Spannendes Finish in Halle 5

Wir präsentieren die Finalisten

Die Aufgabe, die die Vorstandsmitglieder des Fachverbands Deutscher Präzisionswerkzeugschleifer (FDPW) für den theoretischen Teil entworfen hatten, war nicht von Pappe: Gefordert war nach Werkstückzeichnung die Herstellung von je vier Anschlussbohrungen in 700 Steuerblöcken aus dem Material CuZn 40 AL 2.

Die Teilnehmer waren nun gefordert, eine sinnvolle Bearbeitungsstrategie mit einer entsprechenden Werkzeugauswahl inklusive geeignetem Schneidstoff vorzuschlagen und eine detaillierte Fertigungszeichnung für das erforderliche Sonderwerkzeug mit Geometrieangaben sowie Materialbedarf zu erstellen.

Darüber hinaus musste die Fertigung des Werkzeugs geplant, die notwendigen Arbeitsabläufe mit den entsprechenden geschätzten Bearbeitungszeiten der einzelnen Abläufe abgeschätzt und ein Arbeitsplan erstellt werden. Eingesetzte Schleifscheiben waren ebenso zu benennen wie der zu verwendende Kühlschmierstoff und eine eventuelle Beschichtung. Eine Kostenanalyse für die Werkzeugauswahl und ein wirtschaftliches Angebot mit Angabe der empfohlenen Werkzeugmenge rundeten die Aufgabe ab.

Profiwissen pur

Werkzeugschleifer des Jahres 2012
Der Wettbewerb „Werkzeugschleifer des Jahres 2012“ ist als Öffentlichkeitsaktion für die Branche und als Werbung für den Nachwuchs konzipiert. Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Zeitschrift „fertigung“ mit wechselnden Indus­triepartnern. In diesem Jahr stellt die Haas Schleifmaschinen GmbH aus Trossingen mit einer Schleifmaschine Multigrind CA die Wettbewerbsmaschine. Zudem übernimmt Haas die fachliche Betreuung des Wettbewerbs und sorgt über eine zweitägige Schulung aller Kandidaten für Chancengleichheit. Tatkräftig unterstützt wird der Wettbewerb zudem von den Unternehmen Gerhard Ihle Hartmetalle, Oelheld, Krebs & Riedel, Schunk Spanntechnik, Walter Maschinenbau, Turbo-Separator sowie dem Fachverband FDPW und der Afag als Veranstalter der GrindTec. Der Wettbewerb startet am 15. März 2010, 9.00 Uhr auf der GrindTec, Augsburg, in Halle 5. Jeder Kandidat muss das gleiche Werkstück programmieren und dann unter den Augen der Jury und Besucher das Werkstück fertigen. Ende der Veranstaltung und Siegerehrung ist gegen 17.30 Uhr. Der Sieger hat sich anschließend den von Haas Schleifmaschinen gesponserten Hauptpreis – einen einwöchigen Urlaub in den USA mit Besuch der größten Zerspaner-Messe Amerikas, der IMTS – redlich verdient.

Udo Hermann Winfried Saxler

Fachkundige Bewertung: Unter der Leitung von Udo Hermann (l.) und Winfried Saxler (r.) analysierte die fünfköpfige Jury die eingesandten Aufgaben und wählte nach einem fairen Kriterienkatalog die Finalisten aus.

Meisterliches Aufgabenniveau
Das Niveau war durchaus meisterlich – und das trennte schon im Vorfeld die Spreu vom Weizen: Die Aufgabenstellung wurde zigfach abgerufen. Die Anforderungen für die zur Lösung benötige Werkstückzeichnung waren dann schon deutlich weniger. Aus den letztendlich eingesandten Lösungsvorschlägen hatte die Jury unter fachkundiger Leitung von FDPW-Vizepräsident Udo Hermann und FDPW-Geschäftsführer Winfried Saxler die besten fünf Kandidaten auszuwählen – nach einem strengen Punkteschema und aufgrund anonymisierter Unterlagen kämpften sich die Jurymitglieder am 27. Januar 2012 in den Räumen von ISBE Software in Stuttgart einen ganzen Tag lang durch unzählige Blätter. Strategien wurden beurteilt. Kleine, aber entscheidende Details gewürdigt. Die Zeichnungen fachkundig unter die Lupe genommen. Am Abend standen schließlich die Finalisten für den Branchenwettbewerb „Werkzeugschleifer des Jahres 2012“ fest:

