Keine leichte, letztlich aber eine klare Entscheidung: Die Jury kämpfte sich durch viel Papier, wog Strategien gegeneinander ab und wertete auch kleinste Details. Am Ende war die Entscheidung für die fünf Finalisten eindeutig – die fünf Besten des Teilnehmerfelds werden auf der GrindTec den Sieg unter sich ausfechten. Spannung ist garantiert!

Keine leichte, letztlich aber eine klare Entscheidung: Die Jury kämpfte sich durch viel Papier, wog Strategien gegeneinander ab und wertete auch kleinste Details. Am Ende war die Entscheidung für die fünf Finalisten eindeutig – die fünf Besten des Teilnehmerfelds werden auf der GrindTec den Sieg unter sich ausfechten. Spannung ist garantiert!

Hier präsentieren wir die fünf Finalisten

Schon im theoretischen Teil trennte sich die Spreu vom Weizen: Es waren alles andere als triviale Fragen, die die Kandidaten in spe zu beantworten hatten. Handfestes Wissen auf meisterlichem Niveau war Voraussetzung, um in den Kreis der fünf Finalisten zu kommen. Die Aufgabe, die seit der EMO 2015 in Mailand im Internet abzurufen war, repräsentierte ein Beispiel aus der Praxis: Ein fiktiver Kunde wollte anhand einer Werkstückzeichnung einen Klotz mit Bohrung in der Stückzahl 1000 aus dem Material EN AW-6060 T66 fertigen. Die einzelnen Bohrungsdurchmesser (Rundlauf und Flucht) mussten innerhalb der angegebenen Zeichnungstoleranz bearbeitet werden. Die Bearbeitung sollte auf einem ausreichend dimensionierten Bearbeitungszentrum erfolgen. Zudem sollte der Würfel eloxiert werden. Aufgabe der Kandidaten war nun, auf Basis der Werkstückzeichnung dem Kunden eine sinnvolle Bearbeitungsstrategie zu empfehlen und dafür eine entsprechende Werkzeugauswahl zu erstellen. Für diese Werkzeuge sollte ein geeigneter Schneidstoff vorgeschlagen werden, die Auswahl war detailliert zu begründen. Eine Fertigungszeichnung für das oder die erforderliche(n) Werkzeug(e) mit Geometrieangaben sowie Materialbedarf waren ebenso gefordert wie die wohlbegründete Auswahl der Schleifscheiben für die unterschiedlichen Bearbeitungsvorgänge.

 

Fundiertes Wissen gefragt

Weitere Fragen rundeten den Aufgabenkomplex ab – insgesamt war Wissen gefordert, das sich aus dem Arbeitsalltag eines versierten Präzisionswerkzeugschleifers ableitete. Das hohe Niveau sorgte schon im Vorfeld für eine Vorauswahl der Bewerber: Während die Aufgabestellung im Internet noch zigfach angeklickt wurde, waren die Zahlen für die Abrufe der zur Lösung der Aufgabe zwingend erforderlichen Werkstückzeichnung bereits deutlich geringer.

Im Profil

Werkzeugschleifer des Jahres 2016

Der Wettbewerb „Werkzeugschleifer des Jahres 2016“ ist als Öffentlichkeitsaktion für die Branche und als Werbung für den Nachwuchs konzipiert. Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Zeitschrift „fertigung“ mit wechselnden Indus­triepartnern. In diesem Jahr stellt die Vollmer Werke Maschinenfabrik aus Biberach mit einer Schleifmaschine für Vollhartmetallwerkzeuge Vgrind 160 die Wettbewerbsmaschine. Zudem übernehmen Praxisexperten von Vollmer die fachliche Betreuung des Wettbewerbs und sorgen über eine zweitägige Schulung aller Kandidaten für Chancengleichheit.
Tatkräftig unterstützt wird der Wettbewerb zudem von den Unternehmen num, Gerhard Ihle Hartmetalle, Oelheld, Haimer, Effgen Schleiftechnik, Schunk Spann- und Greiftechnik, Knoll Maschinenbau sowie dem Fachverband FDPW und der Afag als Veranstalter der GrindTec. Der Wettbewerb startet am Donnerstag, 17. März 2016 um 9.30 Uhr auf der GrindTec, Augsburg, in Halle 5. Jeder Kandidat muss das gleiche Werkstück programmieren und dann unter den Augen der Jury und Besucher an der Maschine fertigen. Die Siegerehrung wird eines der Highlights des Ausstellerabends auf der Weltleitmesse für Schleiftechnik.
Der Sieger hat sich anschließend den von Vollmer gesponserten Hauptpreis – eine Reise in die USA für zwei Personen mit Besuch der Messe IMTS in Chicago – redlich verdient.

