Wichtig bei KTM ist, dass die erforderliche Präzision von Zweihundertstelmillimetern erreicht wird und diese mit der entsprechenden Reproduzierbarkeit über tausende von Bauteilen sichergestellt ist.

Wichtig bei KTM ist, dass die erforderliche Präzision von Zweihundertstelmillimetern erreicht wird und diese mit der entsprechenden Reproduzierbarkeit über tausende von Bauteilen sichergestellt ist.

Aktuell sind 19 komplett baugrößengleiche, davon neun H 4000 im Einsatz

Wichtiger als Leistungsgrenzen von Maschinen ist den Verantwortlichen bei KTM die erforderliche Präzision von Zweihundertstelmillimetern und die entsprechend sichere Reproduzierbarkeit in der Serienfertigung. Mittlerweile verfügen die Munderfinger Hersteller, vor allem aus Gründen der Liefertreue und Flexibilität, über 19 komplett baugrößengleiche Bearbeitungszentren von Heller. Walter Uitz, Vice President Produktion, erläutert: „Flexibilität ist besonders gefragt, da KTM nach Bedarf und Saison fertigt. Während die Straßenmotorräder zwischen September und Mai produziert werden, ist die Fertigung der Offroad-Maschinen hauptsächlich zwischen März und November.“ Zusätzlich ist es eine enorme Fertigungstiefe und Teilevielfalt, mit der die mechanische Fertigung den KTM-Kunden Motorbau termingerecht zu beliefern hat. Gefertigt werden sechs grundlegende Varianten mit

KTM Motorgehaeuse

Motorgehäuse werden nach Bedarf gefertigt, saisonabhängig. Insgesamt sind es 150 unterschiedliche Varianten, die Losgrößen bewegen sich zwischen 100 bis 2000 Stück.

zahlreichen Untervarianten. Der 2-Zylindermotor wird etwa in fünf unterschiedlichen Konfigurationen gefertigt. In der Summe, sagt Uitz, sind es über 150 verschiedene Modellvarianten, die kontinuierlich zu fertigen sind: „Wir haben hier bei KTM drei Teilbereiche. Das sind die mechanische Fertigung, der Motorenbau und die Fahrzeugmontage in Mattighofen. Der Motorenbau ist unser Kunde und zusätzlich beliefern wir periodisch unser Ersatzteilcenter.“

 

Neue Generation H 4000

Neben den Motorgehäusen und Zylinderköpfen werden noch weitere diverse Bauteile gefertigt, in Summe zwischen 250 bis 300 unterschiedliche Artikel. Die Losgrößen sind je nach Bedarf unterschiedlich und bewegen sich von 100 bis 2000 Stück. In einem Jahr sind das pro Motorradtyp eine Losgröße von etwa 2000 bis 15 000 Stück.

„Für die von uns geforderte Präzision nutzt uns keine Maschine, die dazu vielleicht in der Lage wäre. Bei KTM ist die Reproduzierbarkeit über tausende von Bauteilen Grundvoraussetzung.“
Walter Uitz

Damit sind die 19 komplett baugleichen Bearbeitungszentren nahezu 100prozentig ausgelastet, beschreibt er weiter. Bei einem eventuellen Ausfall oder Wartungsarbeiten kann mit jedem Bauteil problemlos auf ein x-beliebiges Heller-Bearbeitungszentrum gewechselt werden. Zudem ist auch die benötigte Produktivität eine feste Größe. Obwohl die älteren Maschinen noch einwandfrei fertigen, wird bei KTM jedes Jahr in neue

KTM Team

Günther Schickbauer, Walter Uitz und Helmut Hansel (von links nach rechts): „Wir können problemlos mit jedem Bauteil auf eine x-beliebige Maschine wechseln, und die neue Generation ist wesentlich schneller als Maschinen, die bereits seit zehn bis zwölf Jahren laufen.“

Bearbeitungszentren von Heller investiert. Waren das bis 2008 noch MC 25 oder MCi25, setzen die Munderfinger Experten heute ausschließlich auf die neue Generation H 4000. Insgesamt sind das inzwischen neun Bearbeitungszentren.

Helmut Hansel, Produktionsleiter in der mechanischen Fertigung bei KTM, sieht in dieser konsequenten Ausrichtung zahlreiche Vorteile: „Zunächst haben auch wir keine Zeit zu verschenken. Die Maschinen, die wir austauschen, sind zehn bis zwölf Jahre in Betrieb. Da ist dann die neuere Generation einfach schneller. Dass wir dabei seit Jahren auf Heller setzen, hat viele Gründe. So arbeiten wir zum Beispiel sehr viel mit Spanntürmen, Vorrichtungen und anderem. Zwei der H 4000 sind zudem mit einem Rundspeicher mit einem 6-fach-Palettenrundspeichern und 160 Werkzeugplätzen ausgerüstet. So lassen sich Werkzeuge und Spannsysteme an jeder Maschine eins zu eins übernehmen.“

Heller BAZ

Speziell die Heller- Bearbeitungszentren H 4000 sind für wechselnde Losgrößen und ein variables Teile- und Werkstoffspektrum, wie bei KTM, ausgelegt.

 

Drehzahlen und Dynamik

In der Aluminiumbearbeitung sind es allerdings meist Drehzahlen und Dynamik, die im Vordergrund stehen. Und mit der Zerspanleistung der H 4000 sind die KTM-Experten mehr als zufrieden, denn die Leistungsgrenzen bestimmen ohnehin die dünnwandigen Bauteile. In Sachen Drehzahlen wurden Spindeln mit 16 000 min-1 gewählt und zusätzlich das Achs-Dynamik-paket Speed für 90 m/min Eilgang und 2,5 s Span-zu-Span-Zeit gezogen. Das Paket passt ideal für den Werkstoff Aluminium, wie der Arbeitsraum mit 800 x 800 x 800 mm zum Produktspektrum.

Zuständig dafür, dass die Bearbeitungszentren bei KTM in drei Schichten über das gesamte Jahr verfügbar sind, ist Günther Schickbauer. Der Praktiker, der Schwingungsanalysen mit seinem Gehör durchführt, ist für den gesamten Service inklusive Wartung verantwortlich: „Meist erledigen wir diese Aufgaben selbst, obwohl der Service von Heller sehr gut aufgestellt ist. Ersatzteile sind innerhalb von wenigen Stunden verfügbar. Bei Fragen stehen kompetente Leute bereit. Unsere Mitarbeiter haben inzwischen aber auch so viel Sensibilität für die Maschinen entwickelt, dass eventuell anstehende Probleme frühzeitig erkannt oder gehört werden.“

Heller BAZ Innenraum

Zwei der 4-Achs-Bearbeitungszentren H 4000 sind mit Rundspeichern und einem 6-fach-Palettenrundspeicher ausgerüstet.

Dass die Maschinen gut in Schuss sind, kann Johann Schlecht, Key Account Manager bei Heller, nur bestätigen: „Die Maschinen von KTM sind selbst nach zehn bis zwölf Jahren noch sehr gefragt, weil sie entsprechend behandelt und gewartet werden. Da diese Maschinen teilweise auch an Zulieferer von KTM gehen, ist das Eigeninteresse natürlich entsprechend hoch, diesen Unternehmen einwandfreie und zuverlässige Maschinen zur Verfügung zu stellen.“ Die Spezialisten in Munderfing verlassen sich nicht nur auf Präzision und Zuverlässigkeit, sondern haben bei den Investitionen auch den Restwert im Auge.

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