TNC-Steuerung

Connected Machining ermöglicht die Einbindung der Werkstatt in eine effiziente Prozesskette über die TNC-Steuerung. - Bild Heidenhain

Konstruktion im CAD-System, Programmierung und Aufbereitung der Fertigungsdaten im CAM-System, Simulation der Bearbeitung auf einer virtuellen Maschine, Werkzeugbereitstellung, Werkzeugvermessung, Werkzeugverwaltung – das alles ist für sich genommen in einer modernen Fertigung längst verfügbar. Keineswegs selbstverständlich ist dabei aber der reibungslose Datenaustausch zwischen allen beteiligten Personen und Systemen. Hier ist noch viel Handarbeit an der Tagesordnung – im günstigeren Fall eine manuell veranlasste Datenübertragung, im schlimmsten Fall die Weitergabe eines handgeschriebenen Zettels.

TNC 640, Extended Workspace und StateMonitor
Mit TNC 640, Extended Workspace und StateMonitor alle Informationen übersichtlich im Blick: Der zweite Bildschirm zeigt Daten der Software StateMonitor an, der Steuerungsbildschirm das laufende NC-Programm. - Bild Heidenhain

An der Maschine entsteht das Werkstück. Hier müssen alle Informationen zusammenlaufen. Und von hier müssen auch ganz entscheidende Informationen über Status und Qualität eines Werkstücks in die IT-Systeme der Fertigung – also in die Prozesskette – zurückfließen. Der für die Bauteilqualität und Termintreue verantwortliche Facharbeiter muss Zugriff auf alle Daten haben, und er muss seine Erfahrung aus der Fertigung in die Prozesskette zurückspiegeln können. Ideen für eine Vernetzung aller prozessbeteiligten Personen und Systeme gibt es viele. Aber die Maschinensteuerung in der Werkstatt zum Dreh- und Angelpunkt im Firmennetzwerk zu machen, hat unter den beschriebenen Voraussetzungen einen ganz besonderen Charme. Das zeigt die vernetzte Fertigung, die Heidenhain zusammen mit Partnern aus den Bereichen CAD/CAM, Werkzeugmaschine, Werkzeugvermessung und Werkzeugverwaltung im Rahmen der industrie 4.0 area auf der EMO 2017 aufbaut.

TNC 640 kommuniziert mit Werkzeugverwaltung

Auf der Palette an der Maschine liegen die gespannten Rohlinge für die anstehende Bearbeitung. Im Werkzeugmagazin der Maschine sind bereits vermessene Werkzeuge eingesetzt. Sie sind über einen Code an der Werkzeugaufnahme eindeutig gekennzeichnet. Bei der Bestückung des Werkzeugmagazins hat der TNC-Anwender diese Kennung über einen Scanner eingelesen. Damit weiß die TNC 640, welche Werkzeuge in der Maschine vorhanden sind. Die Daten dazu kommen über die Schnittstelle Heidenhain DNC direkt aus dem Werkzeugverwaltungssystem.

Über den Remote Desktop Manager kann der TNC-Anwender von der TNC 640-Steuerung direkt auf das CAM-System zugreifen. Das CAM-System greift für die Programmerstellung wiederum auf die Werkzeugdatenbank zurück. Über den Batch Process Manager der TNC 640 kann der TNC-Anwender nun die Abarbeitung des Fertigungsauftrags an der Maschine einplanen. Im Batch Prozess Manager werden NC-Programme und die Lage der Werkstückaufspannung auf der Palette auftragsbezogen verknüpft und nach Priorität in die Liste der offenen Aufträge eingeordnet.

TNC-Anwender wird durch StateMonitor unterstützt

Der Batch Process Manager erlaubt dem TNC-Anwender die hauptzeitparallele Planung mehrerer Fertigungsaufträge. Dabei unterstützt ihn die Steuerung, indem sie die im NC-Programm verwendeten und die tatsächlich an der Maschine vorhandenen Werkzeuge noch einmal miteinander abgleicht. Daraufhin gibt sie eine Rückmeldung über ggf. noch fehlende Werkzeuge und die voraussichtliche Laufzeit der Bearbeitung. Der TNC-Anwender kann zum Beispiel eine Werkzeugdifferenzliste ausgeben lassen, die nur die Werkzeuge enthält, die er noch zusätzlich rüsten muss. Die Informationen über die voraussichtliche Laufzeit der Bearbeitung können auch für die weitere Auftragsplanung genutzt werden, also etwa zur Planung der weiteren Logistik für die gefertigten Bauteile oder zur weiteren Planung der Folgeaufträge für die Maschine. Sie werden zusammen mit den Informationen aus der Werkzeugverwaltung aber auch genutzt, um neue Werkzeuge nachzubestellen. Dabei unterstützt die neue Software StateMonitor den TNC-Anwender. StateMonitor erfasst die Daten von angebundenen Maschinen, verschafft eine Echtzeitsicht auf den Maschinenstatus und kann Nachrichten an Rechner im ganzen Unternehmen und mobile Endgeräte senden. Dafür nutzt StateMonitor ebenfalls die DNC-Schnittstelle.