Die dennoch zahlreichen eingesandten Lösungsvorschläge zeigten höchst unterschiedliche Ansätze. Die Jury hatte die besten fünf Kandidaten auszuwählen – nach einem klaren Punkteschema bewerteten die Juroren am 20. Januar 2016 in den Räumen der Vollmer Werke Maschinenfabrik in Biberach die anonymisierten Unterlagen. Fachgerechte Beurteilung

Die von den Kandidaten gewählten Strategien wurden fachgerecht beurteilt und auf Machbarkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit hin überprüft. Dabei wurden auch kleinste, in der Praxis aber oft eben entscheidende Details gewürdigt. Lösungswege wurden verglichen und gegeneinander abgewogen.

Die Ergebnisse der fünf Besten lagen sehr eng zusammen. So war die Spannung groß, als die anonymisierten Bewertungsunterlagen den Kandidaten zugeordnet wurden. Einige der Finalisten sind zum wiederholten Mal dabei, andere haben sich das erste Mal an die Aufgaben gewagt. Die Finalisten für den Branchenwettbewerb „Werkzeugschleifer des Jahres 2016“ sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Tobias Diehl, Gühring, Albstadt
  • Markus Eckerle, Inovatools Eckerle & Ertel, Haunstetten/Kindig
  • Christian Grotheer, J. & G. Renzelmann Werkzeugtechnik, Gnarrenburg
  • Roberto Krech, Weisskopf Werkzeuge, Meiningen
  • Dávid Rácz, Grabmeier, Augsburg.

Die fünf Sieger der Vorausscheidung, die sich zu Recht zu den Besten ihres Berufsstands zählen dürfen, werden am Donnerstag, den 17. März 2016 auf der GrindTec in Halle 5 am Stand des verlags moderne industrie im fairen

Schleifer Schulung

Gut vorbereitet wurden die Finalisten im Schulungszentrum von Vollmer in Biberach.
Bilder: fertigung

Wettkampf gegeneinander antreten und um den Gesamtsieg schleifen: Um 9.30 Uhr wird fertigung-Chefredakteur Richard Pergler das Startsignal des Wettbewerbs geben, und der erste Kandidat – die Reihenfolge wird ausgelost – bekommt aus seiner Hand das versiegelte Kuvert mit der Aufgabenstellung des Wettbewerbs. Der Kandidat hat exakt 1 h Zeit, um an einem separaten Programmierplatz das NC-Programm für sein zu schleifendes Werkzeug zu schreiben. Danach geht es an die Schleifmaschine – in diesem Jahr die Vgrind 160 von Vollmer, eine 5-Achs-Schleifmaschine für die Produktion von Vollhartmetall-Werkzeugen im Durchmesser von 2 bis 20 mm.

Eine Besonderheit der Vgrind 160 ist das Prinzip der Mehr-Ebenen-Bearbeitung: Die Werkstücke können an zwei vertikal angeordneten Schleifspindeln bearbeitet werden – im optimalen Drehpunkt der C-Achse. Die Maschine will mit innovativer Kinematik, einem neuen Wandkonzept, einem neuen Bedienpult-Design und der quasi als Standard in der Werkzeugschleifbranche verbreiteten 3D-Software Numrotoplus punkten.

