Mapal Werkzeugsystem zum Aussenreiben

Das neue Mapal Werkzeugsystem für das Außenreiben verkürzt die Werkzeugeinstellzeit. - Bild: Mapal

| von Edwin Neugebauer

Beim Außenreiben kleiner Durchmesser hat Mapal für die Fertigung ein neues System entwickelt, bei dem das EasyAdjust-System (EA) für die Wendeschneidplatte in eine weitere Kassette integriert ist. Diese ist hochgenau und bearbeitet im Bereich einer Wechselgenauigkeit von 2-3 µm, wird zum Einstellen der Schneide ausgebaut und ist dann leicht mit Messplatte und Mikrometerschraube einstellbar. Die Verjüngung der Schneide ist im Sitz in der EA-Kassette eingearbeitet. Mit diesem System entfällt die zeitaufwändige, filigrane und schwer zugängliche Einstellung der Schneide im Werkzeug.

Hochautomatisierte Fertigungszelle

Die Integrex i-450H St von Yamazaki Mazak ist eine hochautomatisierte Fertigungszelle, die multifunktional ausgelegt ist. In der Maschine selbst sind diverse Baugruppen neu, wie beispielsweise der untere Werkzeugrevolver, die leistungsstärkere Frässpindel, das aus Zugänglichkeitsgründen an die Rückseite verlegte Werkzeugmagazin und die für die Bearbeitung größerer Werkstücke nötigen Erweiterungen bei Verfahrwegen und Spannkonstellationen. Wesentlich ist die Einbindung eines Gelenkarmroboters mit fünf verschiebbaren Ablagen für Greifer, Spannbacken, Werkzeugen und Wellen- / Futterteilen im Arbeitsraum des Roboters. Steuerungsseitig ist die gesamte Zelle mit der neuen Smooth Ai -Steuerung ausgerüstet, die mit integrierter Lernfähigkeit, also künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. Die Programmierung des Roboters erfolgt über das Maschinenkoordinatensystem und ist damit sehr bedienerfreundlich.

Prozesskontrolle in Echtzeit

Werkzeughalter von Schunk - iTendo
Der iTendo von Schunk ist ein intelligenter Werkzeughalter für echtzeitfähige Prozesskontrolle. - Bild: Schunk

Mit dem iTendo hat die Schunk Gmbh Co. KG einen intelligenten Werkzeughalter für echtzeitfähige Prozesskontrolle entwickelt, der nach der EMO verfügbar sein soll. Ein Schwingungsaufnehmer im Kopf des Werkzeughalters misst auftretende Vibrationen, daraus wird ein IFT-Wert errechnet, ein Schunk-eigener Wert, der die Gesamtintensität einer Schwingung in Zahlen ausdrückt. Dieser Wert wird drahtlos auf ein Kommunikationsmodul im Maschinenraum übertragen, das mit der Steuerung korrespondiert. Liegt der IFT-Wert oberhalb eines Limits, werden Vorschubgeschwindigkeit und Spindeldrehzahl zurückgenommen bis der Prozess (IFT-Wert) wieder in einem stabilen Bereich verläuft. Fällt der IFT unter die Rückregelschwelle, werden Drehzahl und Vorschub wieder erhöht bis er wieder zwischen Limit und Rückregelschwelle liegt.

Meine Meinung

Die Realisierung der "smarten Fabrik" war die hauptsächliche Herausforderung für die Aussteller der EMO. Erkennbar war das Bestreben aller Branchen, die durchgehende Digitalisierung in den Prozessen voranzutreiben und dabei die intelligenten Tools mit einzubinden. Bisher händisch ausgeführte Arbeitsgänge werden automatisiert und erschließen damit Potential zur Steigerung der Produktivität. Digitale Informationen werden so aufbereitet und verdichtet, dass sie den maximalen Nutzen für den Anwender bringen. Dies impliziert auch, dass die Daten-Bereitstellung über offene Schnittstellen mit jeglicher Konnektivität erfolgen muss. Edwin Neugebauer

Gesteuerter Piezo-Feinbohrkopf

Piezo-Feinbohrkopf von Krause+Mauser
Mit dem Krause+ Mauser CNC Piezo-Feinbohrkopf sind frei programmierbare 3D- Bohrungsformen herstellbar. - Bild: Krause+Mauser

Für das Formbohren stellt Krause + Mauser einen neuen, gesteuerten CNC-Piezo-Feinbohrkopf vor. Er erlaubt die µm-genaue Bearbeitung jeglicher rotationssymetrischen Bohrungsformen, erzeugt durch eine hochdynamische Interpolation zwischen Verstellung der Werkzeugschneide durch Piezo und dem Drehwinkel der Arbeitsspindel. Die gesamte Steuerung des Werkzeugs ist im Bohrkopf integriert. Sie wird beispielsweise bei der Bearbeitung der Pleuelaugen zu einer Oval- oder Trompetenform genutzt.

Berührungslos messen

In dem neuen, rein optischen Koordinatenmesssystem µCMM verbindet Bruker Alicona die Vorteile aus der taktilen Koordinatenmesstechnik und der optischen Oberflächenmesstechnik. Mit nur einem Sensor werden Maß, Lage, Form und Rauheit von Bauteilen hochgenau gemessen. Das Spektrum messbarer Oberflächen umfasst sämtliche industrieübliche Materialien und Verbundstoffe, wobei auch glänzende und transparente Flächen gemessen werden können. Luftgelagerte Achsen, der massive Granitblock und Heidenhain Zerodur Maßstäbe garantieren die hochgenaue Messung die bei einer Messgenauigkeit von E=(0.8+L/600) liegt.

Optisches Koordinatenmesssystem von Bruker-Alicona
Das optische Koordinatenmesssystem µCMM von Bruker-Alicona kann vertikale Flächen am Bauteil antasten. - BIld: Bruker-Alicona

Ein weiterer Vorteil ist die Funktion, auch vertikale Flächen ohne Umspannen des Bauteils optisch antasten zu können. Dies wird mit dem "Vertical Focus Probing" umgesetzt, einer Erweiterung des Verfahrens der Focus-Variation, welche die Kerntechnologie aller Bruker-Alicona Messsysteme ist. Das µCMM basiert auf einer Präzisionsoptik mit mehreren Linsensystemen und dem automatisierten Einwechseln von Objektiven. Dabei wird über die Variation der Schärfentiefe in einem Objektpunkt die genaue Position des Objektpunkts ermittelt. Eine Aussage zur Oberflächengüte wird durch die Messung der Rauheit gemacht. Dabei kann man zwischen profilbasierter und flächenhafter Messung wählen. Wobei die flächenbasierte Oberflächenmessung mit den gewonnenen Rauheitsparameter Sa/Sq/Sz detailliertere Informationen über die Bauteiloberfläche ermöglicht als eine Profilmessung. Das optische Koordinatenmesssystem kann mit einem kollaborativen Roboter zur automatisierten Be- und Entladung kombiniert werden. rso