Mitarbeiter ebenso wie junge Auszubildende. (Bild: Bimatec Soraluce)

Tipp 2: Man muss das Rad nicht neu erfinden

Das Verständnis für Arbeit ist schon seit längerer Zeit im Wandel. Frithjof Bergmann, der als Begründer der New Work-Bewegung gilt, befasste sich bereits in den 1970er-Jahren mit den Themen Freiheit und Arbeit. Zahlreiche Unternehmen und Organisationen auf der ganzen Welt setzen sich seitdem mit New-Work-Modellen auseinander. Wer im eigenen Betrieb eine Veränderung der Unternehmenskultur anstrebt, tut gut daran, sich Erfolgsmodelle anderer (auch branchenfremder) Firmen anzuschauen.
So ist auch die Geschäftsleitung des Limburger Maschinenherstellers im Sommer 2017 vorgegangen und hat dabei festgestellt: "Man muss das Rad nicht neu erfinden." Ob es um flexiblere Arbeitszeiten, Remote Work oder Benefits geht – "So manches von dem, was andernorts erfolgreich umgesetzt wurde, hat sich auch auf unseren Betrieb übertragen lassen."

Tipp 3: Beratung? Ausdrücklich erwünscht!

Den Weg hin zu New Work muss keine Geschäftsführung oder Personalleitung allein gehen. Es gibt mittlerweile Berge an Lesestoff zu diesem Thema – mit konkreten Tipps, hilfreichen Studien und Best-Practice-Beispielen aus anderen Organisationen. Diese Expertise sollte man nutzen, wenn man den Kulturwandel in der eigenen Firma vorantreiben möchte. Auch externe Beratungsangebote sollte man dabei in Betracht ziehen. Zahlreiche Coaches und Beratungsagenturen haben sich auf Veränderungsprozesse von Unternehmen spezialisiert. Deren unvoreingenommener Blick von außen bietet die Chance für echte Veränderung. Bei Bimatec holte man sich beispielsweise in der Planungsphase externe Unterstützung durch eine Beraterin, die zuvor ein Change-Projekt bei einem großen Autobauer geleitet hatte.

Tipp 4: Geschäftsführung als Vorbild für alle

Veränderung kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten im Unternehmen an einem Strang ziehen. Der Führungsebene kommt hier die wichtige Aufgabe zu – nämlich jene, mit gutem Beispiel voranzugehen und den Beschäftigten das angestrebte Mindset zu vermitteln. Schließlich geht es beim Thema Unternehmenskultur um die Summe aller Verhaltensweisen, Regelungen, Gewohnheiten und Gepflogenheiten.

Die Geschäftsführung von Bimatec ist sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und richtet seitdem jegliches Handeln am Leitbild und an der Vision des Unternehmens aus. „Nehmen wir das Beispiel Pünktlichkeit: Ich kann hier schließlich nur das von meinen Mitarbeitern einfordern, was ich ihnen selbst vorlebe“, beschreibt es Claudia Ferri, die bei Bimatec im Management für die Geschäftsbereiche Marketing, Vertrieb und Technologie zuständig ist.

Geschäftsführung als Vorbild für alle
Erfolgsfaktor Lebenslanges Lernen: Durch digitale Tools ergeben sich neuen Chancen. (Bild: Bimatec Soraluce)

Tipp 5: Leitbild und Vision geben Orientierung

Wo wollen wir hin? Was sind unsere Werte? Ohne eine klare Vision und ein Leitbild funktioniert der Veränderungsprozess nicht. Und so standen auch bei Bimatec die Formulierung einer Leitidee und eines Zukunftsbilds am Anfang des Change-Prozesses.

"Unsere Vision ist es, durch eine verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Unternehmensführung die im Jahr 2017 geschaffene Bimatec Soraluce Unternehmenskultur zu vertiefen und nachhaltig zu fördern, die Strukturen, Abläufe und die Art und Weise wie man intern und extern kommuniziert, gezielt hinterfragt und aufbricht." Dies liest man heute zum Thema Werte auf der Homepage des Limburger Unternehmens. Und weiter: "Es geht dabei nicht nur um wirtschaftliche Ergebnisse, sondern auch um die Veränderung von Verantwortlichkeiten".

Aus der Vision wurde inzwischen Wirklichkeit: Im Jahr 2022 setzt Bimatec Soraluce auf Teamarbeit mit einer flachen Hierarchie und ermöglicht es allen Beschäftigten, sich mit ihren Ideen und Lösungsvorschlägen aktiv ins Management des Unternehmens einzubringen.

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