Praxisrelevante Aufgabestellung auf meisterlichem Niveau sorgt für faire Vorauswahl der besten Kandidaten.

Auf der Vgrind 160 ist das Werkstück beim Wettbewerb nach dem Programmieren innerhalb einer weiteren Stunde zu fertigen – live, vor Publikum. Während der erste Kandidat an die Maschine geht, bekommt der zweite die identische

Vollmer Vgrind160

Mit der Vgrind 160 hat Vollmer eine 5-Achs-Schleifmaschine für die Produktion von Vollhartmetall-Werkzeugen im Durchmesser bis 50 mm entwickelt. Eine Besonderheit ist das wegweisende Prinzip der Mehr-Ebenen-Bearbeitung: Die Werkstücke können an zwei vertikal angeordneten Schleifspindeln bearbeitet werden.

Aufgabe ausgehändigt und zieht sich zum Programmieren zurück. So wird über den gesamten Tag jeweils ein Kandidat programmieren und einer an der Maschine stehen. Abends, während des großen Ausstellerfests, das diesmal in den VIP-Räumen der Augsburger WWK-Arena stattfinden soll, kommt es dann zum Höhepunkt, wenn es bei der Siegerehrung heißt „Und der Gewinner ist …“.

Dass sie ihr Aufgabenfeld mit vertieftem Know-how beherrschen und Bearbeitungsaufgaben im Sinn ihrer Kunden kreativ lösen können, haben die fünf Finalisten bereits unter Beweis gestellt. Unter ihnen sind wieder bekannte Gesichter:

Tobias Diehl ist der „Werkzeugschleifer des Jahres 2008“ und will es in diesem Jahr erneut wissen. Nach seiner Ausbildung zum Metallbauer (Konstruktionstechnik) beim Unternehmen

Tobias Diehl

Tobias Diehl (32),
ist der „Werkzeugschleifer des Jahres 2008“ und will es in diesem Jahr erneut wissen. Seit 2014 arbeitet er im Bereich Technische Beratung und Verkauf bei Gühring in Albstadt.

Ballmann in Elsenfeld wechselte er zu Präzisionsschliff Marek in Künzelsau, später als Geschäftsführer des Tochterunternehmens IWS-Marek in Urbach. Seit 2014 arbeitet er im Bereich Technische Beratung und Verkauf bei Gühring in Albstadt.

Markus Eckerle (23), der einst über den Schleifbetrieb seines Onkels zum Werkzeugschleifen kam, hat sich bereits zum dritten Mal für den Wettbewerb

Markus Eckerle

Markus Eckerle (23),
der einst über den Schleifbetrieb seines Onkels zum Werkzeugschleifen kam, hat sich zum dritten Mal qualifiziert – vor zwei wie vor vier Jahren belegte er Platz 2 und ist jetzt heiß auf Platz 1.

qualifiziert – vor zwei wie vor vier Jahren belegte er Platz 2 und ist jetzt heiß auf Platz 1. Der gelernte Schneidwerkzeugmechaniker mit Schwerpunkt Schneidwerkzeug- und Schleiftechnik hat vor acht Jahren auf einer Reinecker-Werkzeugschleifmaschine angefangen zu schleifen. Seine Ausbildung zum Schneidwerkzeugmechaniker mit Schwerpunkt Schneidwerkzeug und Schleiftechnik hat er 2010 beendet, er ist gerade dabei, seinen Schneidwerkzeugmechanikermeister zu machen.

Christian Grotheer hat seine Ausbildung als Industriemechaniker für Geräte- und Feinwerktechnik begonnen, aber während der

Christian Grotheer

Christian Grotheer (26),
2014 noch auf Platz 4, hat seit zwei Jahren seinen Abschluss als Schneid-werkzeugmechanikermeister an der Jakob-Preh-Schule. in der Tasche. Er arbeitet bei der J. & G. Renzelmann GmbH in
Bremen.

