Verband der Deutschen Drehteile-Industrie

Warum die Drehteile-Branche wieder Hoffnung schöpft

Nach einer längeren Phase wirtschaftlicher Zurückhaltung mehren sich in der Drehteile-Branche die Anzeichen einer Erholung. Der aktuelle Halbjahresbericht des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie belegt eine positive Entwicklung bei Auftragseingängen und Umsatz.

Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie zieht Bilanz für das erste Halbjahr 2026: Eine positive Entwicklung bei Auftragseingängen und Umsatz sorgt für vorsichtigen Optimismus.
Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie zieht Bilanz für das erste Halbjahr 2026: Eine positive Entwicklung bei Auftragseingängen und Umsatz sorgt für vorsichtigen Optimismus.

Summary: Die Drehteile-Branche zeigt im ersten Halbjahr 2026 laut Verband der Deutschen Drehteile-Industrie deutliche Erholungstendenzen bei Umsatz (+3,9 %) und Auftragseingängen (+11,1 %). Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen bleibt jedoch mit einer Quote von nur 4,2 Prozent auf einem historischen Tiefstand.

Für die Auswertung des ersten Halbjahres 2026 wurden die Angaben von 44 Verbandsmitgliedern mit insgesamt 7.266 erfassten Beschäftigten berücksichtigt. Das Ergebnis: Die konjunkturelle Lage hat sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 spürbar verbessert. Der Umsatz der befragten Unternehmen stieg um 3,9 %. Auch der bereinigte Umsatz – ohne Berücksichtigung der Materialkosten – entwickelte sich mit plus 3,8 % erstmals seit längerer Zeit wieder positiv.

Noch deutlicher zeigt sich die Belebung bei den Auftragseingängen. Mit einem Anstieg von 11,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhält die Branche wichtige Impulse für die kommenden Monate. Die durchschnittliche Auftragsreichweite bleibt mit 32,7 Wochen nahezu unverändert und bietet den Unternehmen weiterhin eine solide Planungsgrundlage. Ein wichtiger Stabilitätsfaktor ist das Auslandsgeschäft. Die Exportquote liegt mit 38,6 % auf einem hohen Niveau, auch wenn sie etwas niedriger als der Wert von 2025 mit 40,7 % ausfällt.

Verbesserte Auslastung, weniger Kurzarbeit

Die steigenden Auftragseingänge wirken sich zunehmend auf die Kapazitätsauslastung der Unternehmen aus. 40 % der Betriebe berichten von einer verbesserten Situation, während lediglich 20 % eine Verschlechterung feststellen. Auch die Zahl der Drehteilehersteller, die wieder mehr Überstunden verzeichnen, nimmt zu.

Am Arbeitsmarkt zeigt sich die Branche insgesamt stabil. Die Beschäftigtenzahl verringerte sich gegenüber dem Jahresbeginn zwar nochmals leicht um 63 Mitarbeitende, gleichzeitig meldet inzwischen fast jedes zweite Unternehmen Personalbedarf. Kurzarbeit spielt dagegen nur noch eine untergeordnete Rolle: Lediglich 6 % der befragten Mitglieder griffen im ersten Halbjahr auf dieses Instrument zurück.

Investitionsbereitschaft bleibt das Sorgenkind

„Die aktuellen Zahlen senden erste positive Signale für unsere Branche“, sagt Verbandsgeschäftsführer Werner Liebmann.
„Die aktuellen Zahlen senden erste positive Signale für unsere Branche“, sagt Verbandsgeschäftsführer Werner Liebmann.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung setzen die Verbandsmitglieder ihr Kapital weiterhin äußerst zurückhaltend ein. Mit einer Investitionsquote von lediglich 4,2 % wurde im ersten Halbjahr 2026 der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen erreicht. Auch die realen Investitionsausgaben pro Mitarbeiter waren mit 3.551 Euro auf einem neuen Tiefstand. Der Schwerpunkt liegt unverändert im Produktionsbereich und dient überwiegend dem Ersatz bestehender Anlagen sowie der Sicherung vorhandener Kapazitäten.

Der Blick auf die kommenden Monate fällt freundlicher aus als noch im Vorjahr. 21 % der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 70 % gehen von einer stabilen Entwicklung aus. Nur noch 9 % rechnen mit einer weiteren Eintrübung. „Die aktuellen Zahlen senden erste positive Signale für unsere Branche“, sagt Verbandsgeschäftsführer Werner Liebmann. „Trotzdem müssen wir die historisch niedrige Investitionsbereitschaft sehr ernst nehmen, denn sie entscheidet maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen in den kommenden Jahren.“

FAQ zur wirtschaftlichen Entwicklung der Drehteile-Industrie

Wie haben sich Umsatz und Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2026 entwickelt?

Der Umsatz der befragten Unternehmen stieg um 3,9 %, der bereinigte Umsatz um 3,8 %. Die Auftragseingänge legten sogar um 11,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Wie sieht es bei der Exportquote aus?

Die Exportquote liegt bei 38,6 % und damit weiterhin auf hohem Niveau, allerdings etwas niedriger als der Vorjahreswert von 40,7 %.

Wie hat sich die Beschäftigungssituation entwickelt?

Die Beschäftigtenzahl sank gegenüber Jahresbeginn leicht um 63 Mitarbeitende, gleichzeitig meldet aber fast jedes zweite Unternehmen Personalbedarf. Kurzarbeit spielt mit nur 6 % der Mitglieder nur noch eine untergeordnete Rolle.

Warum gilt die Investitionsbereitschaft als Sorgenkind der Branche?

Mit einer Investitionsquote von 4,2 % wurde im ersten Halbjahr 2026 der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen erreicht. Auch die realen Investitionsausgaben pro Mitarbeiter fielen mit 3.551 Euro auf ein neues Tief.

Wie schätzen die Unternehmen die kommenden Monate ein?

21 % der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 70 % rechnen mit stabiler Entwicklung. Nur 9 Prozent gehen von einer weiteren Eintrübung aus.