Porträt Soraluce-Geschäftsführer Rafael Idigoras

Soraluce-Geschäftsführer Rafael Idigoras am Firmensitz im baskischen Bergara. (Bild: Soraluce)

Aus welcher Motivation heraus ist Soraluce entstanden?

Die Geschichte von Soraluce reicht bis ins Jahr 1962 zurück, als 52 Gründungsmitglieder die Urkunde zur Gründung der Talleres Soraluce Sociedad Cooperativa zur Herstellung von Werkzeugmaschinen unterzeichneten. Einem Geschäftsbereich, in dem sie Erfahrung hatten.

Von Anfang an waren die Gründer von Soraluce davon überzeugt, dass das Unternehmen Werkzeugmaschinen produzieren sollte. Außerdem wollten sie ihre eigenen Produkte herstellen, ohne von anderen Unternehmen abhängig zu sein. Da es sich bei den Gründungsmitgliedern im Wesentlichen um Bohrwerksdreher, Dreher, Fräser, Schlosser, Schaber und Schleifer handelte, war die Idee, "Metallbearbeitungsmaschinen" herzustellen, speziell zum "Bohren und Ausbohren von Werkstücken". Es ist ein Gefühl von Stolz und auch eine Verantwortung, diese Geschichte in die Zukunft zu übertragen und die gegenwärtigen Entwicklungen zu berücksichtigen.

Für jedes Unternehmen ist das 60-jährige Jubiläum zweifellos ein Meilenstein. Es in einem Jahr zu feiern, in dem das Unternehmen einen historischen Umsatz- und Beschäftigungsrekord erzielt, macht es noch einmal bedeutender. Darüber hinaus sind wir eine Genossenschaft mit einer Verpflichtung zu langfristigen Unternehmenszielen, Schaffung von Arbeitsplätzen und regionaler Verwurzelung. Daher ist es sehr bewegend, dieses Ereignis mit einigen der Gründer zu feiern, die die Entwicklung des Unternehmens über die Jahre hinweg miterlebt haben. Das Unternehmen ist ohne eigenes Produkt gestartet. Hat dann als erstes Radialbohrmaschinen in Lizenz hergestellt und ist über die Jahre zu einem der Weltmarktführer und technologischen Vorreiter im Bereich Fräsen, Drehen und Bohren avanciert. Und aus diesem Grund wollen wir dieses Jubiläum mit allen feiern, die ein Teil von Soraluce sind: Gründer, Mitarbeiter im Ruhestand, Mitarbeiter und ihre Familien, Zulieferer, das weltweite Netz von Handelspartnern, Institutionen, Bildungszentren und natürlich diejenigen, die all das möglich machen: unsere Kunden.

Wie beschreiben Sie das Kerngeschäft von Soraluce?

Als wir Ende der 1980er-Jahre mit der Produktion von Fräsmaschinen begonnen haben, war uns sofort bewusst, dass die einzige Möglichkeit, langfristig wettbewerbsfähig zu sein, darin bestand, unsere eigenen Technologien zu entwickeln. Die zudem fortschrittlich und einzigartig sein musste. Und das war eines der großen Ziele, die wir uns gesteckt haben! Heute hat das Unternehmen durch seine Kontinuität eine führende Marktposition, Anerkennung sowie großartige Ergebnisse erlangt. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir verschiedene Herausforderungen gemeistert, wie beispielsweise die wachsenden Dimensionen unserer Maschinen zur Herstellung immer größerer Werkstücke, die Entwicklung der fortschrittlichsten Automatisierungslösungen, die Patentierung einzigartiger Technologien wie das DAS System oder die Erweiterung unserer Märkte von Europa nach Asien oder in die USA.

Nachdem wir in den letzten Jahren das Angebot an Multitasking-Lösungen, das Produktprogramm an großen Fahrständermaschinen, Portalmaschinen und Vertikaldrehmaschinen sowie an automatisierten Anlagen vervollständigt haben, arbeiten wir derzeit an einem neuen Produkt mit kleineren Verfahrwegen und kompakten Design. Wir erweitern das Produktsortiment, um mit kleinere Maschinen, die den Bedarf an mittelgroßen Werkstücken decken und möchten dadurch Umsatz und Beschäftigung nochmals steigern. Bisher haben wir uns hauptsächlich auf die Ausweitung unseres Produktangebotes bei Großmaschinen konzentriert. Für die Entwicklung und Markteinführung dieser neuen Produktreihe, die für Ende des Jahres geplant ist, werden wir unsere Betriebsstätte durch den Bau einer neuen 2.000 Quadratmeter großen Werkshalle an unserem Hauptsitz im Baskenland erweitern. Diese wird voraussichtlich im März 2023 fertiggestellt sein. Die neue Produktionsstätte, in die sieben Millionen Euro investiert werden, wird die LEED-Zertifizierung erhalten, die die Einhaltung von Ökoeffizienzstandards und Nachhaltigkeitsanforderungen bescheinigt.

Wir erweitern das Produktsortiment, um mit kleinere Maschinen, die den Bedarf an mittelgroßen Werkstücken decken und möchten dadurch Umsatz und Beschäftigung nochmals steigern. Bisher haben wir uns hauptsächlich auf die Ausweitung unseres Produktangebotes bei Großmaschinen konzentriert.

Wie hat sich Ihre Werkestruktur entwickelt?

Wir haben verschiedene Werke, die auf unterschiedliche Fertigungs- und Montageprozesse ausgerichtet sind und sich alle am Hauptsitz in Bergara oder im näheren Umfeld befinden.

