Bild: © Leigh Prather - Fotolia.com

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Moderne und flexibel an den Bedarf anzupassende Toolmanagement-Systeme sorgen durchgängig für mehr Wirtschaftlichkeit. Produzierende Unternehmen brauchen solche Organisationstalente wie Systeme zur Werkzeugausgabe-Unterstützung, um eindeutige Kennzahlen einfach und nutzenbringend für die Produktion und detailliert für das Controlling darzustellen.

Deshalb müssen „fertigungsrelevante Ablaufprozesse als auch Kennzahlen zum Einsatz und zum Verbrauch der Werkzeuge permanent zur Verfügung stehen, damit das Equipment und die bedienenden Fachkräfte ihre vorhandenen Leistungen optimal einbringen können,“ sagt Manfred Nowy, Business Unit Manager CTMS (Commodity & Tool Management Services) der

Iscar Matrix Schrank

Ganz nach Bedarf – aufgrund des modularen Aufbaus ist das Werkzeugausgabesystem jederzeit mit weiteren Schubladen erweiterbar.
Bild: Iscar

Iscar Germany GmbH, Ettlingen. So hat Iscar das bedienerfreundliche Werkzeugausgabesystem Matrix entwickelt.

Die Matrix-TM-Manage-Software, die zur Steuerung des Werkzeugausgabesystems entwickelt wurde, stellt per praktischer Bedienoberfläche am PC-Arbeitsplatz des jeweiligen Nutzers bei Bedarf auf einen Blick aktuelle Kennzahlen zur Verfügung. Sie überwacht automatisch die Bestände und Bewegungen und alle Funktionen lassen sich einfach über Exportfiles oder direkte Schnittstellen an übergeordnete ERP-Systeme übergeben und dort integrieren. Das System überwacht auf Artikelebene und Lieferantenebene die gemittelten Lieferzeiten vom Zeitpunkt der Auslösung der Bestellung bis zur Wiedereinlagerung in das Lagersystem. Diese Übersicht ist für alle Artikel einzeln vorhanden, um bei strategischen Einkaufsverhandlungen die tatsächlichen (nicht versprochenen) Lieferzeiten transparent zu machen.

Achterberg Entnahme

Die Industrie hat mittlerweile auch die Vorteile einer automatisierten Ausgabe in Bereichen wie bei PSA-Artikeln entdeckt.
Bild: Achterberg

„Nachdem Werkzeugausgabeautomaten bereits in vielen zerspanenden Betrieben Einzug genommen haben“, so Heiko Bongard, Verkaufsleiter der Achterberg GmbH, Gladbeck, „hat die Industrie mittlerweile auch Vorteile einer automatisierten Ausgabe in vielen anderen Bereichen wie bei PSA-Artikeln entdeckt.“ Prozessoptimierung, bedarfsnahe Bereitstellung und eine ganzheitliche, externe Versorgung der C-Artikel rücken immer mehr in den Fokus.

Industrie 4.0

„Modernes Toolmanagement im Umfeld von Industrie 4.0. beschränkt sich nicht nur auf die Verwaltung und Beschaffung von Werkzeugen“, erläutert Jörg Schubert, Vorstandsvorsitzender der Kromi Logistik AG, Hamburg: „Wir bieten deshalb unsere Tool Management Systeme als Full-Service-Lösungen im Sinne eines Vendor Managed Inventory (VMI) an.“

Er kennt den eigentlichen Wunsch vieler Unternehmen: „Unsere Kunden wollen nicht nur die Lagerung und Bevorratung von Werkzeugen und Wendeschneidplatten optimieren, sondern vor allem auch die Prozesskette von der Machbarkeitsprüfung über die Prozessauswahl bis zur NC-Programmerstellung sowie von der Beschaffung bis zur Werkzeugmontage und Werkzeugvoreinstellung.“ Problem dabei ist, dass es in den Unternehmen zwar viele EDV-Systeme für die Betriebsmittelverwaltung gibt, aber so gut wie keine aktuellen Daten. Deshalb bekommen die Kunden mit jedem Werkzeug auch gleich alle erforderlichen Daten mitgeliefert.

Gemeinsam mit Systempartnern für den Bereich CAD/CAM und die Werkzeugeinstellung hat Kromi darüber hinaus eine effiziente Prozesskette für die

Kromi Toolmanagement

Modernes Toolmanagement beschränkt sich nicht nur auf die Verwaltung und Beschaffung von Werkzeugen.
Bild: Kromi

Arbeitsvorbereitung entwickelt, bei der alle auftragsrelevanten NC-Daten durchgängig bis zur Maschinensteuerung generiert werden können. Schubert ergänzt: „Ich sehe dieses Thema auch als einen Teilschritt im Themenbereich Industrie 4.0 auf dem Weg zur Losgröße 1.“ In die gleiche Richtung argumentiert auch Giari Fiorucci, Leiter Digitale und Logistikdienstleistungen bei der Mapal Dr. Kress KG, Aalen: „Durch die Anforderung des Marktes im Fertigungsumfeld steigt die Komplexität des Werkzeuggeschäfts und damit die Forderung nach Lösungen, um dieses Geschäft effizient zu handhaben. Eine dieser Lösungen ist das Toolmanagement. Gefragt sind aber Anbieter von Toolmanagementlösungen, die nicht nur die Logistik und/oder die Beschaffung übernehmen, sondern auch in der Lage sind, die Leistung der Werkzeuge kontinuierlich durch neue Produkte, Prozesse und Technologien zu erhöhen sowie die Werkzeugkosten pro produziertem Werkstück zu reduzieren.“