  • Fritz Barwik, Friedberg
  • Markus Eckerle, Haunstetten/Kindig
  • Denis Gadanecz, Augsburg
  • Andreas Huber, Erkheim
  • Sascha Stöppel, Mastholte

Diese fünf Kandidaten, die sich bereits jetzt zu den Besten ihrer Zunft zählen dürfen, werden am 15. März 2012 am Stand 5151 in Halle 5 nahe beim GrindTec-Forum im fairen Wettkampf gegeneinander antreten: Um 9.00 Uhr wird fertigung-Chefredakteur Richard Pergler das Startsignal für den Wettbewerb geben. Der erste Schleifer – die Reihenfolge wird ausgelost – erhält aus seiner Hand ein verschlossenes Kuvert mit der Aufgabenstellung des Wettbewerbs. Anschließend hat der Kandidat genau eine Stunde Zeit, um das NC-Programm für sein Werkstück extern am Computer zu schreiben. Danach geht er an die Schleifmaschine, um sein Programm abzuarbeiten – live vor Publikum.

Im Profil

Fachverband Deutscher  Präzisions-Werkzeugschleifer
Der Fachverband deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer (FDPW) e.V. ist der Fachverband für alle Unternehmen in Deutschland und dem benachbarten Ausland, die Zerspan- und Schneidwerkzeuge sowie Industriemesser schleifen, herstellen und vertreiben. Ebenso ist der Verband offen für andere Schleiftechnologien wie zum Beispiel dem Rund-, Flach-, Profil- und Spitzenlosschleifen, sofern diese in einem Logo FDPWZusammenhang mit dem Werkzeugschleifen oder der Werkzeug- und Messerherstellung stehen. Der FDPW umfasst das Handwerk des Schneidwerkzeugmechanikers. Im Fachverband haben sich Schleifbetriebe aus ganz Deutschland zusammengefunden. Er zählt heute rund 300 Mitglieder und gilt als die fachliche Vertretung der Branche.

Währenddessen zieht sich bereits Kandidat 2 ins stille Kämmerlein zurück – er erhält ein identisches Kuvert mit der gleichen Aufgabe in den Händen.  Dieser Systematik folgend werden sich nach und nach alle Kandidaten durch den Tag kämpfen. Abends gegen 17.30 Uhr kommt es dann zum Höhepunkt, wenn es bei der Siegerehrung heißt: „And the winner is …“.

Zum Einsatz kommt diesmal eine Schleifmaschine der Multigrind-CA-Reihe von Haas: „Das jüngste Mitglied unserer Schleifmaschinen-Familie ist ein feines, sehr kompaktes 5-Achs-Schleifzentrum, gespickt mit technischen Finessen“, erklärt Thomas Bader, Geschäftsführer bei Haas Schleifmaschinen. „Die Schleifaufgabe wird, so viel darf ich verraten, nicht ganz einfach, aber machbar. Wir setzen auf das Wissen und die Kreativität der Finalisten – unsere Multigrind CA ist die richtige Maschine, um Können und Know-how in ein Werkzeug umzusetzen.“

Andreas Huber

Andreas Huber: Der 25-Jährige ist der Zweitplatzierte aus dem vergangenen Wettbewerb und arbeitet bei Rothen­aicher Schneidwerkzeuge. Hauptsächlich schleift er auf Maschinen von Schütte.

