Vertikaler Kostenkiller

Der Markt für Nutzfahrzeuge entwickelt sich sehr dynamisch. So werden etwa in den Schwellenländern Lkw oder neue Landwirtschaftstechnik benötigt, um das gewünschte Wachstum in Bau- und Landwirtschaft zu ermöglichen. Gleichzeitig wird der Wettbewerb härter. Neue Hersteller etwa aus China verschärfen den Preiskampf.

Große Fahrzeuge – große Bauteile: So einfach ließe sich die Nutzfahrzeugproduktion beschreiben. Allerdings steht hinter der Herstellung von besonders schweren und massiven Teilen, etwa für den Antriebsstrang von Lkw, Baggern oder Bussen, die Fragestellung, wie ein großes Futterteil zugleich hochpräzise und wirtschaftlich bearbeitet werden kann. Denn das anspruchsvolle Bauteil-Handling bedeutet oft auch langsame Produktionsabläufe. Mit der vertikalen Pick-up-Drehmaschine VL 8 wollen die Maschinenbauer von Emag dem begegnen. Dafür haben sie nach eigenen Angaben die Vorteile ihrer VL-Baureihe direkt auf eine Maschine übertragen, die auf große Bauteile ausgelegt ist. Innerhalb eines geschlossenen Produktionsablaufs werden verschiedene Dreh- und Fräsprozesse vollzogen. Die integrierte Automation soll dabei schnelle Abläufe sichern. Gleichzeitig garantiert dem Hersteller zufolge die vertikale Bauweise ein hohes Maß an Prozesssicherheit, weil der Spänefall keinerlei Probleme bereitet.

Kurze Nebenzeiten
Die Folgen dieser Konstruktion sollen sich zumeist bereits nach kurzer Zeit im Einsatz zeigen. Lohnfertiger oder Zulieferer profitieren von kurzen Nebenzeiten, hoher Qualität und sinkenden Stückkosten, wodurch die VL 8 zu einem echten Kostenkiller in der Nutzfahrzeugproduktion wird, verspricht der Hersteller.

Auf einen Blick

Hauptkomponenten der VL 8

  • Grundkörper aus dem Polymerbeton Mineralit für schwingungsarme Abläufe, lange Werkzeugstandzeiten und sehr hohe Bearbeitungsqualität
  • Kreuzschlitten an der Vorderseite des Grundkörpers, der die vertikale Hauptspindel trägt. Sie verfährt dynamisch in den Achsen Z und X
  • Pick-up-Spindel mit 500 mm Futterdurchmesser für Werkstücke bis zu einem Durchmesser von 400 mm
  • Hauptspindel mit 60 kW Antriebsleistung bis 1220 Nm Drehmoment
  • Drehgeschwindigkeit bis 2850 min-1
  • Revolver mit zwölf Dreh- oder wahlweise zwölf angetriebene Bohr- und Fräswerkzeuge
  • Werkstückzuführung durch Förderband mit Schlepprahmen; per NC-Achse positionierbar
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Per Transportband und flexiblen Schlepprahmen gelangen die Werkstücke zur Pick-up-Station. Der Rüstaufwand bei unterschiedlichen Werkstückdurchmessern ist minimal.

Der Grundaufbau der VL 8 orientiert sich an der bestehenden VL-Reihe. Ein stabiler Maschinenaufbau, dynamische Achsen und eine einfache Bedienung prägen diese Maschinen. Dazu basieren sie den Experten zufolge auf einem völlig neuen Maschinenkonzept, bei dem verschiedene Fertigungstechnologien für die Weich- und Hartbearbeitung zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis eingesetzt werden. Die Pick-up-Spindel entnimmt die Bauteile vom seitlichen Transportband und führt sie dem Arbeitsraum zu. Kurze Wege sollen dabei für kurze Span-zu-Span-Zeiten sorgen.

Gleichzeitig ist der spanende Bearbeitungsprozess am Bauteil äußerst flexibel mit einer Vielzahl von Werkzeugen planbar. Und zusätzlich können zwei Maschinen und eine Wendestation zu einer flexiblen Fertigungszelle zusammengefügt werden, etwa um die erste und zweite Seite eines Bauteils komplett in einem Ablauf zu bearbeiten. Durch die Integration einer Y-Achse in den Werkzeugrevolver lässt sich nach Herstellerangaben auch eine sehr komplexe Geometrie außerhalb der Mitte bearbeiten.

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Bis zu 12 Dreh- oder wahlweise 12 angetriebene Bohr- und Fräswerkzeuge machen vielfältige Bearbeitungen in einer
Aufspannung möglich.

Für eine hohe Genauigkeit bei der spanenden Bearbeitung soll auch die Spindel sorgen. Kurze Lagerabstände, Präzisionsschulterlager in einer Tandem-O-Tandem-Anordnung und Stützlager am Spindelende mit Längenausgleich führen den Experten zufolge zu einer besonders steifen Konstruktion und stellen so eine wichtige Grundvoraussetzung für µm-genaue Drehprozesse dar.

Für zusätzliche Genauigkeit lässt sich zudem ein Prüfprozess in den Ablauf integrieren. Der Messtaster wird außerhalb des Arbeitsraums installiert und erfasst das Werkstück noch im gespannten Zustand. Etwaige Korrekturdaten werden direkt in die CNC-Steuerung eingelesen und im Produktionsablauf umgesetzt. Auf diese Weise garantiert der Hersteller eine gleichbleibende und hohe Präzision auch im automatischen Betrieb.

Weitere Pluspunkte für die Nutzfahrzeugproduktion zeigen sich auch bei der Bedienung und Steuerung der Maschine. Alle Serviceeinheiten sind frei zugänglich und auch der Werkzeugwechsel ist einfach durchführbar, da der Abstand des Bedieners zum Revolver nur 400 mm beträgt.

Grundsätzlich setzen die Maschinenbauer von Emag auf bewährte Komponenten und Baugruppen. Auf dieser Basis kann die VL 8 innerhalb weniger Wochen zur Verfügung gestellt werden, bei einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Den Spezialisten zufolge sorgen bei der VL 8 daher niedrige Investitionskosten, flexible und schnelle Produktionsabläufe sowie ein stabiler Maschinenaufbau für sinkende Stückkosten in der Nutzfahrzeugproduktion.