Werkzeugschleifer des Jahres 2014: Die Finalisten

Wir präsentieren die Finalisten

Die Teilnehmer mussten nun anhand einer Zeichnung des Werkstücks ihrem Kunden eine entsprechend sinnvolle Bearbeitungsstrategie vorschlagen und die dazugehörende Werkzeugauswahl erstellen, den entsprechenden Schneidstoff wählen und eine detaillierte Fertigungszeichnung für das erforderliche Sonderwerkzeug zu erstellen.

Schleifer  2

Es war alles andere als eine leichte Entscheidung: Die Jury kämpfte sich durch viel Papier, wertete auch kleinste Details und wog Strategien und Lösungswege gegeneinander ab. Am Ende war die
Entscheidung für die fünf Finalisten aber sehr klar und eindeutig – damit steht fest: Auf der GrindTec werden die Besten der Branche den Sieg unter sich ausfechten. Es wird also spannend!

Ein kompletter Fertigungsplan für das Werkzeug inklusive der Kalkulation der benötigten Bearbeitungszeit gehörten ebenso zum Aufgabenumfang wie die begründete Wahl der richtigen Schleifscheiben, des passenden Kühlschmierstoffs oder einer eventuell sinnvollen Beschichtung. Die Kostenanalyse und darauf aufbauend das Angebot an den Kunden mit Angabe der empfohlenen Werkzeuge und Werkzeugmenge für die geforderte Bearbeitung rundeten die Herausforderung für die Teilnehmer ab.

Aufgaben auf meisterlichem Niveau
Schon in der theoretischen Aufgabenstellung spiegelte sich das hohe Anforderungsniveau wider. Das sorgte bereits im Vorfeld für eine Auswahl der Bewerber: Die Aufgabenstellung wurde aus dem Internet zigfach abgerufen. Aufgrund der hohen Hürden in der Fragestellung war dann jedoch die Zahl der Anforderungen für die zur Lösung benötige Werkstückzeichnung schon deutlich weniger.

Profiwissen pur

Werkzeugschleifer des Jahres 2014
Der Wettbewerb “Werkzeugschleifer des Jahres 2014” ist als Öffentlichkeitsaktion für die Branche und als Werbung für den Nachwuchs konzipiert. Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Zeitschrift “fertigung” mit wechselnden Indus­triepartnern. In diesem Jahr stellt die Walter Maschinenbau GmbH aus Tübuingen mit einer Schleifmaschine Helitronic Mini Automation die Wettbewerbsmaschine. Zudem übernimmt Walter Maschinenbau die fachliche Betreuung des Wettbewerbs und sorgt über eine zweitägige Schulung aller Kandidaten für Chancengleichheit.Tatkräftig unterstützt wird der Wettbewerb zudem von den Unternehmen Fanuc, Gerhard Ihle Hartmetalle, Oelheld, Winter (Saint Gobain), Schunk Spanntechnik, Vomat Feinstfiltersysteme sowie dem Fachverband FDPW und der Afag als Veranstalter der GrindTec. Der Wettbewerb startet am 20. März 2014, 9.30 Uhr auf der GrindTec, Augsburg, in Halle 5. Jeder Kandidat muss das gleiche Werkstück programmieren und dann unter den Augen der Jury und Besucher an der Maschine fertigen. Die Siegerehrung wird eines der Highlights des Ausstellerabends auf der Weltleitmesse für Schleiftechnik.
Der Sieger hat sich anschließend den von Walter Maschinenbau gesponserten Hauptpreis – eine Reise nach China (Shanghai) mit dem Besuch der United-Grinding-Niederlassung in Anting sowie einer chinesischen Werkzeugschleiferei – redlich verdient.

Schleifer 3

Damit die Chancen ausgeglichen sind, erhielten die Kandidaten (an den Laptops von links)
Markus Eckerle, Christian Grotheer, Yves Krause, Steivan Peer und Florian Ritzhaupt von Walter-Anwendungstechniker Jochen Weiss eine gründliche Einführung in das Helitronic Tool Studio.

 

Aus den letztendlich eingesandten Lösungsvorschlägen hatte die Jury die besten fünf Kandidaten auszuwählen – nach einem strengen Punkteschema und aufgrund anonymisierter Unterlagen kämpften sich die Jurymitglieder am 21. Januar 2014 in den Räumen von Walter Maschinenbau in Tübingen einen ganzen Tag lang durch unzählige beschriebene Blätter und teils mehr, teils weniger aussagekräftige Zeichnungen.

