Schweizer Quantensprung

Mit der Werkzeugschleifmaschine Fleximat hat die Schweizer Strausak AG schon heute Geschichte geschrieben. Speziell durch die leicht zu programmierende Numroto-Software ist die Maschine bei sehr vielen Werkzeugschleifern höchst beliebt. Vor allem die Robustheit der 5-Achs-CNC-Maschinen ist ein wichtiger Aspekt für jeden kleinen und mittelständischen Betrieb. Und die Fleximat hat wahrhaft Erfolgsgeschichte hinter sich.

Anfang der 1990er-Jahre entwickelte die Strausak AG in Lohn-Ammannsegg ein neues Werkzeugschleifzentrum mit fünf gesteuerten Achsen. Erstmals wurde damals ein Designunternehmen für die Konzeption einer Maschine beigezogen. Die unter der Bezeichnung „Fleximat“ verkaufte Maschine sorgte fortan in vielen Werkzeugbetrieben für eine hohe Flexibilität und Produktivität beim Schleifen von Werkzeugen aller Art. Zudem war Strausak einer der ersten Schleifmaschinenhersteller, die damals auf die CNC-Steuerung Num 1050 setzten. Eine Revolution für das Schleifen und Nachschleifen war die Kombi­nation mit der CAD/CAM-Software Numrotoplus. In Verbindung mit den großen Geometrie- und Technologiedatenbanken der CAD/CAM-Software Numrotoplus stellte das Paket Num 1050 seinerzeit das Beste dar, was man sich wünschen konnte, um ein verdralltes Werkzeug in einer Aufspannung zu schleifen und nachzuschleifen. Und noch heute ist dieses Paket bewährt und beliebt.

Auf einen Blick

U-Grind von Strausak en détail
Die U-Grind ist ein Schleifcenter für das Nachschärfen und die Produktion von kleinen Serien und Einzelwerkzeugen. Die hohe Leistung der Motorspindel mit 12,3 Nm ermöglicht hohe Vorschübe beim Nutenschleifen. Der Torquemotor der B-Achse sorgt für hohe Haltemomente und garantiert so eine hohe Stabilität und Steifigkeit. Sämtliche Achsen werden direkt angetrieben, so dass das fünfachsige Maschinensystem spielfrei mit höchster Präzision arbeitet. Die hohe strukturelle Steifigkeit und Dämpfung sorgen zudem für eine große Laufruhe und ermöglichen höchste Oberflächenqualitäten und engste Maßtoleranzen. Durch die Flexibilität lassen sich beim Nachschärfen äußerst wirtschaftliche Produktionszeiten realisieren.

Mit der neuen U-Grind hat die Strausak AG, die übrigens seit zwei Jahren unter dem Dach von Rollomatic beheimatet ist, die Messlatte beim Werkzeugschleifen ein ganzes Stück höher gelegt. Die seit Anfang 2012 angekündigte Maschine hat nun absolute Serienreife erlangt, und die ersten U-Grind werden in Kürze ausgeliefert.

Eduard Lysser

Eduard Lysser, verantwortlich für Sales und Marketing bei Strausak, vor einer der ersten U-Grind, die bereits verkauft ist. Bilder: fertigung

Speziell fürs Nachschärfen
„Wir haben für das Jahr 2013 insgesamt zehn Maschinen geplant“, erklärt Eduard Lysser, Sales und Marketing Manager bei Strausak. Mit Lieferzeiten von drei bis fünf Monaten ist dieses Ziel als realistisch zu betrachten. Synergien werden auch im Verkauf genutzt. Dadurch werden nicht nur neue Märkte erschlossen, sondern auch Kundenpotenziale optimal ausgeschöpft. Die Gefahr einer Kollision mit dem bestehenden Rollomatic-Portfolio besteht nicht, da die U-Grind speziell für das Nachschärfen und die Produktion kleiner Serien konzipiert ist.

Doch mit welchen Features kann die U-Grind punkten, und wo liegen die gravierenden Unterschiede zur Fleximat? Lysser bringt die Fakten auf den Punkt: „Wir setzen bei der Steuerung und Software auf Numroto, wodurch wir uns sehr stark von den Rollomatic-Maschinen differenzieren, die für große Serien ausgelegt sind. Im Vergleich zur Fleximat haben wir nun die B- und C-Achse verbessert. Ursprünglich waren diese mit Schneckengetrieben ausgerüstet. Jetzt haben wir Direktantriebe verbaut, um langfristig verschleißfrei arbeiten zu können. Zudem haben wir Direktmesssysteme eingebaut, wodurch wir die Präzision weiter verbessern und auch garantieren können.“

Endmontage: Maschine wird von Mann montiert

Endmontage: Alle Maschinen werden am Standort Lohn-Ammansegg von erfahrenen Mitarbeitern montiert.

Doch damit nicht genug, Strausak hat noch weitere tiefgreifende Änderungen vorgenommen und auch Anwenderwünsche umgesetzt. „Zusätzlich haben sämtliche Achsen, die direkt angetrieben sind – also alle Linear- und Rotationsachsen – nebst dem Direktmesssystem, das wir angebaut haben, dazu geführt, dass die Eilgänge schneller wurden im Vergleich zur Vergangenheit. Konkret wurden diese von 10 auf 15 m erhöht. Auch die Messsysteme sind um eine Kommastelle genauer geworden und die Auflösung ist heute auf dem neuesten Stand.“

Ein ganz wesentlicher Punkt ist der integrierte Scheibenwechsler. „Dabei handelt es sich um einen vollautomatischen Wechsler, der standardmäßig in der Maschine eingebaut ist“, wie Lysser betont. Außerdem wurde die früher verbaute Riemenspindel durch eine Motorspindel mit HSK-Aufnahme ersetzt. „Mit einer HSK F63 haben wir bewusst eine große und stabile Schnittstelle gewählt, um eine hohe Kraftübertragung und Präzision garantieren zu können“, weiß der Strausak-Spezialist.

Stabile Ausführung
Bei der Auswahl der Führungen hat Strausak stabilere Ausführungen als bei der Fleximat gewählt. Des Weiteren wurden die Abstände vergrößert, um eine höhere Genauigkeit zu erreichen. Ein wichtiger Aspekt ist die eingesetzte Steuerung in der U-Grind. „Wir sind die ersten am Markt, die auf die Num-Flexium setzen“, erklärt Lysser. „Unsere Mitbewerber bauen nach Aussagen unserer Anwender noch das Vorgängermodell ein.“ Mit diesem technischen Sprung im Vergleich zur bewährten Fleximat hat Strausak mit der U-Grind ein solides Paket für kleine und mittlere Werkzeugschleifbetriebe geschnürt. Auf der EMO 2013 wird Strausak die Maschine präsentieren.