Ein modernes Fertigungszentrum für die Konstruktion, Bearbeitung, Montage und Funktionstests unserer Fräsköpfe ist das Herzstück. Darüber hinaus produzieren wir unsere eigenen Rundtische, Dreh- und Verschiebetische und Drehtische im gleichen Werk. Zusätzlich haben wir drei weitere Werke, die auf unsere verschiedenen Maschinenbaureihen ausgerichtet sind: Bettfräsmaschinen, mittelgroße Fahrständerfräsmaschinen, große Fahrständerfräsmaschinen, Multitasking-Lösungen, Portalfräsmaschinen und automatisierte Anlagen. Innerhalb dieses technologischen und industriellen Umfelds verfügt die Danobat-Group, zu der wir gehören, über das Technologiezentrum Ideko und ein eigenes Fertigungswerk Goimek für die Großteilbearbeitung.

Werkhalle Soraluce Summit 2022
Soraluce expandiert am baskischen Standort in Bergara: Zur bestehenden Hallenstruktur gesellt sich bis März 2023 eine 2.000 Quadratmeter große und unter strengen Öko-Standards umgesetzte Produktionsfläche - für kleinere Maschinen, die den Bedarf an mittelgroßen Werkstücken decken sollen. (Bild: Soraluce)

Aus welchen Branchen kommen Ihre Kunden?

Was die Sektoren betrifft, so konzentrieren wir uns weiterhin auf die Bereiche Energie, Industriefahrzeuge, Schienenfahrzeuge, Investitionsgüter, Luft- und Raumfahrt, Formen- und Werkzeugbau sowie dem Maschinenbau.

Bimatec Soraluce war der Schlüssel zum Erfolg von Soraluce im Fräsmaschinensektor. Der mitteleuropäische Markt war riesig für uns, aber auch gleichzeitig sehr anspruchsvoll für unser Unternehmen.

Wie hat sich der Zusammenschluss von Bimatec und Soraluce für Soraluce bemerkbar gemacht?

1991 gründete Soraluce zusammen mit Walter Markuske und Fred Bisgwa die Firma Bimatec Soraluce, um unsere Produkte in Deutschland und den mitteleuropäischen Ländern zu verkaufen und unsere Kunden zu betreuen. Damit wurde eine neue Ära eingeleitet, die durch beachtliche Erfolge in den Bereichen Produktentwicklung, Kundenbetreuung und Marketing geprägt war. Ein Meilenstein in der Geschichte von Soraluce und einer der Grundsteine für den späteren internationalen Erfolg.

Bimatec Soraluce war der Schlüssel zum Erfolg von Soraluce im Fräsmaschinensektor. Der mitteleuropäische Markt war riesig für uns, aber auch gleichzeitig sehr anspruchsvoll für unser Unternehmen. In den ersten Jahren galt es, die Anforderungen unserer deutschen Kunden zu erfüllen und gleichzeitig die Mentalität dieses Marktes zu verstehen und zu berücksichtigen, der zweifellos der fortschrittlichste, anspruchsvollste und technologisch anspruchsvollste der Welt ist. Für uns bedeutet das, ein zuverlässiges, solides, erstklassiges, präzises, technologisches und hochwertiges Produkt zu entwickeln und herzustellen, das auch durch einen sehr guten After-Sales-Service für den Kunden ergänzt wird. Nach so vielen Jahren der täglichen Zusammenarbeit mit Kunden und Geschäftspartnern und nach umfangreichen Investitionen in neue Betriebsanlagen und Mitarbeiter sowohl im Baskenland als auch in Deutschland sind wir ein zuverlässiger und stabiler technologischer Partner für heute und in Zukunft geworden.

Wo sehen Sie die Fertigungstrends und Kundenpotentiale Ihrer Branche?

Unser Markt ist sehr dynamisch. Das geforderte technologische Niveau ist sehr hoch, und die Nachfrage unserer Kunden nach speziellen Bearbeitungsmöglichkeiten, höherer Produktivität und Präzision wird immer anspruchsvoller. Dies erfordert von uns ständige Weiterentwicklung, um unsere führende Marktposition zu behaupten. Hierbei ist unsere technologische Kompetenz, mit der wir uns vom Wettbewerb abheben, der Schlüssel zum Erfolg. Unsere Kunden kaufen Maschinen nicht mehr als Standardprodukt, sondern verlangen eine Komplettlösung mit einem hohen Maß an kundenspezifischer Anpassung und Unterstützung während des gesamten Lebenszyklus. Das setzt voraus, dass wir neben einem erstklassigen Produkt auch ein sehr breites Portfolio an Dienstleistungen anbieten können. Daher mussten wir uns von einem reinen Werkzeugmaschinenhersteller zu einem Komplettanbieter von Bearbeitungslösungen entwickeln.

Unser Ziel ist es, weiterhin technologisch führend zu sein. Wir sind mutig, anspruchsvoll, zuverlässig, hartnäckig, stolz auf unsere Herkunft und engagiert für die Zukunft.

Was ist Ihre Vision für das Unternehmen Soraluce?

Unsere treibende Idee und Markenphilosophie ist "Setting New Standards". Es ist für uns eine Verpflichtung, Bestehendes zu verbessern oder etwas auch einmal anders zu machen: von der Markteinführung eines neuen Produkts bis zur Kundenbindung, von der Entwicklung neuer Vertriebsnetze bis zum Lieferantenmanagement, von der beruflichen Weiterbildung unserer Mitarbeiter bis hin zum Umweltbewusstsein. Kurz gesagt, die Art und Weise, wie wir von unseren Kunden lernen, mit unseren Partnern zusammenarbeiten und dadurch im Wettbewerb bestehen.

Als einer der technologischen Marktführer konzentrieren wir uns darauf, auch weiterhin Vorreiter zu sein und Maßstäbe in unserem Markt zu setzen. Dabei wollen wir unsere Werte wie Respekt, Fortschritt und Führung mit unseren Kunden und Partnern teilen.

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