Edge-KI soll im Projekt GenSATIOn-Edge industrielle Fertigungsprozesse direkt an der Maschine überwachen. Das Fraunhofer IMS entwickelt dafür mit Partnern selbstlernende Sensorsysteme ohne Cloud-Anbindung.
Redaktion FERTIGUNGRedaktionFERTIGUNG
Ein zentraler Anwendungsfall im Projekt ist die Reststandzeitvorhersage für Werkzeuge
in der Zerspanung.Nejron Photo – stock.adobe.com
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Summary: Das Fraunhofer IMS entwickelt mit Partnern im Projekt GenSATIOn-Edge intelligente Sensorsysteme für die industrielle Fertigung. Seit dem 1. Juli 2024 werden unter anderem reale Zerspanungsprozesse an CNC-Fräsmaschinen analysiert, um Qualitätsabweichungen und Werkzeugverschleiß frühzeitig zu erkennen. Die Edge-KI soll Prozesse robuster machen, Wartung bedarfsgerecht planbar machen und die Abhängigkeit von zentralen IT-Infrastrukturen reduzieren.
Im Projekt GenSATIOn-Edge entwickelt das Fraunhofer-Institut
für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS gemeinsam mit Partnern intelligente
Sensorsysteme zur kontinuierlichen Überwachung industrieller Prozesse.
KI-Modelle laufen direkt auf Edge-Geräten und ermöglichen eine adaptive
Prozessüberwachung ohne Cloud. Erste Ergebnisse zeigen: Prozesse lassen sich in
Echtzeit analysieren, Qualitätsabweichungen früh erkennen und Wartung
bedarfsgerecht planen.
CNC-Bearbeitungszentrum an der Hochschule Ruhr-West (HRW) für Fräsversuche unter Laborbedingungen.Hochschule Ruhr West
Im Mittelpunkt der bisherigen Arbeiten steht die Analyse
realer Zerspanungsprozesse. Das Projektteam führte gemeinsam mit den Partnern
umfangreiche Versuchsreihen an CNC-Fräsmaschinen durch und erfasste dabei
Sensordaten unter unterschiedlichen Produktionsbedingungen. Auf dieser Basis
konnten die Forschenden bereits erste Zusammenhänge zwischen
Vibrationssignalen, Prozessparametern und Werkzeugeigenschaften erkennen.
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Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für KI-Modelle,
die beispielsweise den Verschleiß von Werkzeugen erkennen oder Rückschlüsse
auf die Werkstückqualität zulassen. Erste Prognosemodelle zeigen bereits, dass
sich der Verschleiß von Werkzeugen auf Basis von Sensordaten zuverlässig
erkennen und zeitlich einordnen lässt. So können kritische Zustände frühzeitig
identifiziert und Wartungsmaßnahmen gezielt geplant werden, bevor es zu Qualitätsverlusten
oder ungeplanten Stillständen kommt.
Edge-KI: Lernen direkt an der Maschine
»KI muss dorthin, wo die Daten entstehen, also direkt in die
Produktion«, sagt Dr. Sebastian Wirtz, Projektverantwortlicher am Fraunhofer
IMS. »Mit GenSATIOn-Edge schaffen wir die Grundlage dafür, dass Maschinen ihren
Zustand selbst verstehen und frühzeitig auf Veränderungen reagieren können. Das
macht industrielle Prozesse nicht nur effizienter, sondern auch deutlich
robuster.«
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Das Projektteam baute dafür eine erste Software- und
Dateninfrastruktur auf, die Sensordaten, Maschineninformationen und
Nutzereingaben zusammenführt und langfristig speichert.
So entsteht eine strukturierte Datengrundlage, auf der die
KI-Systeme kontinuierlich dazulernen und sich an neue Produktionsbedingungen
anpassen können.
Intelligente Sensorik als Schlüssel
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Parallel zur Datenanalyse entwickelt das Projektkonsortium
einen neuartigen IoT-Sensorknoten. Dieser erfasst relevante Prozesssignale
direkt an der Maschine und bereitet sie für die KI-Auswertung auf. Das
Fraunhofer IMS bringt hier seine Expertise insbesondere in der Datenverarbeitung
und Merkmalsextraktion ein. Ziel ist es, die notwendigen Analysen möglichst
effizient auf ressourcenbeschränkter Hardware umzusetzen. Damit wird die
Grundlage für den späteren industriellen Einsatz geschaffen.
Hauptkomponentenanalyse der mit dem neu entwickelten Sensorknoten an der Hochschule Ruhr West aufgenommen Daten.Hochschule Ruhr West
Vom Labor in die Produktion
In den kommenden Projektphasen werden die entwickelten
Ansätze zunehmend unter realen Produktionsbedingungen erprobt. Geplant sind
weitere Versuchsreihen sowohl im Laborumfeld als auch in der industriellen
Fertigung. Dabei steht insbesondere die Übertragbarkeit der KI-Modelle im
Fokus: Sie sollen nicht nur unter kontrollierten Bedingungen funktionieren,
sondern auch in der Praxis robuste und verlässliche Ergebnisse liefern.
Mit dem Projekt leistet das Fraunhofer IMS einen wichtigen
Beitrag zur digitalen Transformation der Industrie. Durch die Kombination aus
intelligenter Sensorik, Edge-KI und selbstlernenden Systemen können
Produktionsprozesse effizienter, transparenter und robuster gestaltet werden.
Gleichzeitig reduziert der Ansatz die Abhängigkeit von zentralen
IT-Infrastrukturen und schafft die Grundlage für skalierbare, datensouveräne
Lösungen in der industriellen Fertigung.
GenSATIOn-Edge wird von einem interdisziplinären Konsortium
getragen. Neben dem Fraunhofer IMS als Projektkoordinator sind die Partner GED
Gesellschaft für Elektronik und Design mbH, die Hochschule Ruhr-West, die
R&R Formentechnik GmbH und die Formtec GmbH beteiligt. Das Projekt hat ein
Gesamtvolumen von rund 1,7 Millionen Euro und läuft vom 1. Juli 2024 bis zum
31. Dezember 2028. Es wird durch die Europäische Union und das Land
Nord-rhein-Westfalen im Rahmen des EFRE/JTF-Programms kofinanziert
(Förderkennzeichen: EFRE-20800495).
Quelle: Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS, bearbeitet von: Sabine Königl
• Was ist das Ziel der Edge-KI im Projekt GenSATIOn-Edge? – Die Edge-KI soll industrielle Fertigungsprozesse direkt an der Maschine überwachen und Abweichungen frühzeitig erkennbar machen.
• Wie wird Edge-KI bei GenSATIOn-Edge eingesetzt? – KI-Modelle laufen auf Edge-Geräten und analysieren Sensordaten ohne Cloud-Anbindung direkt in der Produktion.
• Welche Rolle spielt Edge-KI bei CNC-Fräsmaschinen? – In Versuchsreihen werden Sensordaten aus Zerspanungsprozessen genutzt, um Werkzeugverschleiß und mögliche Qualitätsabweichungen zu erkennen.
• Warum ist Edge-KI für die industrielle Fertigung relevant? – Sie kann Prozesse in Echtzeit analysieren, Wartung bedarfsgerecht unterstützen und die Abhängigkeit von zentralen IT-Infrastrukturen reduzieren.
• Wer entwickelt die Edge-KI im Projekt GenSATIOn-Edge? – Das Fraunhofer IMS koordiniert das Projekt gemeinsam mit GED Gesellschaft für Elektronik und Design mbH, Hochschule Ruhr-West, R&R Formentechnik GmbH und Formtec GmbH.