Die gewählten Strategien mussten fachgerecht beurteilt und sowohl auf Machbarkeit wie auf Effizienz überprüft werden. Auch kleinste, aber entscheidende Details wurden berücksichtigt, die Lösungswege verglichen und gegeneinander abgewogen. Insbesondere auch bei der eingereichten Zeichnung – an dieses zentrale Fertigungsdokument stellten die Juroren hohe Ansprüche – gab es große Unterschiede hinsichtlich Qualität und Vollständigkeit. Am Abend wurde schließlich das Geheimnis gelüftet – die anonymisierten Bewertungsbogen wurden den Teilnehmern zugeordnet. So standen schließlich die Finalisten für den Branchenwettbewerb “Werkzeugschleifer des Jahres 2014” fest (in alphabetischer Folge):

  • Markus Eckerle, Haunstetten/Kindig
  • Christian Grotheer, Gnarrenburg
  • Yves Krause, Grefrath
  • Steivan Peer, Ftan (Schweiz)
  • Florian Ritzhaupt, Rauenberg

Diese fünf Kandidaten, die sich bereits jetzt zu den Besten ihrer Zunft zählen dürfen, werden am 20. März 2014 am Stand 5074 in Halle 5 nahe beim GrindTec-Forum im fairen Wettkampf gegeneinander antreten: Um 9.00 Uhr wird fertigung-Chefredakteur Richard Pergler das Startsignal für den Wettbewerb geben. Der erste Schleifer – die Reihenfolge wird ausgelost – erhält aus seiner Hand ein verschlossenes Kuvert mit der Aufgabenstellung des Wettbewerbs. Anschließend hat der Kandidat genau eine Stunde Zeit, um das NC-Programm für sein Werkstück extern am Computer zu schreiben. Danach geht er an die Schleifmaschine, um sein Programm abzuarbeiten – live vor Publikum.

Währenddessen zieht sich bereits Kandidat 2 ins stille Kämmerlein zurück – er erhält ein identisches Kuvert mit der gleichen Aufgabe in den Händen.  Dieser Systematik folgend werden sich nach und nach alle Kandidaten durch den Tag kämpfen. Abends während des großen Ausstellerfests kommt es dann zum Höhepunkt, wenn es bei der Siegerehrung heißt: “And the winner is …”.

Zum Einsatz kommt diesmal eine Schleifmaschine Helitronic Mini Automation: “Diese Maschine wird zum ersten Mal auf der GrindTec ausgestellt”, erklärt Achim Schurius, Vertriebsleiter Europa bei Walter Maschinenbau. “Die Helitronic Mini Automation basiert auf bewährter Walter-Technologie und ist mit einem Robotlader ausgestattet.”

Mit der “Automatisierungsfunktion” zeigt die Maschine beim Wettbewerb gewissermaßen den aktuellen Stand der Technik. Als Schleifsoftware kommt das Helitronic Tool Studio zum Einsatz, eine leistungsfähige Software mit simultaner 3D-Simulation. Das exakte Messen übernimmt eine Walter-Messmaschine vom Typ Helicheck – das Messen der produzierten Werkzeuge ist schließlich inzwischen in vielen Fällen integrierter Bestandteil des Produk­tionsprozesses.

Schleifer Markus

Markus Eckerle: Mit 21 Jahren ist er nach wie vor der Youngster im Team. Er kam über den Schleifbetrieb seines Onkels zum Werkzeugschleifen und arbeitet auf einer Rein­ecker mit Numroto-Steuerung.

Sie sind die Besten ihrer Branche
Dass sie kreativ sind und auch fachlich “etwas auf dem Kasten haben”, haben die Finalisten bereits bewiesen. Unter ihnen ist wieder ein bekanntes Gesicht: Zum zweiten Mal fürs Finale qualifizierte sich Markus Eckerle, der über den Schleifbetrieb seines Onkels zum Werkzeugschleifen kam – vor zwei Jahren belegte er aus dem Stand Platz 2. Mit inzwischen 21 Jahren ist er nach wie vor der Youngster unter den Teilnehmern. Der gelernte Schneidwerkzeugmechaniker mit Schwerpunkt Schneidwerkzeug- und Schleiftechnik hat vor sechs Jahren auf einer Reinecker Werkzeugschleifmaschine mit Numroto-Steuerung angefangen zu schleifen.

Schleifer Christian

Christian Grotheer: Der 24-Jährige hat seit zwei Jahren seinen Abschluss als Schneidwerkzeug-mechanikermeister an der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt an der Saale in der Tasche.