Weltweite Dienstleistungen

Storetec Storemanager

Bild: Storetec

Deshalb habe Mapal umfangreiche, weltweit verfügbare Toolmanagement-Dienstleistungen rund um Werkzeuge, Einstell- und Ausgabesysteme entwickelt. Weil Werkzeuge aber nicht mehr nur aus Hardware und den dazugehörigen Dienstleistungen bestehen, sondern vermehrt auch aus den zugehörigen Daten, wurde eine Datenmanagement-Lösung erarbeitet, die das Unternehmen im September zur AMB in Stuttgart präsentieren wird. Diese Lösung wird das bisherige Toolmanagement erweitern und „eine neue Art der Handhabung und Speicherung der Daten bieten, die eine bisher unerreichte Transparenz, eine optimierte Logistik und Beschaffung und damit Kosteneinsparungen ermöglicht“. Nach Einschätzung von Frank Höffges, Teamleiter Werkzeuglogistik der Sandvik Coromant Deutschland, Düsseldorf, ist „der Aufbau von Artikelstammdaten immer noch eine große Herausforderung. Deshalb ermöglichen wir mit unserer neuesten Software Auto-TAS 5.3 sowohl den Download der Artikeldaten als auch die Bereitstellung von Artikelbildern, Ersatzteillisten sowie DXF-Zeichnungen inklusive Sachmerkmalen auf Basis der ISO-GTC-Struktur“.

Während es vor wenigen Jahren noch üblich war, dass Werkzeugautomaten als alleinstehendes Gerät und wenn überhaupt mit einer Anbindung zu einem exklusiven Lieferanten beschafft

Michael Schalk,  Storetec Systems

„Die Vernetzung von Warenaus-
gabeautomat und ERP-/CAx-System stellt eine deutliche
Arbeitserleichterung dar.“
Michael Schalk, Verkaufsleiter der Storetec Systems GmbH
Bild: Storetec

wurden, hat sich heute der Trend umgekehrt. Michael Schalk, Verkaufsleiter der Storetec Systems GmbH, Innsbruck, sagt: „Ganz im Zeichen der Industrie 4.0 ist die Verwendung eines Werkzeugausgabesystems ohne Anbindung an ein ERP- oder CAx-System in vielen Fällen nicht mehr denkbar.“

Viele Vorteile

Während viele Vorteile einer automatisierten Warenausgabe – Wegfall von Suchzeiten, Verhinderung von Schwund, Auslistung von nicht genutzten Artikeln – schnell ersichtlich sind und auch monetär wirksam werden, bleiben andere Vorteile zunächst verdeckt, deren Effekte jedoch auf keinen Fall zu vernachlässigen sind. Die Vernetzung von Warenausgabeautomat und ERP- / CAx-System stellt sowohl für den Einkauf, als auch für die Arbeitsvorbereitung eine deutliche Arbeitserleichterung dar.

Wenn von Industrie 4.0 die Rede ist, so Schalk weiter, „denken viele zuerst an völlig automatisierte und autonome Fertigungsstraßen, doch letztlich kann Industrie 4.0 durch den intelligenten Einsatz von Systemen wie Warenausgabeautomaten bereits heute für viele Realität werden“.

Frank Höffges, Sandvik Coromant

„Der Aufbau von Artikelstamm-
daten ist immer noch eine große Herausforderung.“
Frank Höffges, Teamleiter Werkzeug-
logistik der Sandvik Coromant
Deutschland.
Bild: Sandvik

Für Simone Rackaseder, stellvertretende Geschäftsführerin Zoller Austria, „geht der Trend zu elektronischen Lagerverwaltungen und Schränken mit elektronischer Unterstützung. Mit unserem Tool-Organizer, den wir seit 2012 anbieten, liegen wir hier auf alle Fälle im Trend. Aus meiner langen Erfahrung im Maschinenbau und in der Produktion weiß ich, wie wichtig es ist, Kontrolle über Einzelkomponenten und Kleinteile zu haben“. Der Wert dieser Werkzeugbestandteile wie Schneiden, Wendeplatten, Schrauben wird sehr oft unterschätzt – zum einen kostet die Suche wertvolle Zeit und zum anderen eine Menge Geld.

Die Werkzeugausgabe funktioniert im „Tool-Organizer“ nach dem „Poka-Yoke-Prinzip“. Dieser japanische Begriff bedeutet so viel wie „Vermeide Fehler“. Ein Werkzeug kann dem Schrank erst entnommen werden, wenn die Entnahme in der Software TMS Tool Management Solutions aktiviert wurde. So stimmt der digitale mit dem physischen Werkzeugbestand des Schrankes stets zu 100 Prozent überein – volle Kontrolle über die Lokalisierung der Werkzeuge ist garantiert. Dies funktioniert nicht nur stationär, sondern mit unserer Lager-App auch mobil.
Walter Frick

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