Schon jetzt die Besten ihrer Zunft
Dass sie kreativ sind und auch fachlich „etwas auf dem Kasten haben“, haben die Finalisten bereits bewiesen. Unter ihnen ist ein bekanntes Gesicht: Zum dritten Mal fürs Finale qualifizierte sich Andreas Huber (25) von Rothenaicher Schneidwerkzeuge, Erkheim. Er hat seinen Schneidwerkzeugmechaniker-Meister an der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt gemacht. Vor vier Jahren erkämpfte er sich beim „Werkzueugschleifer des Jahres“ den vierten und vor zwei Jahren einen mehr als achtbaren zweiten Platz. Jetzt hofft er auf den Spitzenplatz – und den Trip nach Amerika.

Sascha Stöppel

Sascha Stöppel: Der 27-Jährige ist ebenfalls Absolvent der Jakob-Preh-Schule. Er schleift beim Rodejohann Werkzeugdienst unter anderem auf Maschinen von Vollmer und Schneeberger.

Auch Sascha Stöppel (27) ist Absolvent der Meisterschule in Bad Neustadt. Nach der Gesellenprüfung als Maschinenbaumechaniker spezialisierte er sich als Schneidwerkzeugmechaniker – seit 2004 arbeitet er im Familienbetrieb Rodejohann Werkzeugdienst in Rietberg. Im Unternehmen stehen unter anderem Maschinen von Vollmer und Schneeberger.

Markus Eckerle

Markus Eckerle: Mit 19 Jahren ist er der Youngster im Team. Er kam über den Schleifbetrieb seines Onkels zum Werkzeugschleifen und arbeitet auf einer Reinecker mit Numroto-Steuerung.

Markus Eckerle aus Haunstetten kam über den Schleifbetrieb seines Onkels zum Werkzeugschleifen. Mit 19 Jahren ist er der Youngster unter den Teilnehmern. Der gelernte Schneidwerkzeugmechaniker mit Schwerpunkt Schneidwerkzeug- und Schleiftechnik hat vor vier Jahren auf einer Reinecker Werkzeugschleifmaschine mit Numroto-Steuerung angefangen zu schleifen.

Denis Gadanecz

Denis Gadanecz: Der 32-Jährige arbeitet ebenfalls bei Grabmeier. Als Geselle hat er sich aufs CNC-Schleifen spe­zialisiert, kann aber auch bei anderen Aufgaben kompetent einspringen.

Kein „Schleifer des Jahres“ ohne Teilnehmer vom Grabmeier Werkzeuge-Schärfdienst aus Augsburg. Diesmal konnten sich zwei Finalisten als Lokalmatadore qualifizieren: der 32-jährige Denis Gadanecz, der seit Beginn seiner Lehre im Jahr 1996 bei Grabmeier arbeitet – seit 2000 als Geselle mit dem Schwerpunkt CNC-Schleifen.

Fritz Barwik

Fritz Barwik: Der 52-Jährige begann seinen Berufsweg als Schornsteinfeger, bevor er zum Werkzeugschleifen wechselte. Er arbeitet bei Grabmeier in erster Linie auf einer Schneeberger.

Sein Kollege Fritz Barwik ist der Senior im Teilnehmerfeld: Der 52-jährige Werkzeugschleifer begann seinen beruflichen Werdegang als Schornsteinfeger und kam erst später zum Werkzeugschleifen. Bei Grabmeier arbeitet er seit 2005 in erster Linie auf einer Schneeberger (Quinto-Software). Sich weiterzuentwickeln und einen neue CNC-Schleifmaschine kennenzulernen waren für ihn die Hauptmotivation zur Teilnahme.

Um die fünf Kandidaten für die Endausscheidung fit zu machen und sicherzustellen, dass neben dem Quäntchen Glück, das man dabei immer braucht, nur das Können und das Know-how der Teilnehmer über den Erfolg entscheiden und nicht die zu geringe Vertrautheit mit Steuerung und Maschine, trafen sich die Finalisten Ende Februar nochmals zu einer zweitägigen Schulung am Haas-Unternehmenssitz in Trossingen.