Christof W. Bönsch, Geschäftsführer Komet Group GmbH.

Christof W. Bönsch, Geschäftsführer Komet Group GmbH.

Die konsequente Internationalisierungsstrategie der letzten Jahre mit dem starken Ausbau unseres Vertriebsnetzes und dem Aufbau von nunmehr sechs Produktionsstätten im Ausland trägt überproportional zu unserem Wachstum bei

Wie beurteilen Sie die Marktentwicklung in Deutschland?
Der deutsche Markt hat im letzten Jahr gut zugelegt und läuft weiterhin stabil. Darüber hinausgehende Wachstumsimpulse können wir aber nicht erkennen. Das Geschäft in Deutschland ist auch weiterhin stark von Projekten geprägt, und diese Projekte werden dann auch häufig im Ausland realisiert. Dieser Trend der letzten Jahre setzt sich unvermindert fort.

Als Komplettanbieter hat sich Komet auf der AMB 2014 sehr stark präsentiert. Wie hat sich der Bereich Fräsen seither eigentlich entwickelt?
Das auf der AMB vorgestellte umfangreiche Programm zur Schruppbearbeitung ist ausgezeichnet vom Markt angenommen worden. Natürlich fordern uns die Kunden in besonders anspruchsvollen Bearbeitungen zum Fräsen heraus, und wir konnten immer wieder hervorragende Ergebnisse erzielen. Natürlich hilft uns dabei auch die Tatsache, dass wir nun unsere Wendeschneidplatten auch selber pressen und sintern und uns damit auch technologisch nochmal deutlich weiterentwickelt haben. Unser Hauptaugenmerk liegt nun auf dem raschen Ausbau des Fräser-Portfolios. Als Termin haben wir uns dafür die EMO in Mailand gesetzt.

Konnten Sie die Technologieführerschaft in der Bohrungsbearbeitung noch weiter ausbauen?
Auch wenn wir uns zunehmend als Komplettanbieter profilieren, so ist die Bohrungsbearbeitung natürlich unsere ganz besondere Stärke. Wir investieren auch weiterhin erhebliche Anteile unserer Entwicklungsressourcen in die Bohrungsbearbeitung. Sowohl die Breite des Portfolios als auch die Leistungsmerkmale der einzelnen Werkzeuge dokumentieren unsere Technologieführerschaft in diesem Bereich.

Auf welchem Platz sehen Sie Ihr Unternehmen unter den Top 5 der Bohrungsbearbeitung?
Ich bin ehrlich gesagt kein großer Freund von diesen „Rankings“. Dazu sind die Unternehmen unserer Branche zu heterogen und im Marktzugang differenziert. Komet mit den großen Milliardenunternehmen der Branche zu vergleichen bringt nur sehr bedingt einen Erkenntniszuwachs. Für uns ist es wichtiger, wie es um die Zufriedenheit unserer Kunden steht. Unser Ziel ist es da, immer zu den Top-3-Partnern für Werkzeuglösungen zu gehören, und das gelingt uns immer häufiger.

Gibt es einen Bereich, auf den sind Sie zur Zeit besonders stolz sind?
Kundenanforderungen zu antizipieren und erfolgreich umzusetzen ist Komet besonders gut im Bereich der Prozessüberwachung gelungen. Unsere Toolscope-Systeme setzen sich als Standard im Markt durch und kombinieren das Überwachungs-Know-how von Komet Brinkhaus mit unserem Werkzeugwissen. Daraus ergeben sich für den Kunden optimierte Prozesse mit höchster Zuverlässigkeit. In dieser Kombination ist das einzigartig in unserer Branche.

Ist der chinesische Markt nach wie vor ein Kernmarkt für Komet?
Absolut! Wir haben gerade die nächste Investitionsstufe für den Ausbau unserer Fertigung in China freigegeben. Auch wenn das Gesamtwachstum in China eher rückläufig ist, entwickelt sich unser Geschäft dort noch immer mit erstaunlichen Wachstumsraten. Interessanterweise sind übrigens die chinesischen Kunden besonders am Thema „Industrie 4.0“ interessiert. Da kann Komet mit dem Toolscope-System einen wichtigen Beitrag leisten, was unsere chinesischen Kunden dankbar annehmen.

Wie entwickelt sich der Servicebereich Werkzeugschleifen?
Unser Netzwerk wird laufend weiter ausgebaut. Insgesamt haben wir mittlerweile 30 Partner im In- und Ausland; zehn alleine in Nordamerika. Unsere Kunden profitieren vom günstigen, schnellen und flexiblen Nachschleifservice in Originalqualität. Es war ein absolut richtiger Weg, dieses Netzwerk als Franchise-System aufzubauen. Dadurch haben wir eine enge und verlässliche Zusammenarbeit mit unseren Partnern. Beide Seiten wissen genau, welche Verantwortung jeder trägt, um dieses Geschäftsmodell erfolgreich und profitabel zu gestalten. Unser Anteil am Markt der Wiederaufbereitung und der einfachen Vollhartmetall-Sonderwerkzeuge wächst rasant, und das ist nur durch Komet-Service möglich.