Ausbildungszeit den Lehrberuf gewechselt und konsequent auf Schneidwerkzeugmechaniker umgesattelt. Seine Entscheidung hat er nie bereut – der 26-Jährige ging nach der Gesellenprüfung konsequent weiter seinen Weg und hat seit zwei Jahren seinen Abschluss als Schneidwerkzeugmechanikermeister an der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt an der Saale. Er arbeitet bei der J. & G. Renzelmann GmbH in Bremen.

Roberto Krech wechselte nach seiner Ausbildung zum Industriemechaniker bei Simplex Armaturen im Jahr 2005 zu Weiss­kopf Werkzeuge in Meiningen.

Roberto Krech

Roberto Krech
arbeitet als CNC- Werkzeugschleifer und ist spezialisiert auf Sonderwerkzeuge – Stufenbohrer und Formfräser. Seit 2012 ist der 32-Jährige bei Weisskopf als Produktspezialist tätig.

Dort arbeitet er als CNC-Werkzeug-schleifer und ist spezialisiert auf Sonderwerkzeuge – Stufenbohrer und Formfräser. Er hat mehr als sieben Jahre Erfahrung an Saacke-CNC-Werkzeugschleifmaschinen. Seit 2012 ist der 32-Jährige bei Weisskopf als Produktspezialist tätig.

Dávid Rácz (31) ist gebürtiger Ungar und hat bei den

Dávid Rácz

Dávid Rácz (31)
ist gebürtiger Ungar und hat Erfahrungen als CNC-Schleifer in der Schneidwerkzeuge-Neufertigung, aber auch beim Nachschärfen. Seit 2014 arbeitet er bei Grabmeier in Augsburg.
Bilder: privat

Werkzeug-schleifunternehmen Tool Produkt und Partner sowie bei Bravotools (beide Szolnok, Ungarn) Erfahrungen als CNC-Schleifer sowohl in der Schneidwerkzeuge-Neufertigung, in der Herstellung von Profilwerkzeugen, aber auch beim Nachschärfen mit UW1 und UW2 von Saacke, mit Hawemat2005 und Haas-Zentren gesammelt. Seit 2014 arbeitet er bei Grabmeier in Augsburg an einer Schneeberger-Norma-Maschine.

Um die fünf Kandidaten für die Endausscheidung fit zu machen und sicherzustellen, dass neben dem Quäntchen Glück, das man dabei immer braucht, nur das Können und das Know-how der Teilnehmer im Werkzeugschleifen und nicht das Wissen um Besonderheiten von Maschine und Steuerung über den Erfolg entscheiden, trafen sich die Finalisten zu einer zweitägigen Schulung bei Vollmer in Biberach. Damit wurde für Chancengleichheit gesorgt.

Schleifer Finalisten

Die Finalisten mit den Anwendungstechnikern von Vollmer, die die Schulung durchführten: Manfred Breitner, Roberto Krech, Christian Grotheer, Markus Eckerle, Tobisa Diehl, Christian Schneider und Dávid Rácz (von links nach rechts).

Auf einen Blick

Fachverband Deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer

Der Fachverband deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer (FDPW) e.V. ist der Fachverband für alle Unternehmen in Deutschland und dem benachbarten Ausland, die Zerspan- und Schneidwerkzeuge sowie Industriemesser FDPW Logoschleifen, herstellen und vertreiben. Ebenso ist der Verband offen für andere Schleiftechnologien wie zum Beispiel das Rund-, Flach-, Profil- und Spitzenlosschleifen, sofern diese in einem Zusammenhang mit dem Werkzeugschleifen oder der Werkzeug- und Messerherstellung stehen. Der FDPW umfasst das Handwerk des Schneidwerkzeug­mechanikers. Im Fachverband haben sich in­zwischen Schleifbetriebe aus ganz Deutschland zusammengefunden. Er zählt heute rund 300 Mitglieder und gilt als die fachliche Vertretung der Branche.

Schleifer 2016 Sponsoren