Christian Grotheer hat seine Ausbildung als Industriemechaniker für Geräte- und Feinwerktechnik begonnen, aber bereits während der Ausbildungszeit den Lehrberuf gewechselt und konsequent auf Schneidwerkzeugmechaniker umgesattelt. Seine Entscheidung hat er nie bereut – der 24-jährige ging nach der Gesellenprüfung konsequent weiter seinen Weg und hat seit zwei Jahren seinen Abschluss als Schneidwerkzeugmechanikermeister an der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt an der Saale in der Tasche.

Schleifer Yves

Yves Krause: Der 42-jährige Abteilungsleiter für den Schleifbereich “Fräs-und Bohrwerkzeuge < 12 mm” bei Fraisa ist seit vier Jahren Handwerksmeister in Feinwerk­mechanik.

Mit 42 Jahren ist Yves Krause diesmal der “Senior” im Finalistenfeld. Nach seiner Ausbildung als Facharbeiter für Werkzeugmaschinen bei Carl-Zeiss-Jena arbeitete er ab 1991 als Werkzeugschleifer bei der Fraisa GmbH. Dort ist er seit 2002 zusätzlich mitverantwortlich für die Ausbildung neu eintretender Facharbeiter, und seit sechs Jahren ist er Abteilungsleiter für den Schleifbereich Fräs-und Bohrwerkzeuge < 12 mm. Im Jahr 2010 schloss er seinen Handwerksmeister in Feinwerkmechanik ab.

Schleifer Steivan

Steivan Peer: Der 25-Jährige arbeitet im elterlichen Familienbetrieb “Peertools” im schweizerischen Ftan und bildet sich derzeit zum Schneidwerkzeug-mechanikermeister weiter.

Steivan Peer (25) hat nach seiner Ausbildung bei Trumpf Grüsch (Schweiz) in der Fachrichtung Betriebsmittelfertigung als Maschinenbediener in der Dreherei im Schichtbetrieb und später in der Betriebsmittelfertigung des Lehrbetriebs gearbeitet. Im Jahr 2010 erfolgte der Einstieg in den elterlichen Familienbetrieb Peertools als Werkzeugschleifer. Und derzeit arbeitet der Schweizer an der Jakob-Preh-Schule an seiner Ausbildung zum Schneidwerkzeugmechanikermeister, die er im Juni 2014 abschließen will.

Schleifer Florian

Florian Ritzhaupt: Der 29-Jährige arbeitet ebenfalls im elterlichen Betrieb und hat nach den Meisterprüfungen vor zwei Jahren ein Studium zum Betriebswirt aufge­nommen.

Florian Ritzhaupt (29) absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher, Fachrichtung Formenbau, und konnte seine Gesellenprüfung als Kammersieger ablegen. Seit dem Erwerb der Fachhochschulreife (Fachrichtung Technik) arbeitet er im elterlichen Betrieb mit Durchlauf aller technischen und betriebswirtschaftlichen Bereiche. 2012 legte er die Meisterprüfungen im Bereich BWL und Ausbildereignung ab. Und in diesem Jahr will er sein Studium zum Betriebswirt des Handwerks abschließen.

Um die fünf Kandidaten für die Endausscheidung fit zu machen und sicherzustellen, dass neben dem Quäntchen Glück, das man dabei immer braucht, nur das Können und das Know-how der Teilnehmer über den Erfolg entscheiden und nicht die zu geringe Vertrautheit mit Steuerung und Maschine, trafen sich die Finalisten Anfang Februar nochmals zu einer zweitägigen Schulung am Walter-Unternehmenssitz in Tübingen.

Im Profil

Fachverband Deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer
Der Fachverband deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer (FDPW) e.V. ist der Fachverband für alle Unternehmen in Deutschland und dem benachbarten Ausland, die Zerspan- und Schneidwerkzeuge sowie InduSchleifer FDPWstriemesser schleifen, herstellen und vertreiben. Ebenso ist der Verband offen für andere Schleiftechnologien wie zum Beispiel das Rund-, Flach-, Profil- und Spitzenlosschleifen, sofern diese in einem Zusammenhang mit dem Werkzeugschleifen oder der Werkzeug- und Messerherstellung stehen. Der FDPW umfasst das Handwerk des Schneidwerkzeug­mechanikers. Im Fachverband haben sich in­zwischen Schleifbetriebe aus ganz Deutschland zusammengefunden. Er zählt heute rund 300 Mitglieder und gilt als die fachliche Vertretung der Branche.