Borries Schüler. - Bild: Hoffmann Group

Borries Schüler, Product Management & Engineering, Hoffmann SE. - Bild: Hoffmann Group

FERTIGUNG: Herr Schüler, Sie bieten seit geraumer Zeit digitale Services an. Wie läuft das Geschäft?

Borries Schüler: Im Corona-Jahr 2020 hat das Thema Digitalisierung an Fahrt aufgenommen und wir haben ein verstärktes Interesse an unseren Lösungen registriert. Das gilt vor allem für unsere Software Connected Manufacturing, mit der kleine und mittelgroße Betriebe ihre Werkzeugverwaltung digitalisieren und das Projektmanagement organisieren können.

Connected Manufacturing verbindet dabei physische Werkzeuge & Maschinen mit digitalen Prozessen. Ein Kunde von uns hat mit der Einführung seine Prozesse optimiert und bei den Nebenzeiten eine Zeitersparnis von 30 Prozent erzielt – das ist schon eine beachtliche Summe.

Allerdings haben wir auch festgestellt, dass sich KMU eher langsam an das Thema „Digitalisierung“ herantasten. Das liegt unter anderem daran, dass es für sie kaum praxistaugliche Lösungen gibt und sie in der Regel die Datenorganisation selbst entwickeln müssen. Genau hier setzen wir mit Connected Manufacturing an.

Wir haben die Basissoftware sehr kompakt gehalten und uns auf die Kernfunktionalitäten in der Fertigung konzentriert. Zusätzlich hat unser Hoffmann-Group-UX-Labor die Software ausgiebig auf Anwenderfreundlichkeit und intuitive Bedienbarkeit getestet, damit die Kunden schon nach wenigen Tagen starten können. Die Einfachheit der Bedienung wird häufig übersehen, ist jedoch ein elementarer Faktor für die Nutzerakzeptanz.

Die Basissoftware bauen wir jetzt nach und nach zu einer flexiblen und skalierbaren digitalen Fertigungsplattform aus. Wir haben dazu eine schlagkräftige Entwicklungsabteilung aufgebaut, die das Projekt mit neuen Ideen vorantreibt.

Die digitalen Services entwickeln Sie also im eigenen Haus?

Schüler: So ist es. Wir arbeiten bei der Entwicklung von Connected Manufacturing zwar mit Partnern zusammen, aber die Schlüsseltechnologien wollen wir selbst entwickeln. Wir haben deshalb die wesentlichen Ressourcen bei uns gebündelt und unsere Organisation umstrukturiert, damit die Softwareentwicklung näher an die Produktentwicklung heranrückt.

Außerdem haben wir den Austausch mit unseren Anwendungstechnikern intensiviert, denn die sind ständig bei Kunden vor Ort und kennen die Praxis so gut wie ihre Westentasche. Damit haben wir eine sehr schlagkräftige Truppe und das zahlt sich aus: Denn vor allem im Bereich der Zerspanung ist unsere Software extrem gut – das haben uns Kunden bestätigt. Mit Connected Manufacturing sehen sie, was nach der Maschine passiert, also wo sich das Werkzeug befindet, und wie es mit der Maschine verbunden ist, und dort wird das Geld verdient.

Was darf man von der Hoffmann Group als Nächstes erwarten?

Schüler: Wir werden dieses Jahr für Connected Manufacturing eine ERP-Schnittstelle und einen Werkzeugkonfigurator präsentieren und zusätzlich unser Portfolio an digitalen Services für KMU deutlich erweitern.

Zusätzlich werden wir erstmals eine Lösung speziell für KMU zum automatisierten Beladen von Werkzeugmaschinen vorstellen. Digitalisierung und Automatisierung gehen für uns Hand in Hand. Mit diesem Ansatz sehen wir uns gut gerüstet, um im Zeitalter von Industrie 4.0 für unsere Kunden weiterhin der Vorzugslieferant zu sein.

Quelle: Hoffmann Group

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